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Papa, kaufst du mir zu Weihnachten einen Hund?

05.12.2014 - 16:00

Viele Kinder wünschen sich irgendwann mal einen eigenen Hund. Doch gerade kurz vor Weihnachten ist dieser Wunsch besonders ausgeprägt. Eltern suchen dann oft nach Argumenten, um ihren Nachwuchs davon zu überzeugen, dass die Haltung eines Hundes praktisch nicht möglich ist. Meist lässt sich die Trauer über eine Absage mithilfe anderer Geschenke kompensieren. Viele Kinder bleiben jedoch hartnäckig und so findet sich der beste tierische Freund des Menschen im nächsten Jahr erneut auf dem Wunschzettel - was also tun? Eine Anschaffung will auf jeden Fall gut überlegt sein.

Vor und während der Adventszeit sind viele Tierschutzverbände darum bemüht, die Menschen darüber aufzuklären, was es tatsächlich bedeutet, einen Hund als Haustier zu halten. Denn leider nimmt die Zahl der ausgesetzten Tiere nach Weihnachten enorm zu. Auch die Tierheime verbuchen während des Jahreswechsels eine verstärkte Rückgabe von Haustieren, die nun doch keiner will. Jedem sollte klar sein: Es geht hier nicht um eine Autorennbahn oder einen Schlitten, den man einfach mal schnell zurückgeben kann – es geht um ein Lebewesen!

Jeder, der einen Hund als Weihnachtsgeschenk in Erwägung zieht, sollte sich die Entscheidung gründlich überlegen. Um die Haltung realistisch einschätzen zu können, haben wir für Sie eine kleine Checkliste zusammengestellt. Sie soll Ihnen dabei helfen, beurteilen zu können, ob eine artgerechte Haltung dauerhaft möglich ist. Nicht zu vergessen: Mit einer Hundehaltung gehen nicht nur ethische, sondern auch gesetzliche Pflichten (Landeshundeverordnungen) einher. So müssen Hundehalter in einigen Bundesländern eine Hundehaftpflicht für ihren Vierbeiner abschließen und eine Sachkundeprüfung bestehen.

Checkliste: Ist eine Hundehaltung realistisch?

Die folgenden Punkte sollen Ihnen zeigen, was Sie bei der Anschaffung eines Hundes beachten müssen. Gerade wenn Sie Neuland betreten, werden wichtige Aspekte gerne vernachlässigt. Die Checkliste kann Ihnen jedoch nur eine Hilfestellung bei der Bewertung leisten – die Entscheidung liegt letztlich bei Ihnen. Soll ein Hund verschenkt werden, verlangen folgende Fragen eine ehrliche Antwort:
  1. Besteht auf Seiten des Beschenkten eine nachhaltige Bereitschaft, sich um den Vierbeiner dauerhaft zu kümmern oder handelt es sich bei dem Wunsch nur um eine spontane Laune?
  2. Erlaubt das aktuelle Mietverhältnis überhaupt die Haltung von Hunden? Unter bestimmten Bedingungen können Vermieter die Haltung eines Hundes verbieten.
  3. Ist wirklich genügend Zeit vorhanden, um das Tier artgerecht zu betreuen? Abhängig von der Rasse benötigt das Tier täglich Auslauf und Beschäftigung.
  4. Können wir uns den Hund wirklich leisten? Neben den einmaligen Anschaffungskosten fallen Haltungskosten an. Die Kosten für Futter, Tierarzt, Hundesteuer, Pflege etc. werden leicht unterschätzt.
  5. Ist ausreichend Platz für das Tier vorhanden? Die Haltung eines Hundes in einer Stadtwohnung ist durchaus möglich, jedoch spielen auch hier Größe und Rasse des Hundes eine Rolle.
  6. Ist die Betreuung während eines Urlaubs oder bei Krankheit gesichert?
  7. Ändern sich vielleicht in absehbarer Zeit die Lebensumstände, sodass eine artgerechte Betreuung nicht gewährleistet werden kann? Beispielsweise könnte ein Umzug oder ein Arbeitsplatzwechsel eine Haltung unmöglich machen.
  8. Ist jemand aus der Familie gegen Hundehaare allergisch? Das kann und sollte im Vorfeld medizinisch geklärt werden.
  9.  Ist wirklich jedes Familienmitglied mit der Anschaffung des Hundes einverstanden? Es bringt niemandem etwas, wenn ein Tier zu Unstimmigkeiten innerhalb der Familie führt.
  10. Notfall: Was passiert mit dem Tier, wenn trotz aller Bemühungen eine Haltung fehlschlägt?
Wenn Sie tatsächlich auf alle Fragen eine ehrliche und nachhaltige Antwort haben, steht einem Hund als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk eigentlich nichts im Weg. Im Grunde gilt das auch für andere Haustiere. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Haltungskosten bezahlbar sind, genügend Platz und Zeit zur Verfügung stehen und das Tier das bekommt, was sich auch jedes menschliche Familienmitglied wünscht – Geborgenheit und Zuneigung!

Wichtig: Laut Experten eignet sich prinzipiell jede Hunderasse für Familien mit Kindern. Kein Haushund ist von Natur aus gefährlich – es komme einzig auf die Haltung und Erziehung an!

(mtr)

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