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Gemeinde stuft Hund nach Beißunfall als gefährlich ein

26.01.2013 - 18:00

Im Oktober 2012 kam es in Wasserlisch, einer Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg, zu einem schlimmen Beißunfall mit tödlichem Ausgang. Beim Gassi gehen lief ein nicht angeleinter Hund völlig unvermittelt auf die einjährige Hündin Amy zu und verbiss sich in ihr. Der Besitzer des angreifenden Hundes konnte seinen Vierbeiner nur mit großer Mühe von dem Opfer losreißen. Die Beißattacken waren so heftig, dass Amy noch am selben Tag in einer Tierklinik ihren Verletzungen erlag.

Aufgrund dieses tragischen Vorfalls erließ die Verbandsgemeinde Konz eine Verfügung und stufte den Hund, gemäß dem rheinland-pfälzischen Landesgesetz über gefährliche Hunde (LHundG), als gefährlich ein. Gegen diese Einstufung und die damit verbundenen Zwangsmaßnahmen erhob der Hundebesitzer Widerspruch vor dem  zuständigen Verwaltungsgericht Trier. Am Mittwoch wurde das Urteil gesprochen.

Das Gericht bestätigte darin die Vorgehensweise der Behörde, da der „freilaufende Hund einen anderen Hund unvermittelt angegriffen und sich in ihm verbissen hat“. Zudem konnte der Hundeeigentümer seinen Hund nur unter „großer Kraftanstrengung“ bändigen. Somit muss dieser diverse Maßnahmen ergreifen, wenn er sein Tier behalten möchte. Der Hund muss unter anderem mit einem elektronischen Chip gekennzeichnet werden und im öffentlichen Raum stets angeleint sein sowie einen Maulkorb tragen.

Zudem muss der Hundehalter einen Sachkundenachweis erbringen und eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen. Letztere ist in vielen Bundesländern allgemein gesetzlich vorgeschrieben. Die Gesetzespflicht soll sicherstellen, dass Opfer angemessen entschädigt und Hundebesitzer finanziell entlastet werden. Denn Personen- und Sachschäden können sehr teuer, in schlimmen Fällen ruinös sein.

Hundehaftpflichtversicherungen: Versicherungspflicht ist Ländersache

Die Gefahrenabwehr in der Bundesrepublik Deutschland obliegt den einzelnen Bundesländern - sie entscheiden, wie sie die Tier- beziehungsweise Hundehaltung gestalten. Daher gibt es unterschiedliche Gesetze und nicht in jedem Land ist ein Hundehalter verpflichtet, eine Tierhaftpflichtversicherung abzuschließen. Bisher gilt nur in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen und Thüringen eine allgemeine Versicherungspflicht.

In vielen anderen Bundesländern muss nur für sogenannte Listen- und Kampfhunde eine Police abgeschlossen werden. Oder eben, wenn sich – wie in Rheinland-Pfalz – ein gefährlicher Vorfall ereignet hat. Ganz gleich, ob Sie als Hundehalter einer Versicherungspflicht unterliegen oder nicht  – eine Hundehalterhaftpflicht lohnt sich, da sie eine Vielzahl an Schadensrisiken abdeckt. Zudem gilt der Versicherungsschutz auch für Fremde, die mit dem Hunde unentgeltlich spazieren gehen.

Wichtig: Personen, die nicht die gesetzmäßigen Auflagen erfüllen, sind weder befugt, den als gefährlich eingestuften Hund zu halten, noch ihn zu führen. Welche Rassen das betrifft, ist dem jeweiligen Landeshundegesetz zu entnehmen.

Hundehaftpflicht auch für Listen- und Kampfhunde

Im Prinzip kann für jede Hunderasse eine Hundehaftpflicht abgeschlossen werden – manchmal ist dies auch ein Muss. Es gibt jedoch Versicherer, die bestimmte Rassen nicht versichern und zwar solche, die als gefährlich gelten. Die Bundesländer oder Kommunen haben oftmals Listen, in denen gefährliche Hunderassen aufgeführt sind. Daher spricht man oft nicht nur von Kampf- sondern auch von Listenhunden. Die Versicherer haben eigene Listen und es gibt auch Assekuranzen, die Kampfhunde versichern.

Wer einen gefährlichen Hund hat, sollte daher Versicherungen vergleichen, um eine passende Police zu finden und Geld zu sparen. Denn in der Regel muss man für einen Kampfhund eine höhere Versicherungsprämie bezahlen, da für solche Vierbeiner das Versicherungsrisiko statistisch gesehen größer ist. Ein Hundehaftpflicht Vergleich hilft Hundehaltern dabei, eine leistungsstarke und günstige Versicherung zu finden.

(mt)

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