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Die beliebtesten Souvenirs aus Hotels und was erlaubt ist

09.05.2016 - 09:00

Im Urlaub ist alles anders, das gilt offenbar auch für das Unrechtbewusstsein und die Schamgrenze vieler sonst unbescholtener Bürger. Als Andenken an die schöne Zeit im Urlaub entwenden viele Gäste so ziemlich alles aus dem Hotelzimmer, was nicht niet- und nagelfest ist. Wir haben für Sie mal zusammengetragen, was davon erlaubt ist oder toleriert wird, welches die liebsten Souvenirs aus Hotelzimmern sind und was die Kuriosesten „Mitbringsel“ waren.

Die üblichen Verdächtigen

Hotelbadezimmer
Streng genommen dürften Gäste nicht mal die angebrochenen Shampoo- und Duschbad-Flaschen mitnehmen. Bei "Verbrauchsgegenständen" haben die Hotels in der Regel jedoch nichts dagegen.
Als ewige Klassiker und Topfavoriten unter den Hotelmitbringseln sind Hygieneartikel wie Shampoo oder Nagelfeilen sowie Hausschlappen, Handtücher und Bademäntel. Auch vom Hotel gestellte Schreibblöcke und Stifte werden gerne am Ende des Aufenthalts mitgenommen. Zudem scheinen Kleiderbügel bei Hotelgästen Mangelware zu sein, denn statistisch packt beinahe jeder zweite Hotelgast offenbar seine Hemden inklusive Bügel in den Koffer. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Batterien, manche nehmen gleich die ganze Fernbedienung mit. Doch es geht noch deutlich dreister, wie die Aussagen von (anonym geständigen) Reisenden und Hoteliers belegen.

So packen manche Übernachtungsgäste Föhne, Kissen, ganze Decken oder Wandgemälde in den Koffer. Andere bekommen im Hotelrestaurant lange Finger und packen Besteck, Gläser und Geschirr ein. Auch vor Kaffeemaschinen, Telefonen und Lampen machen die diebischen Hotelgäste nicht halt. Einige schrecken nicht davor zurück, ganze Einrichtungsgegenstände zu klauen, die sie teilweise sogar mit Werkzeug abmontieren müssen. Beispiele sind etwa Steh- und Wandlampen, Fernseher oder Matratzen. In einigen Hotels wurden sogar Wasserhähne, Duschschläuche oder die Toilettensitze entwendet.

Kurioseste Souvenirs: Der Gast eines französischen Hotels wurde dabei ertappt, wie er versuchte einen ausgestopften Wildschweinkopf von der Wand zu schrauben, in Italien meldete eine Luxus-Unterkunft ein Klavier als vermisst und aus dem hauseigenen Fitnessstudio eines Hotels in Deutschland nahmen sich die sportlichen Gäste gleich vier 40-Kilo-Hanteln als Andenken mit nach Hause.

Was ist erlaubt?

Kaum zu glauben, oft stecken Gäste Kopfkissen oder Geschirr ein. Die lassen sich die Hotels im Nachhinein aber auch vom Gast bezahlen.
Prinzipiell gehört alles, was Sie beim Betreten des Hotelzimmers vorfinden auch dem Haus und darf nicht entwendet werden und gilt andernfalls als Diebstahl. Das gilt streng genommen auch für jede Seife, Shampooflasche oder Einweg-Pantoffeln, selbst wenn diese ganz offensichtlich nach dem Auschecken im Müll landen. Bei diesen Gebrauchsprodukten, wozu manche Hotels auch Briefpapier und Kugelschreiber zählen, drücken die meisten Betreiber jedoch beide Augen zu. Bei allem anderen könnte der Betreiber Sie bei der Polizei anzeigen, meist bleibt es jedoch bei einer zusätzlichen Position auf der Rechnung.

Wer muss wann wie haften?

Warum die meisten Hotels davon absehen, die Behörden einzuschalten oder gar beim Diebstahl von hochwertigen Bademänteln diese nicht mal in Rechnung stellen hat zwei Gründe. Erstens, möchte das Hotel prinzipiell, dass Gäste wieder kommen. Da lohnt es sich rein rechnerisch, auf die Kosten für ein unerlaubt entwendetes Handtuch zu verzichten. Doch in der Masse kann selbst das kleinere Hotels in Not bringen. In einigen Ländern stellen die Unterkünfte fehlende Zimmerausstattung gar den Reinigungskräften in Rechnung. Dies sollten viele „Andenken-Jäger“ beim nächsten Hotelbesuch bedenken.

Zweitens strengen die Unterkünfte nur äußerst selten eine polizeiliche Strafverfolgung an, da fast immer die Beweislage sehr schwierig ist. Gerade in Hotels mit großem Spa-Bereich ist häufig nicht klar, wer sein Handtuch nun mit nach Hause genommen hat oder wer es einfach nur am Pool oder in der Sauna vergessen hat. Zudem lassen viele Gäste beim Auschecken die Zimmertür offen stehen. So könnte theoretisch jeder Dinge aus dem Zimmer entwenden, dem eigentlichen Gast lässt sich dies also nur schwer nachweisen und ein unschuldiger Gast soll natürlich nicht des Diebstahls bezichtigt werden.

Fragen kostet nichts

Frühstückstisch im Hotel
Ihnen gefällt irgendetwas im Hotel? Auf Nachfrage sind viele Dinge käuflich. Manchmal wird die ehrliche Art auch belohnt, zum Beispiel mit kostenloser Marmelade. Foto: H. Zehden
Sollte Ihnen ein Bild, der Bademantel oder das Handtuch mit Hotel-Monogramm ans Herz gewachsen sein, fragen Sie im Zweifel einfach nach, ob Sie den Gegenstand käuflich erwerben könnten. Die meisten Hotels nennen Ihnen dann einen Preis oder verzichten gar auf den Gegenwert, allein weil der Gast so freundlich nachgefragt hat. Andere bieten Badetücher oder Morgenmäntel im hauseigenen Shop an, in Boutiquehotels steht in der Regel die gesamte Einrichtung zum Verkauf.

Ehrlichkeit zahlt sich aus

Ein kleines Beispiel aus persönlicher Erfahrung: Statt jeden Tag ein Gläschen der unheimlich leckeren Orangenmarmelade am Frühstückstisch in der Tasche verschwinden zu lassen, fragte ich an der Rezeption eines Hotels an der Algarve, ob und wo ich diese erwerben könnte. Da sie vom Hotelkoch selbst gemacht wurde, konnte mir der Rezeptionist zunächst nicht weiter helfen. Wenig Später klopfte jedoch ein Concierge an meiner Zimmertür und überreichte mir mit Empfehlung aus der Küche drei Gläser des leckeren Brotaufstrichs inklusive des dazugehörigen Rezepts. Ehrlichkeit währt also doch immer am längsten.
 

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