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Adventszeit: Alkohol am Steuer gefährdet KFZ Versicherungsschutz

05.12.2012 - 09:00

In der Adventszeit stehen Glühwein und Co. auch bei Autofahrern hoch im Kurs. Doch wer mit dem Auto zum Weihnachtsmarkt gefahren ist, sollte nach dem Besuch des Glühweinstandes lieber die Finger vom Lenkrad lassen und per pedes, mit dem ÖPNV oder Taxi den Heimweg antreten. Denn die heißen und zuckerhaltigen Alkoholika steigen schnell zu Kopf. Die Fahrtüchtigkeit kann schon nach einem Glas dahin sein – ebenso wie der KFZ Versicherungsschutz.

Denn wer betrunken Auto fährt, handelt grob fahrlässig. Kommt es dann zu einem Schaden, kann die KFZ Kaskoversicherung die Schadenregulierung verweigern oder die Auszahlungssumme mindern. Die KFZ Haftpflicht hat zudem die Möglichkeit, den Versicherten nach der Regulierung in Regress zu nehmen.

In vielen KFZ Versicherungsverträgen ist nämlich eine Haftung der Gesellschaft bei grober Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers explizit ausgeschlossen. Zwar kann der Kunde diese Klausel im Vertrag meist gegen Aufpreis aufheben - in aller Regel sind Fahrten unter Drogen- oder Alkoholeinfluss trotzdem noch ausgenommen.

Gerichte bestätigen Praxis der KFZ Versicherungen

Die Rechtskräftigkeit der Versicherungsbestimmungen und die damit einhergehende Weigerung der Assekuranzen, unter Alkoholeinfluss verursachte Versicherungsschäden zu übernehmen, wurde in der Vergangenheit immer wieder von deutschen Gerichten bestätigt. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22. Juni 2011 stärkte etwa die Position der Autoversicherungen.

KFZ Haftpflichtversicherung kann Alkoholsünder in Regress nehmen

Durch die obligatorische KFZ Haftpflichtversicherung greift zwar auch bei einem Versicherungsschaden unter Alkohol der sogenannte Direktanspruch. Die entstandenen Schäden Dritter muss die Gesellschaft bis zur vertraglich festgelegten Deckungssumme begleichen. Das vorgestreckte Geld kann sie sich jedoch im Anschluss vom Versicherten wiederholen. Hier hat der Gesetzgeber aber einen Maximalbetrag von 5.000 Euro festgeschrieben. Ist der angerichtete Schaden jedoch höher, bleibt die Assekuranz auf der Differenz sitzen.

KFZ Kaskoversicherung kann Schadenersatz kürzen

Im Kaskoschutz kann die Versicherung den Schadensersatz an den Versicherten – je nach Ausmaß der Fahruntüchtigkeit und den vertraglichen Bedingungen – prozentual kürzen. Grundsätzlich spricht der Gesetzgeber ab 1,1 Promille von einer „absoluten Fahruntüchtigkeit“. Ab 0,3 Promille Alkohol ist von einer „relativen Fahruntüchtigkeit“ auszugehen. Bei der Frage, wie sehr der Alkohol den Autofahrer bei der Fahrt beeinträchtigt hat, spielt neben dem Promillewert auch das Fahrverhalten eine Rolle. Hat der Autofahrer beispielsweise Fahrfehler begangen, kann es auch bei wenig Alkoholgenuss eng werden.

(srh)

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