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Hessens Regierungskoalition lehnt neue Hundeverordnung ab

07.02.2013 - 12:30

Am Donnerstag ließen die hessischen Regierungsparteien (CDU/FDP) einen Gesetzesentwurf der SPD für eine neue Hundeverordnung bei der Abstimmung im Landtag scheitern. Das Gesetz sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen die rechtliche Grundlage des Hundebesitzes modernisiert werden sollte. Die Opposition und Tierschutzverbände versprechen sich von dem Gesetzentwurf nicht nur klare und allgemein verbindliche Regelungen für alle Hundeeigentümer, sondern zugleich auch eine Erhöhung der Sicherheit für Mensch und Tier.

Der tierschutzpolitische Sprecher der Tierschutzorganisatin TASSO, Mike Ruckelshaus, verweist darauf, dass die Anzahl von Beißattacken durch Hunde in letzter Zeit zugenommen hat. Er bezieht sich hierbei auf die Beißstatistik 2011. Die derzeit geltende Hundeverordnung sei daher obsolet, da sie die Sicherheit für die Bevölkerung nicht in ausreichendem Maße gewährleiste. Ein Grund dafür sei, dass das gültige Hundegesetz auf einer Rasseliste basiere. Das heißt, nur im Fall ganz bestimmter Hunderassen (Kampf- beziehungsweise Listenhunde) müssen Hundehalter im Vorfeld Sicherheitsvorkehrungen ergreifen. Laut Ruckelshaus sei es jedoch wissenschaftlich erwiesen, dass die Gefährlichkeit eines Hundes nicht von der Rassenzugehörigkeit abhängt.

Ob ein Hund für andere Tiere und Menschen gefährlich ist, hängt seiner Schilderung nach schlichtweg vom konkreten Einzelfall ab, also dem Charakter des Hundes sowie seiner Erziehung und Haltung ab. Daher befürwortet und unterstützt TASSO auch weiterhin den gescheiterten Gesetzesvorschlag der Opposition. Das Gesetz würde Schluss machen mit einer einseitigen Stigmatisierung von bestimmten Hunderassen und zu einer effektiven Gefahrenabwehr beitragen, so der Sprecher der Tierschutzorganisation weiter. Das geltende Recht wirke nicht präventiv, denn es erlaube erst dann, Maßnahmen zu ergreifen, wenn ein Hund bereits zugebissen hat. Dann ist es jedoch bereits zu spät.

Sachkundenachweis und Hundehaftpflicht sollen die Sicherheit erhöhen

Die Tierschutzexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Judith Pauly-Bender, behauptet unter Berufung auf die Beißstatistik von 2011, dass 99 Prozent der Beißunfälle hätten vermieden werden können, wenn die Hunde vorab eine entsprechende Erziehung genossen hätten. Insgesamt sind 420 Hunderassen gelistet, doch nur bei neun müssen Hundehalter einen Sachkundenachweis erbringen. Es erscheint daher wirklich als zynisch, wenn erst abgewartet wird, bis ein Nicht-Listenhund einen Menschen verletzt, um dann diesen Hund oder auch die ganze Rasse als gefährlich einzustufen.

 

Dies gilt vor allem dann, wenn die Behauptung stimmt, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt, dass nur von bestimmten Hunderassen eine wesentliche Gefahr ausgeht. Daher bezeichnete Pauly-Bender das Verhalten der CDU und FDP als unverantwortlich. Vor diesem Hintergrund erscheinen zwei Maßnahmen – die der Gesetzesvorschlag beinhaltet – als vernünftig: Die Verpflichtung, dass Hundeeigentümer einen Sachkundenachweis und eine Hundehaftpflicht vorlegen müssen.

Ein Sachkundenachweis für Hunde (Hundeführerschein) zeigt, dass der Hundebesitzer über grundlegende Kenntnisse der Tierhaltung verfügt. Die Anforderungsbedingungen für einen solchen Nachweis können die Bundesländer selbst festlegen. Eine Hundehaftpflichtversicherung soll sicherstellen, dass Unfallopfer angemessen entschädigt und Tierhalter nicht dauerhaft finanziell belastet werden. Die CDU sieht jedoch in solchen Verpflichtungen Zwangsmaßnahmen, die die Sicherheit nicht erhöhen würden und eine Belastung für jeden hessischen Hundehalter darstellen. Da eine Hundehaftpflicht jedoch einen weitreichenden Versicherungsschutz in Millionenhöhe bietet, der bereits für wenige Euro monatlich zu haben ist, lohnt es sich eine Tierhalterhaftpflicht abzuschließen – auch ohne gesetzliche Pflicht!

Abschluss einer Hundehaftpflicht ist sehr einfach und manchmal sogar Pflicht

In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen und Thüringen sind Hundehalter bereits dazu verpflichtet, für ihren Vierbeiner eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen.  Doch auch wenn keine Versicherungspflicht besteht, ergibt eine Hundehaftpflichtversicherung Sinn. Denn auch der kleinste und scheinbar ungefährlichste Hund handelt instinktiv. Reißt er sich im Straßenverkehr los und verursacht einen Personen- und Sachschaden, kann dies unter Umständen für den Halter sehr teuer werden.

 

Eine Hundehaftpflicht deckt Vermögens-, Sach- und Personenschäden in Millionenhöhe ab. Das Leistungsspektrum ist sehr vielfältig und kann ebenso wie die Deckungssumme vom Versicherungsnehmer mitgestaltet werden. Prinzipiell hängen die Leistungen jedoch vom Versicherungsanbieter ab. Wer daher eine Police abschließen möchte, sollte Hundehaftpflichtversicherungen vergleichen. Auf diese Weise finden Sie das beste Preis-Leistungsangebot und sparen in der Regel viel Geld und auch Zeit.

(mtr)

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