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Neue Hundeverordnung in München in Kraft

12.07.2013 - 16:00

In München gilt seit gestern eine neue Hundeverordnung. Kern der neuen Regelungen ist eine verschärfte Leinenpflicht. Von nun an müssen Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimeter in der Innenstadt (innerhalb des Altstadtrings), der Fußgängerzone, in unmittelbarer Nähe von Kinderspielplätzen, verkehrsberuhigten Bereichen, öffentlichen Verkehrsmitteln sowie auf öffentlichen Veranstaltungen, Märkten, Festen und Versammlungen im Freien angeleint werden – und zwar nicht irgendwie. Die Leine muss reißfest und nur maximal zwei Meter lang sein sowie am Geschirr oder Halsband sicher befestigt werden. Außerdem gilt diese Anleinpflicht generell für ausgewachsene Schäferhunde, Boxer, Dobermänner und Deutsche Doggen – auch wenn die Schulterhöhe weniger als 50 Zentimeter beträgt.

Für Kinderspielplätze, städtische Grünanlagen sowie das Frühlings- und Oktoberfest gilt ein absolutes Hundeverbot. Die neue Verordnung, die Medienberichten zufolge bei vielen Hundehaltern auf großen Unmut stößt, wurde laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) notwendig, weil sich Verletzungen durch Hundeattacken häuften. So habe sich im Jahr 2012 die Zahl der Vorfälle, bei denen sicherheitsrechtliche Sanktionen verhängt wurden, im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Die auch im Stadtrat anfangs umstrittenen Pläne des KVR-Chefs Wilfried Blume-Beyerle wurden letztlich ohne Gegenstimme von den Stadträten verabschiedet.

Eine Verpflichtung sämtlicher Hundehalter, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen, sieht die Verordnung nicht vor. Im Gespräch ist jedoch ein Nachlass bei der Hundesteuer, wenn eine erfolgreiche Teilnahme an einer Sachkundeprüfung nachgewiesen werden kann. Doch auch diese Eventualität kann die verärgerten Münchner Hundebesitzer nicht milde stimmen. Für sie bedeuten die neuen Leinenregeln weniger Freiheit und Mehrkosten. Zudem halten viele die 50-Zentimeter-Regel für willkürlich und absurd. Schließlich kann auch ein kleiner Hund gefährlich sein und Menschen wie andere Tiere durch einen Biss schwer verletzen.

Regeln für Hundehaltung sind Sache der Bundesländer

Die Kritik an der 50-Zentimer-Regelung teilt Blume-Beyerle. Er verweist jedoch darauf, dass diese Begriffsdefinition vom bayrischen Gesetzgeber stamme und nur auf dieser Basis eine kommunale Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit erlassen werden dürfe. Für das Halten und Führen von Hunden sind nämlich primär die Bundesländer (Hundeverordnungen der Länder) zuständig. Den Gemeinden obliegt meist lediglich die Überwachung der Regelungen und im engen Rahmen der Landesgesetzgebung eigenständig tätig zu werden.

Da der Föderalismus auch die Hundegesetzgebung umfasst, gibt es in Deutschland große Unterschiede bei den Rechten und Pflichten der Hundehaltung. So müssen beispielsweise neuerdings in Niedersachsen alle Hundebesitzer ihren Hund per Chip kennzeichnen, zentral registrieren lassen und eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen. In Bayern können die Behörden den Abschluss einer Hundehaftpflicht anordnen, wenn der Vierbeiner durch aggressives Verhalten auffällt. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen besteht keinerlei Versicherungspflicht – nicht einmal für sogenannte gefährliche Hunde. Dennoch lohnt sich der Abschluss einer Tierhalterhaftpflicht aus vielerlei Gründen.

Ist eine Hundehaftpflichtversicherung sinnvoll?

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für jeden Hundebesitzer sinnvoll. Auch wenn Sie (noch) keiner gesetzlichen Pflicht unterliegen, für Ihren Hund eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, ist es sehr ratsam, dies zu tun. Gleiches gilt, wenn Sie nur einen ganz kleinen und wirklich harmlosen Hund haben. Denn auch dieser Hund kann plötzlich loslaufen, die Straße überqueren und einen schlimmen Verkehrsunfall verursachen. Für sämtliche Schäden haftet stets der Hundehalter – auch wenn ihn keine Schuld trifft.

Eine leistungsstarke Hundehaftpflichtversicherung übernimmt Mietsach-, Vermögens-, Sach- und Personenschäden in Millionenhöhe. Einen solchen Versicherungsschutz können Sie sich gegen eine Zahlung von wenigen Euro im Monat sichern. Es gibt auch Assekuranzen, die Policen für sogenannte Kampfhunde anbieten. Sinnvoll ist es, einen Versicherungsvergleich zu machen. So sparen Sie sich in der Regel viel Zeit und Geld. Tipp: Achten Sie beim Abschluss darauf, dass die Haftpflicht auch bei Fremdhütung wirksam ist. Im Übrigen übernimmt eine Privathaftpflichtversicherung keine Schäden, die Ihr Hund verursacht hat.

(mtr)

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