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Schon wieder im Minus? So wappnen Sie sich gegen die Dispo-Falle

02.12.2013 - 16:36

Schon seit geraumer Zeit fordern Verbraucherschützer eine gesetzliche Deckelung der Dispozinsen. Sie werfen den Banken vor, sich an den teilweise horrenden Zinssätzen auf Kosten ihrer Kunden zu bereichern - und das, obwohl sie sich angesichts des historisch niedrigen Leitzinses derzeit extrem günstig refinanzieren können. Auch Verbraucher, die ihren Dispokredit regelmäßig ausreizen, hofften lange auf eine gesetzliche Obergrenze - denn die Dispozinsen können enorm zu Buche schlagen und die ohnehin schon schwierige finanzielle Lage vieler Kontoinhaber noch weiter verschlimmern.

Doch diese Hoffnungen sind nun vorläufig geplatzt: Denn Union und SPD haben in ihren Koalitionsverhandlungen beschlossen, die Zinsen auf den Dispokredit in Zukunft nicht gesetzlich zu begrenzen. Stattdessen einigten sich die Parteien auf mehr Transparenz und Warnhinweise – was in der Praxis jedoch höchstwahrscheinlich nicht ausreichen wird. Wer nicht Monat für Monat hohe Zinsen zahlen will, sollte die Nutzung des Dispokredits deshalb nach Möglichkeit vermeiden. Im Alltag ist dies jedoch oft leichter gesagt als getan. Trotzdem können es Verbraucher mit einigen einfachen Tipps schaffen, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen.

1. Flüssig bleiben: Wappnen Sie sich gegen finanzielle Engpässe!

Ein Autounfall, der kaputte Kühlschrank oder ein teurer Zahnarztbesuch: Immer wieder kommt es vor, dass Verbraucher im Alltag mit unerwarteten – und vor allem hohen – Ausgaben konfrontiert werden. Wer für solche Fälle kein finanzielles Polster angespart hat, rutscht schnell um mehrere hundert Euro in den Dispo. Das kann insbesondere dann teuer werden, wenn es einige Monate dauert, bis das Konto wieder ausgeglichen ist.

Besser ist es deshalb, jeden Monat einen kleinen Betrag für finanzielle Engpässe auf ein Tagesgeldkonto zu legen. Wer über einen Zeitraum von einem Jahr monatlich 50 Euro zurücklegt, baut immerhin ein Finanzpolster von 600 Euro auf. Dazu kommt, dass das Tagesgeldkonto verzinst ist. Anstatt durch teure Dispozinsen Geld zu verlieren, macht der Sparer also Gewinn – oder gleicht zumindest die Inflation aus.

2. Den Überblick behalten: Führen Sie ein Haushaltsbuch!

Ein Haushaltsbuch kann helfen, monatliche Ausgaben im Blick zu behalten.
Wer nicht mehr ausgibt, als er zur Verfügung hat, verschuldet sich nicht. Was sich in der Theorie so einfach anhört, ist in der Praxis ein hartes Stück Arbeit. Viele Schuldnerberater empfehlen ihren Kunden deshalb, zur besseren Übersicht ein Haushaltsbuch zu führen. Denn im Prinzip funktioniert ein Haushalt wie ein kleines Unternehmen: Es gilt, bestehende Werte zu schützen sowie Vermögen zu erhalten und zu vermehren – auch dann, wenn es einmal nicht nach Plan läuft.

Im Haushaltsbuch werden sämtliche monatliche Ausgaben den Einnahmen gegenübergestellt. Im Idealfall überwiegen die Einnahmen – sodass am Ende des Monats ein Plus als finanzielle Polster bleibt. Ist dies nicht der Fall, sollten die monatlichen Ausgaben auf Einsparpotenzial untersucht werden. Sind es beispielsweise regelmäßige Restaurantbesuche oder der tägliche Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, die besonders zu Buche schlagen? Oder besteht vielleicht seit längerer Zeit eine teure Mitgliedschaft im Fitnessstudio, die gar nicht oder kaum genutzt wird? Wer einmal schwarz auf weiß vor sich sieht, wie viel Geld er im Monat tatsächlich gedankenlos ausgibt, findet häufig eine Möglichkeit, bestimmte Ausgaben einzuschränken.

Fertige Haushaltsbücher gibt es im Schreibwarenladen, bei den Sparkassen und Banken sowie bei den Verbraucherzentralen und Schuldnerberatungsstellen. Wer seine Einnahmen und Ausgaben lieber elektronisch erfassen möchte, kann aus einem riesigen Angebot an softwarebasierten Programmen, Onlineangeboten oder Apps für das Smartphone wählen, die zum großen Teil auch kostenlos erhältlich sind.

3. Vorsicht vor bösen Überraschungen: Teilen Sie Rechnungsbeträge auf!

Verbraucher sollten unbedingt darauf achten, vierteljährliche oder jährliche Rechnungen – wie die Haftpflicht- oder Autoversicherung – im Blick zu behalten. Auch hier lohnt es sich, rechtzeitig vorzusorgen. Am besten gelingt dies, indem sämtliche Versicherungsbeiträge auf jährliche Zahlungen umgestellt werden. Die Gesamtsumme wird dann auf zwölf Raten verteilt und der entsprechende Betrag jeweils zum Monatsanfang auf dem Tagesgeldkonto angespart. Wird eine Versicherung fällig, kann die Summe vom Tagesgeld- auf das Girokonto überwiesen und pünktlich bezahlt werden. Auf diese Weise sparen Verbraucher nicht nur hohe Kosten für Mahnungen und Dispozinsen – das angesparte Kapital wird zudem verzinst. Dazu kommt, dass viele Versicherungen die jährliche Beitragszahlung günstiger anbieten als die monatliche oder vierteljährliche.

4. Doch einmal ins Minus gerutscht? Achten Sie auf günstige Dispozinsen!

Last but not least, sollten Verbraucher bereits bei der Wahl des Girokontos darauf achten, dass es sich um ein Angebot mit günstigen Dispozinsen handelt. Denn trotz aller guten Vorsätze kann es natürlich immer wieder passieren, dass der Dispokredit in Anspruch genommen werden muss. Während einige Banken günstige Dispozinsen von deutlich unter zehn Prozent anbieten, können die Zinssätze anderer Anbieter zum Teil um die 14 Prozent betragen. Ein gravierender Unterschied – insbesondere dann, wenn es sich um größere Kreditsummen handelt.

(fr)

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