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Umfrage: Satte 28 Prozent der Deutschen wurden schon von Hunden gebissen

09.10.2014 - 08:00

Medienberichten zufolge wurde rund jeder vierte Erwachsene in Deutschland in seinem Leben schon einmal von einem Hund gebissen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA hervor. An der Umfrage nahmen 2.036 Personen teil. Die Befragung zeigt auch, dass sich bereits 37 Prozent mindestens einmal über einen Hundebesitzer geärgert haben. Jeder Zweite empörte sich darüber, dass er gegen seinen Willen von einem Hund angesprungen wurde. 29 Prozent ärgerten sich schon einmal über einen Hundebesitzer, weil dieser ihre Furcht nicht ernst nahm.

Auch wenn diese Zahlen hoch erscheinen, ist daraus nicht automatisch zu schließen, dass alle Hunde gefährlich sind und das Gros der Hundehalter verantwortungslos handelt. Aus der Berichterstattung geht nämlich nicht hervor, ob der Hund nicht einen Grund hatte zuzubeißen, zum Beispiel weil er sich ernsthaft bedroht fühlte. Zudem ist zu bedenken, dass die Person, die den Hund ausführt, nicht immer der wahre Hundehalter ist. Hütet eine fremde Person den Vierbeiner, kann es durchaus sein, dass dieser nicht so gut gehorcht, wie wenn das wahre Herrchen oder Frauchen mit dem Tier Gassi geht.

Dennoch bleibt festzuhalten: Hundehalter sind dafür verantwortlich, dass ihr tierischer bester Freund niemanden belästigt oder Schaden zufügt – das gilt auch im Falle einer Fremdhütung. In Deutschland haftet jeder Tierhalter von Gesetzes wegen für Schäden, die sein Tier einer dritten Person zufügt. Um Opfern von Beißattacken einen Schadensersatz zu garantieren, haben sogar manche Landesregierungen Hundehalter allgemein dazu verpflichtet, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. In den einzelnen Hundeverordnungen der Länder sind die Rechte und Pflichten des Hundehalters geregelt.

Haftpflichtschutz für Hunde

Viele Landeshundegesetze enthalten Rasselisten sowie Kriterien, nach denen beurteilt wird, ob ein Hund als gefährlich gilt oder nicht. Gilt ein Vierbeiner als „Kampfhund“ oder wird ein Tier von den Behörden als gefährlich eingestuft, ist eine Hundehaltung nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. So muss in den meisten Fällen der Hund einen Wesenstest bestehen, der Halter einen Hundeführerschein machen und eine Haftpflichtversicherung für seinen Vierbeiner abschließen. Bisher gilt nur in Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Berlin eine allgemeine Versicherungspflicht für Hunde.

Da jedoch auch der gehorsamste und bravste Hund letztlich instinktiv handelt, ist es stets ratsam, eine Hundehaftpflicht abzuschließen, um sich gegen Schadensersatzansprüche in Millionenhöhe abzusichern. Ein Schaden ereignet sich schneller, als einem lieb sein kann. Das zeigt ein besonders kurioser Fall der Tierhalterhaftpflicht, der letztlich vor Gericht landete. So verurteilte vor einigen Jahren das Oberlandesgericht Hamm eine Hundehalterin zu Schadensersatz, weil eine Frau über deren Hund gestolpert war und sich dabei eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte.

Tipp: Beim Abschluss einer Hundehaftpflicht sollten Sie unbedingt auf die Ausschlüsse achten. So gibt es beispielsweise Policen, bei denen der Haftpflichtschutz bei einer Fremdhütung oder der ungewollte Deckakt nicht zum Leistungsumfang gehören. Zudem gibt es Anbieter von privaten Haftpflichtversicherungen, bei denen der Haftpflichtschutz auf den Hund erweitert werden kann.

(mtr)

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