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Haftpflichtversicherung: Kinder bei Unfall auf der Skipiste teilweise nicht haftbar

01.02.2011 - 12:20

Gerade in den anstehenden Winterferien nutzen etliche Familien die Zeit für einen gemeinsamen Skiurlaub. Doch wer kommt für den Schaden auf, wenn  Kinder auf der Piste einen Unfall fabriziert? Gerade bei einem folgenreichen Zusammenstoß mit kleinen Kindern bleibt der Geschädigte oft auf dem entstandenen Schaden sitzen – sofern die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben.

Prinzipiell haben die Aufsichtspersonen – dies kann neben den Eltern auch beispielsweise der Skilehrer sein – dafür Sorge zu tragen, dass Kinder keine Schäden auf der Skipiste verursachen. Doch gerade bei Kindern passieren schnell Unfälle, ohne dass die Aufsichtspflicht verletzt wurde. Unter Umständen mit doppelt schlechtem Ausgang für den Geschädigten. Denn Kinder unter sieben Jahren können vom Gesetz her nicht für einen Schaden haftbar gemacht werden, sofern die Aufsichtspflicht nicht verletzt wurde – das heißt, dass auch die Haftpflichtversicherung der Eltern den Schaden nicht reguliert.

Haftpflichtversicherung: Kinder können ab sieben Jahren haftbar gemacht werden

Sollte das Kind jedoch nicht ausreichend beaufsichtigt worden sein, kann der Geschädigte unter Umständen auch Schadenersatz verlangen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn das Kind unbeaufsichtigt auf der Piste unterwegs war. Aus diesem Grund sollten kleine Wintersportler keinesfalls aus den Augen verloren werden. Zusätzlich empfiehlt sich ein Skikurs für Anfänger, um den eigenen Nachwuchs angemessen auf die Anforderungen einer Abfahrt vorzubereiten. Die gewählte Strecke sollte außerdem stets an die Fahrkünste der Kinder angepasst werden.

Die rechtliche Situation ändert sich jedoch bei Kindern zwischen sieben und 17 Jahren. Ob Minderjährige dieses Alters bei Unfällen auf der Piste haften, ist maßgeblich von deren persönlicher Reife und Ski-Erfahrung abhängig. Sollte sich ein junger Skifahrer beispielsweise darüber im Klaren sein, dass er an schwer einzusehenden Stellen vorsichtig fahren muss, dann kann er auch für einen Schaden haftbar gemacht werden. Jedoch richtet sich die endgültige Entscheidung nach dem Einzelfall.

Zusatzbaustein in der Haftpflichtversicherung zahlt für Kinder unter sieben Jahren

Im der Regel würde bei solchen Fällen die Haftpflichtversicherung der Eltern für den entstandenen Schaden aufkommen, da die Privathaftpflicht für die gesamte Familie gilt. Selbst bereits volljährige Kinder sind noch über die Haftpflichtversicherung ihrer Eltern geschützt, sofern sie unverheiratet sind und aktuell eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Zum Teil bieten einige Assekuranzen einen Zusatz in der Haftpflichtversicherung an, welche auch dann den Schaden übernimmt, wenn eigentlich niemand haftbar gemacht werden kann – wie etwa ordnungsgemäß beaufsichtigte Kinder unter sieben Jahren.

(tei)

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