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Einbruchdiebstahl oder nicht - Hausratversicherung muss nur teilweise zahlen

20.03.2014 - 08:00

Zweifelt ein Hausratversicherer an einem gemeldeten Einbruchdiebstahl, kann er die Leistung verweigern. Das gilt jedoch nur für das nicht plausibel belegbare Diebesgut, nicht aber für die offensichtlich beschädigte Eingangstür. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichen Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg hervor.

Im verhandelten Fall wurden einem Ehepaar laut eigenen Angaben bei einem Einbruch in ihre Wohnung wertvoller Schmuck, Münzen sowie 4.550 Euro Bargeld gestohlen. Die Geldscheine hätten in einem Umschlag auf dem Küchentisch gelegen, um damit später im Reisebüro eine gebuchte Reise zu bezahlen, begründete das Paar den offen herumliegenden hohen Geldbetrag.

Diese Aussage erschien sowohl der Hausratversicherung als auch dem Gericht suspekt, da in ihren Augen bei einer solchen Summe eine Überweisung sowohl einfacher als auch üblicher gewesen wäre. Zudem konnten die Eheleute auch nicht – etwa durch Rechnungen oder Fotos – nachweisen, dass die angeblich verschwundenen Gegenstände im Gesamtwert von knapp 20.000 Euro überhaupt existierten. Aus diesem Grund, befand das in der Sache angerufene Gericht, müsse die Hausratversicherung der beiden für den Verlust auch nicht haften.

Laut dem polizeilichen Ermittlungsbericht waren aber nachweislich mehrere Schränke in der Wohnung der Versicherten durchwühlt worden. Auch die Wohnungstür war aufgebrochen und massiv beschäftigt worden. Diesen Schaden in Höhe von rund 1.850 Euro musste die Versicherungsgesellschaft dem Pärchen durchaus ersetzen. Denn nach Ansicht der Naumburger Richter weist eine eingeschlagene Wohnungstür zumindest auf einen Einbruchsversuch hin und fällt somit in die Leistungspflicht einer Hausratversicherung.

(kro)

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