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Hundebiss beim Tierarzt: Halter haftet auch bei Abwesenheit

24.08.2012 - 12:00

Wie aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 11.06.2012 (Aktenzeichen 20 U 38/11) hervorgeht, haftet ein Hundehalter für Schäden, die der eigene Hund beispielsweise während Aufenthalten beim Tierarzt verursacht. Er ist auch dann verantwortlich, wenn er selbst zu diesem Zeitpunkt gar nicht anwesend ist.

Wie das Versicherungsjournal berichtet, sollte ein Schäferhund in einer Tierklinik unter Vollnarkose untersucht werden. Nachdem der Rüde beim Aufwachen eine Tierärztin in den Arm gebissen hatte, hörte der Besitzer der Tierklinik ihre Schreie und kam ebenfalls in den Aufwachraum. Als er sich über den Kopf des Tieres beugte, biss der Schäferhund ihn in die Hand.

Da er aufgrund der Bissverletzung seiner Tätigkeit als Tierchirurg nicht mehr nachgehen konnte, verklagte er die Besitzerin des Schäferhundes auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Die Hundehalterin wies jede Verantwortung mit der Begründung von sich, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht anwesend gewesen sei und den Biss somit ohnehin nicht hätte verhindern können. Außerdem habe sich der Tierchirurg ─ angesichts seines zu erwartenden Fachwissens über den Umgang mit frisch aus der Narkose erwachten Tieren ─ durch sein Verhalten bewusst einem Risiko ausgesetzt.

Hundehalter haften auch bei Unfällen in ihrer Abwesenheit

Wenngleich das Gericht dem Kläger selbst eine nicht unwesentliche Mitschuld an dem Hundebiss bescheinigte, wurde seiner Klage stattgegeben. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass in der konkreten Situation eine Tiergefahr vorlag, für die die Hundebesitzerin gemäß der allgemeinen Gefährdungshaftung verantwortlich ist.

 

Laut Paragraph 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) kann ein Hundehalter grundsätzlich für alle Schäden haftbar gemacht werden, die der eigene Vierbeiner verursacht ─ und das unabhängig davon, ob ihn selbst eine Mitschuld aufgrund fahrlässigen oder vorsätzlichen Verhaltens trifft.

Dass ein Hundehalter somit in jedem Fall für entstandene Schäden haften muss, wird dadurch begründet, dass bereits der bloße Besitz eines Hundes eine gewisse Gefahr für das nähere Umfeld darstellt.

Hundehaftpflichtversicherung als wichtige Absicherung

Wie das Fallbeispiel zeigt, kann bereits ein einmaliges Fehlverhalten des geliebten Vierbeiners kostspielige Folgen für den Besitzer haben. Um in diesem oder ähnlichen Fällen Schmerzensgeldforderungen, Schadensersatzansprüche oder andere Folgekosten nicht aus eigener Tasche begleichen zu müssen, ist der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung ratsam.

 

In manchen Bundesländern, zum Beispiel Niedersachsen, besteht bereits eine generelle gesetzliche Pflicht für Hundehalter, über eine solche Versicherung zu verfügen. In Teilen Deutschlands besteht diese Versicherungspflicht nur für bestimmte, als gefährlich eingestufte Rassen. Welche Rassen als sogenannte Kampfhunde gelten, können die einzelnen Kommunen und Länder jeweils autonom festsetzen.

Laut dem Versicherungsjournal kann ein Verstoß gegen eine solche Versicherungspflicht für den Hundehalter sehr teuer werden: Er muss im Fall der Fälle nicht nur komplett selbst für den entstandenen Personen-, Sach- oder Vermögensschaden aufkommen, sondern hat unter Umständen auch mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro zu rechnen.

Selbst wenn der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung am eigenen Wohnort nicht gesetzlich verpflichtend ist, ist diese Absicherung dennoch eine Überlegung wert. Denn auch der liebste Hund hat Instinkte, die vom Menschen nicht zwingend wahrgenommen oder gar kontrolliert werden können. Fazit: Ausnahmslos jeder Hund kann folgenschwere und damit kostenintensive Schäden verursachen.

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(kro)

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