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Aggressives Verhalten bei Hunden

21.05.2014 - 10:00

Immer wieder berichten die Medien von schlimmen Hundeattacken, bei denen Gegenstände oder Personen zu Schaden kamen. Nach solchen Attacken werden oft die Rufe nach strengeren Gesetzen für die Hundehaltung laut. Die Forderungen reichen meist von höheren Hundesteuern für gefährliche Hunde (Kampfhunde) bis hin zu einem kompletten Haltungsverbot bestimmter Rassen. Solche populistischen und polemischen Forderungen werden der Sache jedoch nicht gerecht und verfehlen das eigentliche Problem – die Art der Hundehaltung.

In Deutschland sind die Bundesländer für die Hundehaltung verantwortlich. Daher existieren in der Bundesrepublik auch verschiedene Hundegesetze, in denen die Rechte und Pflichten von Hundehaltern festgelegt sind. So müssen beispielsweise in manchen Ländern sämtliche Hundehalter für ihren Hund eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen und einen Sachkundenachweis erbringen. In anderen Ländern wiederum bestehen diese Pflichten nur für bestimmte Rassen oder wenn der Vierbeiner durch aggressives Verhalten auffällig wurde.

Doch wann ist ein aggressives Verhalten als begründete, natürliche Reaktion zu werten und in welchen Fällen lässt sich von einer Aggressivität sprechen, die über das natürliche Maß hinausgeht und für die Umwelt eine Gefahr darstellt? Ob die Aggressivität eines Hundes wirklich einzig an der Rassenzugehörigkeit festzumachen ist, darüber streiten die Experten. Hilfreich erscheint es zu differenzieren und zu fragen: Warum verhält sich ein Hund aggressiv? Aggressives Verhalten ist immer gradueller Natur und in manchen Fällen gibt es dafür gute Gründe – das sollte Hundefreunden und -gegnern bewusst sein.

Formen und Einflussfaktoren der Aggressivität bei Hunden

Wer einem hungrigen Hund sein Essen oder Revier streitig macht, muss damit rechnen, dass er beginnt zu knurren, die Zähne zu fletschen, zu bellen und, wenn nötig, zuzubeißen – dies gilt jedoch in der Regel für alle Hunde und nicht nur für bestimmte Hunderassen. Eine kürzlich veröffentliche britische Studie, die in verschiedenen Fachmedien rezensiert wurde, zeigt, dass es bei Hunden verschiedene Formen der Aggressivität gibt und welche Faktoren bei der Entwicklung von Aggressionen eine Rolle spielen.

Wichtigen Einfluss auf das Verhalten eines Vierbeiners haben demnach das Alter des Besitzers sowie die Erziehung und das Geschlecht des Hundes. Je älter ein Mensch ist, desto mehr Lebenserfahrung bringt er mit sich, was sich oftmals in Disziplin und Pflichtbewusstsein ausdrückt. Diese beiden Eigenschaften sind unerlässlich, wenn es um die Haltung von Hunden geht. Dennoch spricht prinzipiell nichts dagegen, dass auch Kinder und Jugendlich gute Hundebesitzer sein können. Doch geraden in solchen Fällen ist ein Wissen über das Verhalten des Tieres extrem wichtig – vor allem was Aggressionen anbelangt.

Warnsignale für aggressives Verhalten

Viele Kinder wünschen sich einen Hund als Haustier. Manche Eltern kommen diesem Wunsch nicht nach, da sie fürchten, ihr Kind könnte verletzt werden. Vorsicht ist geboten, jedoch spricht nichts gegen einen Familienhund, wenn das Tier artgerecht gehalten und erzogen werden kann. Wichtig ist jedoch, unterscheiden zu können, wo etwa die Grenze zwischen einer spielerischen und einer existenziellen Aggression liegt.

Es gibt durchaus Anzeichen bei Hunden, die signalisieren können, dass sie sich instinktiv bedroht fühlen und sich deshalb aggressiv zur Wehr setzen könnten. Bevor sich ein Hund aggressiv gebärdet, durchläuft er mehrere Aggressionsstufen und lässt dabei meist folgende Warnsignale erkennen:

  • Der Hund starrt die befremdliche Person an und nimmt eine starre Haltung ein.
  • Das Tier stellt die Nackenhaare auf und legt die Ohren zurück.
  • Der Vierbeiner fletscht die Lippen und Zähne.
  • Der Hund beginnt zu knurren, bellt und schnappt.
In solchen Fällen ist es besser, sich dem Hund nicht zu nähern und ihn, wenn möglich, zu beschwichtigen. Nicht zu vergessen: Ein gesunder und gut erzogener Hund ist normalerweise niemals grundlos aggressiv und stellt nicht per se eine Gefahr dar. Somit verhält er sich im Grunde nicht anders als jedes andere Tier – den Homo sapiens sapiens eingeschlossen.

(mtr)

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