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Vorsicht vor Fahrzeug-Ausfuhren mit deutschen Kurzkennzeichen aus Italien

05.06.2013 - 12:00

Europa soll zusammenwachsen. Das befördert auch den Auto-Gebrauchthandel. Mit einem in Deutschland ausgestellten Kurzkennzeichen sowie einer internationalen Versicherungskarte kann hierzulande jeder europaweit ein Fahrzeug kaufen und anschließend auf der eigenen Achse nach Hause fahren. Möglich macht dies die EU-Richtlinie C/68 aus dem Jahr 2007 - theoretisch.

In der Praxis sperrt sich lediglich Italien gegen diesen einfachen  Exportweg, den neben Händlern auch Privatpersonen nutzen können. Wie der ADAC mitteilt, haben die italienischen Behörden in der Vergangenheit immer wieder italienische Autos mit deutschen Kurzkennzeichen aus dem Verkehr gezogen.

Seit 11. Januar 2013 ist das Verbot amtlich

Die Begründung: In Italien sind deutsche Kurzkennzeichen, zumindest für italienische Fahrzeuge, nicht zulässig - EU hin oder her. Ein entsprechender Beschluss vom 11. Januar dieses Jahres des italienischen Ministeriums für Infrastruktur und Transport bekräftigt dies.

Wer auf italienischen Straßen mit einem zuvor in Italien zugelassenen Wagen von der Polizei erwischt wird, weil er ihn mit in Deutschland ausgestellten Kurzkennzeichen in die Heimat bringen will, muss daher mit Unannehmlichkeiten rechnen. Laut ADAC ist dann eine Geldstrafe wegen Führens eines Fahrzeugs ohne Zulassung und Fahrzeugschein zwischen 398 und 1.596 Euro fällig. Möglich macht dies der Artikel 93, Absatz 1 und 7 der italienischen Straßenverkehrsordnung (Codice della Strada).

Es drohen Geldstrafen und Verlust des Versicherungsschutzes

Die Verkehrsordnung des Landes sieht darüber hinaus eine Strafzahlung zwischen 80 und 318 Euro aufgrund fehlender italienischer Nummernschilder vor. Richtig teuer kann jedoch der damit einhergehende fehlende beziehungsweise ungültige Haftpflichtversicherungsschutz für den Halter werden. Hier verlangen die italienischen Behörden zwischen 798 und 3.194 Euro.

Kommt es dazu auf italienischem Boden zu einem Verkehrsunfall, haftet der Besitzer des neu erworbenen Gebrauchten aus Bella Italia in voller Höhe für die Schäden. Es empfiehlt sich daher, die geltenden Bestimmungen in Italien zu beachten. Soll ein Fahrzeug von dort außer Landes gebracht werden, muss dies auf direktem Weg erfolgen. Außerdem muss eine spezielle Fahrgenehmigung des italienischen Amts für Landverkehr vorliegen. Der Wagen ist zudem mit einem provisorischen italienischen Kennzeichen - dem Targa provvisoria - zu versehen.

(srh)

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