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ACE: Sind Umweltzonen heute noch sinnvoll?

03.02.2014 - 20:00

2007 eingeführt, sollten sie die Bevölkerung schützen und die Feinstaubbelastung in Städten und Gemeinden reduzieren. Bis heute wurden in rund 60 deutschen Städten Umweltzonen eingerichtet. Nur Autos, Motorräder und Lkw mit einer grünen Plakette dürfen ungehindert auch in die strengste der drei Sicherheitszonen einfahren. Der Auto Club Europa (ACE) stellt nun öffentlich den weiteren Sinn dieser Schutzzonen in Frage.

Damals sei die Schaffung von Umweltzonen gerechtfertigt gewesen, so der Verein in einer Meldung im Vorfeld des 52. Verkehrsgerichtstags in Goslar, der am Mittwoch begonnen hat. Unter Berufung auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) verweist der ACE in diesem Zusammenhang darauf, dass noch 2007 rund 26 Prozent der Autos in Deutschland Dreckschleudern waren.

Heutzutage sind fast alle Pkw "sauber" und dürfen die Umweltzonen befahren

Doch dies habe sich zwischenzeitlich geändert: 2013 hätten bereits 96,4 Prozent aller Wagen in die Umweltzonen fahren dürfen. Der Grund: Moderne Fahrzeuge stoßen viel weniger Schadstoffpartikel aus als ihre Vorgänger. Dafür sorgen etwa Katalysatoren und Partikelfilter. Werden die in Deutschland rund 154.000 zugelassenen Oldtimer weggestrichen, die zwar die Anforderungen für die Umweltplaketten nicht erfüllen, aber aufgrund ihrer Status als historische Fahrzeuge  Ausnahmegenehmigungen für alle Feinstaubzonen haben, müssen aktuell laut dem ACE nur rund 1.346.000 Pkw "draußen bleiben".

Deutscher Städtetag plädiert für strengere Schadstoffregeln bei Autos

In Anbetracht von über 43 Millionen Autos ist diese Zahl vergleichsweise klein. Der Club fordert Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) deshalb auf, über eine Aufhebung der Umweltzonen nachzudenken. Der Deutsche Städtetag hingegen fordert eine Beibehaltung des Systems. Die Mitglieder sind sogar für strengere Vorschriften bei den Höchstgrenzen der Schadstoffbelastungen.

Die Entscheidungsträger  EU, Bund und Länder - sollten nach Meinung des Städtetag-Hauptgeschäftsführers Stephan Articus dafür Sorge tragen, indem etwa die strengere Abgasnorm 6 früher als geplant  eingeführt wird. Die Umsetzung ist derzeit für Ende 2015 vorgesehen.

(srh)

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