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Autounfall: Vermeintliche Hundehalterin begeht Unfallflucht

24.01.2014 - 08:00

Vielen Hundehaltern ist inzwischen bekannt, dass einige Landeshundeverordnungen eine Leinen- und Versicherungspflicht vorschreiben. Diese beiden gesetzlichen Hundehalterpflichten dienen primär dem Schutz der Allgemeinheit. Denn letztlich handelt ein Hund instinktiv und kann so für Menschen und Tiere gefährlich sein. Eine Hundehaftpflichtversicherung trägt jedoch nicht nur Sorge dafür, dass Unfallopfer eine Entschädigung erhalten, sondern schützt den Hundehalter vor oftmals ruinösen Schadensersatzansprüchen. Immer wieder kommt es vor, dass ein Hund plötzlich über die Fahrbahn läuft und einen Verkehrsunfall verursacht – so geschehen auch vor kurzem im niedersächsischen Duderstadt.

Gemäß eines Berichts der Polizeidirektion Göttingen lief am vergangenen Freitagvormittag ein großer brauner Hund vom Fußweg auf die Straße und kollidierte mit einem Auto. Der Versuch der 35-jährigen Fahrerin, den Zusammenstoß durch eine scharfe Bremsung zu verhindern, war vergebens. Dennoch verhinderte die Bremsung scheinbar Schlimmeres. Nach dem Zusammenstoß lief der Vierbeiner einfach davon. Die mutmaßliche Besitzerin rannte schnell hinterher, ohne sich um den Unfallschaden zu kümmern.

Dies könnte für die vermeintliche Hundehalterin nun ein böses Nachspiel haben, denn jeder, der mit seinem Verhalten zur Verursachung eines Unfalls beigetragen hat, ist ein Unfallbeteiligter und Unfallflucht ist eine Straftat. Die Flucht ist umso verwunderlicher, da Niedersachsen zu den fünf Bundesländern gehört, deren Landeshundegesetz eine allgemeine Versicherungspflicht für Hundebesitzer beinhaltet. Somit würde sie als verantwortungsbewusste Hundehalterin durch die Hundehaftpflicht Versicherungsschutz genießen und müsste Schadensersatzansprüche nicht fürchten – auch wenn diese in die Millionen gehen und nicht wie im vorliegenden Schadensfall „nur“ 800 Euro betragen würden.

Hundehaftpflicht in Niedersachsen

Das Niedersächsische Gesetz über das Halten von Hunden enthält genaue Kriterien, die eine Hundehaftpflichtversicherung erfüllen muss. So muss die Versicherungssumme für Sachschäden mindestens 250.000 Euro und für Personenschäden mindestens 500.000 Euro betragen. In der Regel deckt eine Hundehalterhaftpflicht Vermögens-, Sach- und Personenschäden mindestens bis zu einer Million Euro ab. Sollte sich herausstellen, dass die Frau die Halterin des Hundes gewesen ist und keine Hundehaftpflicht abgeschlossen hat, ist das in mehreren Hinsichten äußerst ärgerlich und teuer.

In welchem Verhältnis die Frau zu dem Hund auch gestanden haben mag, durch ihre Flucht hat sie nicht nur potentiell eine Straftat begangen, sondern auch – wenn vorhanden – ihren Versicherungsschutz aufs Spiel gesetzt. Sollte sich zudem herausstellen, dass sie die kommunale Leinenpflicht missachtet hat, drohen zusätzlicher Ärger und ein Bußgeld. Sollte die verantwortliche Hundehüterin nicht über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, um gegebenenfalls unberechtigte Ansprüche gerichtlich abzuwehren, würde in solchen Fällen ebenfalls die Hundehaftpflicht einspringen.

Hinweis: Selbst wenn die flüchtende Frau nicht die Besitzerin des Hundes war, wäre es in jeder Hinsicht besser gewesen, nicht zu flüchten, denn eine leistungsstarke Tierhalterhaftpflicht deckt auch Schäden bei Fremdhütung ab.

(mtr)

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