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Valentinstag: mit einem Gemeinschaftskonto in die gemeinsame Zukunft

12.02.2014 - 16:00

Am 14. Februar ist Valentinstag. Blumen, Liebesbeweise, romantische Abendessen - damit verbinden die meisten Menschen dieses Datum. Mit einem Gemeinschaftskonto hingegen nicht unbedingt. Allerdings ist dieses Thema gerade für Paare, die über eine gemeinsame Zukunft nachdenken, durchaus von Interesse. Denn ein Girokonto, das als Gemeinschaftskonto geführt wird, bietet viele Vorteile. Gleichzeitig sollten vor der Eröffnung jedoch einige Aspekte beachtet werden.

Der Valentinstag kann von Paaren als Anlass genommen werden, um über ein Gemeinschaftskonto nachzudenken.
Gemeinschaftskonten sind unter Paaren sehr verbreitet und weisen gerade im Falle einer gemeinsamen Haushaltsführung eine Vielzahl von Vorzügen auf. So kann beispielsweise die Abwicklung von Ausgaben für Miete, Versicherungen oder Einkäufe mit einem entsprechenden Konto erheblich erleichtert werden. Dabei muss ein Paar nicht verheiratet sein, um ein Gemeinschaftskonto eröffnen zu können. Zudem kann ein solches Konto bei vielen Banken auch von mehr als zwei Personen geführt werden.

Grundsätzlich ist zwischen bei Gemeinschaftskonten zwischen zwei Modellen zu unterscheiden: dem Und- sowie dem Oder-Konto. Im Falle des Und-Kontos sind die Kontoinhaber ausschließlich gemeinsam verfügungsberechtigt: Bankgeschäfte können nur durchgeführt werden, wenn alle Verfügungsberechtigten ihre Zustimmung geben. Damit wird ausgeschlossen, dass einer der Kontoinhaber eigenmächtig Transaktionen durchführt.

Das Oder-Konto zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass jeder Kontoinhaber dazu befugt ist, eigenmächtig über das Konto zu verfügen. Dies bedeutet beispielsweise, dass alle Inhaber selbständig Überweisungen tätigen oder Daueraufträge einrichten können. Üblicherweise besitzt dabei jede Person eine eigene EC-Karte beziehungsweise Kreditkarte. Allerdings gibt es auch Einschränkungen: So sind die Kündigung des Kontos, die Aufnahme eines Kredits sowie die Erteilung einer Kontovollmacht an eine dritte Person nur durch die Zustimmung aller Kontoinhaber möglich.

Vorsicht bei größeren Einzahlungen auf ein Oder-Konto

Darüber hinaus ist im Falle größerer Einzahlungen auf ein Oder-Konto durch einen der Inhaber Vorsicht geboten, da hierbei die Schenkungssteuer fällig werden kann. Dies hat den Hintergrund, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass das Guthaben automatisch allen Inhabern zusteht. Es gibt jedoch Freibeträge: Während bei Ehepaaren Einzahlungen von 500.000 Euro pro Person über einen Zeitraum von zehn Jahren steuerfrei vorgenommen werden können, beläuft sich diese Summe bei nicht verheirateten Kontoinhabern auf 20.000 Euro. Auf darüber hinausgehende Beträge wird jeweils die Schenkungssteuer fällig.

Ein weiterer Punkt, in dem sich die beiden Modelle unterscheiden, ist eine mögliche Pfändung des Kontos. So können auf ein Oder-Konto alle Inhaber selbständig zugreifen – sie haften allerdings auch gesamtschuldnerisch. Dies bedeutet: Sofern eine Pfändung gegen einen Kontoinhaber vorliegt, kann das gesamte vorhandene Kapital gepfändet werden.

Inwiefern ist die Pfändung eines Und-Kontos möglich?

Anders beim Und-Konto: Damit ein solches Konto gepfändet werden kann, muss gegen jeden Inhaber ein entsprechender Beschluss vorliegen. Ist dies nicht der Fall, darf zumindest der Kontoinhaber, der durch einen Beschluss betroffen ist, nicht mehr über das Konto verfügen. Da allerdings nur gemeinschaftliche Verfügungen möglich sind, kann faktisch nicht mehr auf das Konto zugegriffen werden.

Entscheidend ist in diesem Fall das bestehende Rechtsverhältnis zwischen den Kontoinhabern – konkret: ob eine Bruchteilsgemeinschaft besteht oder nicht. Im Falle einer solchen Gemeinschaft haben mehrere Personen einen quotenmäßigen Anteil an einer Sache. Übertragen auf ein Gemeinschaftskonto bedeutet dies: Können die Inhaber nachweisen, dass eine sogenannte Bruchteilsgemeinschaft besteht, wird nur der Anteil des Betroffenen gepfändet. Sofern ein entsprechender Nachweis nicht geführt werden kann, kann das gesamte Guthaben gepfändet werden.

Viele Paare führen ein Gemeinschaftskonto als drittes Konto. Die Kontoinhaber verfügen in diesem Fall über eigene Konten und nutzen das Gemeinschaftskonto ausschließlich für gemeinsame Ausgaben.

(bb)

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