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Urteil: Besitzer haften bei Sturz über schlafenden Hund

18.06.2013 - 08:00

Hundebesitzer haften für ihre Tiere. Dies gilt auch, wenn es sich der Vierbeiner einer Mitarbeiterin im Eingangsbereich eines Geschäfts gemütlich gemacht hat und für eine Kundin zum gefährlichen Hindernis mit Folgen wird. Zu diesem Schluss kam das Oberlandesgericht Hamm in einem unlängst veröffentlichten Urteil.

Im konkreten Fall kaufte die Klägerin in einem Geschäft ein, in dem die Beklagte als Verkäuferin angestellt war. Als sie nach dem Bezahlen den Laden verlassen wollte, übersah die Kundin den im Eingangsbereich schlafenden Schäferhund der Verkäuferin und stürzte über ihn. Der Hund war mit Zustimmung des Ladenbesitzers regelmäßig am Arbeitsplatz seines Frauchens mit dabei.

Die Klägerin verletzte sich schwer am Knie und forderte daraufhin von der Hundebesitzerin Schadensersatz in Höhe von 15.000 Euro. Die Verkäuferin war jedoch der Ansicht, dass in diesem Fall die Tierhalterhaftung nicht gelte, da die Kundin durch ihre Unaufmerksamkeit den Unfall selbst verschuldet habe.

In der Erstinstanz bekam die Hundebesitzerin Recht. Das daraufhin von der Gegenseite angerufene Oberlandesgericht Hamm beurteilte den Fall jedoch anders ─ und die Hundehalterin musste doch dafür geradestehen. Die Argumentation der Richter: Mit dem Sturz habe sich durchaus eine Tiergefahr verwirklicht, die auf dem unberechenbaren Verhalten des Schäferhundes basiere, wodurch sich die Tierhalterhaftung begründe.

Auch im Schlaf können Hunde Schäden verursachen

Daher sei es unerheblich, dass der Hund zum Zeitpunkt des Unfalls geschlafen und somit regungslos auf dem Boden gelegen habe. Ein Mitverschulden sei der Klägerin nicht anzulasten, da der Vierbeiner für sie schwer wahrnehmbar gewesen sei.

 

Demgegenüber habe die Beklagte fahrlässig gehandelt und den Sturz daher mitverschuldet, heißt es in der Urteilsbegründung weiter. Nach Meinung der Richter hätte die Verkäuferin ihren Hund aus dem Eingangsbereich wegschaffen oder die Kundin zumindest warnen müssen.

Mit der Hundehaftpflichtversicherung optimal abgesichert

Um bei diesem oder ähnlichen Schäden, die der eigene Hund anrichtet, finanziell abgesichert zu sein, empfiehlt sich der Abschluss einer leistungsstarken Hundehaftpflichtversicherung. Andernfalls können Haftpflichtschäden für Sie als Halter schlimmstenfalls existenzbedrohend werden – denn Sie haften mit Ihrem gesamten Vermögen. In manchen Bundesländern ist diese Versicherung für alle oder bestimmte Hunderassen ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.

 

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(kro)

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