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Verlust der Girocard: Kuno-Sperrung nicht vergessen

14.08.2014 - 11:05

Es kann so schnell passieren: Das Portemonnaie wird gestohlen, die Handtasche liegengelassen oder die Girocard im Automaten vergessen. Obwohl der Schock in solchen Momenten erst einmal groß ist, lassen die meisten Menschen ihre Karte geistesgegenwärtig sofort sperren. Krise abgewendet – oder etwa doch nicht?

Kartenzahlung: Die wenigsten Einzelhändler kontrollieren die Unterschrift des Kunden.
Nicht ganz – denn der Anruf bei der Sperrhotline sichert Karteninhaber nicht zu hundert Prozent gegen finanzielle Schäden ab. Tatsächlich ist die Girocard nur gesperrt, wenn Unbefugte versuchen, mit der Karte und der zugehörigen Geheimnummer Bargeld abzuheben.

Das Problem ist allerdings, dass das elektronische Lastschriftverfahren mit Unterschrift weiterhin funktioniert. Das bedeutet, dass die vermeintlich gesperrte Karte auch weiterhin für Einkäufe im Einzelhandel genutzt werden kann. Dafür muss der Betrüger lediglich die Unterschrift des Karteninhabers auf dem Kassenbon fälschen.

Da die wenigsten Verkäufer die Signatur genau kontrollieren und nur ein verschwindend geringer Anteil nach dem Personalausweis fragt, haben Kriminelle oft leichtes Spiel. 16.434 Menschen wurden 2013 Opfer eines derartigen Betrugsfalls.

Kuno-Sperrung: Schutz vor unbefugtem Karteneinsatz im Handel

Um sich zu schützen, sollten Verbraucher im Falle eines Girokarten-Verlusts eine sogenannte „Kuno“-Sperrung vornehmen. Kuno steht für „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“ – die Maßnahme wurde 2006 bundesweit eingeführt. Im Rahmen der Sperrung vermerkt die Polizei die Girocard bei der zentralen Meldestelle des Handels. Das hat zur Folge, dass Einzelhändler bei der Prüfung der Karte einen Warnhinweis erhalten, wenn Unberechtigte versuchen, damit zu bezahlen.

Das sind die Nachteile der Kuno-Sperrung

Leider kann die Kuno-Sperrung nur persönlich bei der Polizei durchgeführt werden – eine Sperrung per Telefon ist nicht möglich. Bis der Karteninhaber den Verlust bemerkt und das Polizeirevier aufgesucht hat, vergehen in der Regel einige Stunden. In dieser Zeit können Kriminelle mit der Girocard bereits erheblichen finanziellen Schaden angerichtet haben.

Um die Girocard dauerhaft sperren zu lassen, benötigt der Karteninhaber außerdem die Kartenfolgenummer – andernfalls hält die Sperrung lediglich zehn Tage an. In diesem Fall können Verbraucher die Kartenfolgenummer bei ihrer Bank einholen und die Information auf der Homepage des Kuno-Sperrdienstes nachreichen.

(fr)

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