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Umzugshilfe unter Freunden: Wer muss zahlen, wenn etwas zu Bruch geht?

30.07.2013 - 10:00

Bei einem Umzug wird jede helfende Hand gebraucht - für viele Menschen ist es da selbstverständlich, guten Bekannten und Freunden unter die Arme zu greifen. Doch was passiert, wenn der fleißige Helfer versehentlich einen Karton mit zerbrechlichem Inhalt fallen lässt oder mit einem antiken Möbelstück unsanft an der rauen Wand entlang schrammt? Wer haftet dann für den entstandenen Schaden?

In Deutschland ziehen jährlich knapp über 8,4 Millionen Personen um. Gerade in Wohngemeinschaften sind Ein- oder Auszüge an der Tagesordnung: Die schwangere Mitbewohnerin verlässt die WG und bezieht mit ihrem Partner ein eigenes „Nest“, dafür zieht ein Abiturient aus einer anderen Stadt für das Studium in die Wohngemeinschaft ein.

Bei der WG-Suche kann das Internet hilfreich sein – üblicherweise kostenlos können auf speziellen WG-Portalen freie Zimmer eingestellt und eingesehen werden. Hat der Suchende das passende WG-Zimmer gefunden und das Mitbewohner-„Casting“ für sich entschieden, muss nur noch der Umzug organisiert werden.

Hilfsbereitschaft unter Freunden ist Ehrensache

Gerade bei einem Umzug aus einem oder in ein WG-Zimmer gibt es meist nicht übermäßig viel zu transportieren. Ein paar nette Freunde, die mit anpacken, sind da schnell zusammengetrommelt. Beschädigt einer davon während des Umzuges das Hab und Gut, ist von einem sogenannten Gefälligkeitsschaden die Rede – das heißt, der Schaden ist entstanden, während man jemand anderem unentgeltlich einen Gefallen getan hat.

 

Beispiele dafür wären, dass ein befreundeter Umzugshelfer auf der Treppe stolpert und zusammen mit dem neuen Laptop hinfällt oder dass ihm der teure Flatscreen-Fernseher beim Tragen aus den Händen rutscht.

Bei einem Gefälligkeitsschaden besteht keine gesetzliche Haftungspflicht

Bei Gefälligkeitsschäden ist der Schadensverursacher nicht gesetzlich zur Haftung verpflichtet – und seine Haftpflichtversicherung zahlt keinen Cent! Der Geschädigte geht also grundsätzlich leer aus – es sei denn, der Verantwortliche zahlt den Schaden freiwillig aus der eigenen Tasche.

 

Tipp: Um eine gute Freundschaft nicht durch Haftungsfragen beim Umzug aufs Spiel zu setzen, sollte das Thema vorab geklärt werden. Hierfür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder beide Parteien vereinbaren eine schriftliche Haftungsfreistellung des Helfers. Dafür reicht ein formloses Schriftstück mit entsprechendem Wortlaut aus.

Die zweite Möglichkeit wäre, dass der bereitwillige Umzugshelfer seine Privathaftpflichtversicherung dahingehend überprüft, ob auch Gefälligkeitsschäden vom Versicherungsumfang abgedeckt sind. Unter Umständen kann der Versicherungsvertrag auch entsprechend angepasst werden.

Umzugsunternehmen müssen grundsätzlich für Schäden haften

Wer hingegen ein Umzugsunternehmen engagiert, ist üblicherweise auf der sicheren Seite. Denn bei Schäden im Rahmen des Umzugs haftet grundsätzlich die Spedition. Allerdings kann diese Haftungspflicht an bestimmte Bedingungen geknüpft sein - zum Beispiel daran, dass die beauftragte Firma die Kartons selbst verpackt hat. Zudem schließen Umzugsunternehmen mitunter Schäden an Pflanzen und Elektrogeräten von der Haftung aus. Daher ist es wichtig, die Vertragsbedingungen vorab gründlich zu prüfen.

 

Tipp: Bei der Ankunft in der neuen Bleibe sollte der Auftraggeber sofort nachschauen, ob das Umzugsgut unversehrt ist. Offensichtliche Schäden müssen noch am selben Tag gemeldet werden. Für sogenannte verdeckte Schäden – das heißt die Verpackung ist intakt, aber der Inhalt beschädigt – ist eine Reklamationspflicht innerhalb von zehn Tagen üblich.

(kro)

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