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Gibt es eine Chippflicht für Hunde und sind Mikrochips gefährlich?

09.12.2013 - 10:22

Einige Hundehalter überlegen, ob sie ihr Tier durch einen Mikrochip (Transponder) auch dann kennzeichnen sollen, wenn sie gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind. Sie stellen sich die berechtigte Frage, ob eine elektronische Kennzeichnung womöglich mehr schadet als nützt beziehungsweise ob das Chippen gefährlich ist. Im Folgenden möchten wir Sie darüber aufklären, wann eine Chippflicht besteht und welche Risiken mit dem Einsetzen eines Transponders verbunden sein können. Vorab ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die nachfolgenden Informationen eine professionelle Beratung durch einen Tierarzt nicht ersetzen.

Die Kennzeichnung eines Hundes durch einen Chip hat einen großen Vorteil. Er erlaubt eine schnelle Identifizierung des Tieres. Sollte der beste tierische Freund einmal verloren gehen, lässt sich über die ausgelesenen Daten schnell und unkompliziert der Eigentümer ermitteln. Tierschutzverbände verweisen immer wieder auf diesen gravierenden Vorteil, um für ein freiwilliges Chippen zu werben. Denn in der föderalen Bundesrepublik gibt es keine allgemeine Chippflicht für Hundehalter.

Ein von der Fraktion die „Die Linke“ im Bundestag eingebrachter Gesetzesentwurf ist zum Bedauern vieler Verbände und Vereine kürzlich gescheitert. Laut Experten könnte eine bundesweit einheitliche Chip- und Registrierungspflicht auch dazu beitragen, den illegalen Welpenhandel zu bekämpfen. Einige fordern zum Schutz der Allgemeinheit sowie des Halters bezüglich Schadensersatzansprüchen eine allgemeine Pflicht zum Abschluss einer Hundehaftpflicht.

Vermeintliche Risiken durch Chippen

Das Einsetzen eines Mikrochips stellt einen medizinischen Eingriff dar. Somit lässt sich nicht leugnen, dass damit Gefahren verbunden sein können. Die Frage ist jedoch, wie groß beziehungsweise wahrscheinlich deren Eintreten ist. Die Gesundheitsrisiken sind überschaubar und äußerst gering – wie im Folgenden hoffentlich deutlich wird.

Keine Strahlung und Krebsgefahr: Der Transponder besteht aus einer Biopolymer- oder Glaskapsel, die eine kleine Spule und einen Mikrochip enthält. Das Bauteil benötigt keinerlei Stromversorgung, ist daher absolut passiv und strahlt nicht. Die Informationen des Chips werden in Sekundenbruchteilen mithilfe von Radiowellen ausgelesen. Dies ist völlig unbedenklich, da diese Wellen – anders als Handy- oder Röntgenstrahlen – nicht hochfrequent sind. Somit besteht auch keine Krebsgefahr durch Strahlung.

Chip verletzt Blutgefäße und wandert: In der Regel wird der Transponder von einem Tierarzt mit einer Kanüle in das weiche Gewebe unter dem Nackenfell oberhalb der linken Schulter eingesetzt. Die Implantierung des circa 12 mal 2 Millimeter großen Chips verursacht bei dem Tier nicht mehr Schmerzen als ein Impfvorgang. Die Gefahr besteht einzig darin, dass sich durch den Vorgang eine Entzündung bilden kann – was jedoch nichts mit dem Chip selbst  zu tun hat. Der Eingriff dauert wenige Sekunden und erfolgt ohne örtliche Betäubung. Da der Mikrochip mit dem umgebenden Gewebe verwächst, ist es kaum  möglich, dass der Chip im Körper des Tieres wandert. Kommt dies ausnahmsweise doch mal vor, ist der Chip viel zu klein, um wichtige Organe oder Blutgefäße zu schädigen. Für den Hund besteht daher kein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko.

Datenmissbrauch:  Der Chip enthält einen 15-stelligen Zifferncode. In der Regel entsprechen die ersten drei Ziffern einem Ländercode nach ISO-Standard. Daraufhin folgen eine Null und drei Zahlen, die den Herstellercode darstellen. Die übrigen Ziffern sind die Identifikationsnummer. Somit wird jedem Hund eine eindeutige Nummer zugewiesen. Mit dieser Nummer kann der Hund in einer Datenbank registriert werden.

Diese Dienstleistung wird von verschiedenen Haustierverbänden oder -vereinen angeboten. Liegt eine Chippflicht vor, müssen bestimmte Hundedaten dem Ordnungsamt mitgeteilt werden. Unbefugte können auf die Daten nicht zugreifen. Somit ist ein Datenmissbrauch schwer möglich. Eine Ortung des Hundes über den Chip ist nicht möglich.

In welchen Bundesländern besteht eine Chippflicht?

Jedes Bundesland hat eigene Landeshundegesetze. Manchmal verfügen sogar die Kommunen über eigene Hundeverordnungen. Dies führt dazu, dass die Rechte und Pflichten eines Hundehalters von seinem Wohnort abhängen. So sind beispielsweise alle Hundebesitzer in Niedersachsen verpflichtet, Hunde, die ein halbes Jahr alt sind, zu chippen und eine Hundehaftpflicht abzuschließen.

Im angrenzenden Stadtstaat Bremen wiederum gibt es keine allgemeine Chip- und Versicherungspflicht. Dort muss nur für von den Behörden als gefährlich eingestufte Vierbeiner eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen und das Tier gechippt werden. In einem Fall kommt jedoch kein Hundehalter um das Chippen herum – bei Reisen innerhalb der Europäischen Union (EU). Dann benötigt der Hund auch eine Tollwutimpfung und einen Heimtierausweis. Leistungsstarke Hundekrankenversicherungen übernehmen meistens die Kosten für Impfungen. Unter Umständen werden auch die Kosten für das Chippen übernommen. Der Heimtierausweis wird durch einen Tierarzt ausgestellt und ist normalerweise kostenlos.

(mtr)

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