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Was ist der Unterschied zwischen einer Girocard und einer Kreditkarte?

21.01.2015 - 16:00

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ne Gedichtsanalyse schreiben. In vier Sprachen“ – diesen Text twitterte die 17-jähige Schülerin Naina Mitte der letzten Woche. Ihr Beitrag hat eine Diskussion über das fehlende Finanzwissen bei Schülern in Deutschland entfacht. Wie sicher sind Sie in Finanzfragen? Wissen Sie, was BIC und IBAN sind? Kennen Sie den Unterschied zwischen einer EC- und einer Kreditkarte? Bei uns finden Sie die Antworten.

Ausgelöst durch den Twitter-Post der jungen Kölnerin wird derzeit hitzig darüber diskutiert, wer daran Schuld ist, dass junge Menschen in Deutschland scheinbar wenig Ahnung davon haben, wie man Überweisungen tätigt oder eine Steuererklärung ausfüllt. Dass es um das Finanzwissen der Deutschen nicht gut bestellt ist, ist allerdings keine bahnbrechende Neuigkeit.

Deutsche verfügen über die geringste Finanzbildung in Europa

35 Millionen Deutsche haben sich im Jahr 2013 als finanzielle Analphabeten geoutet.
53 Prozent der erwachsenen Deutschen haben einer 2013 von der ING-DiBa veröffentlichten repräsentativen Studie zugegeben, dass sie keine Finanzbildung haben − mehr als in jedem anderen Land Europas. Das bedeutet, dass etwa 35 Millionen Bundesbürger sich selbst als finanzielle Analphabeten geoutet haben.

Damit dies nicht so bleiben möge, forderten damals 78 Prozent der Deutschen, dass Finanzbildung in der Schule vermittelt werden sollte. Denn nur 18 Prozent von ihnen haben diese dort auch bekommen. 40 Millionen Menschen – bzw. 60 Prozent der Deutschen – haben demnach gegen ihren Willen keine Finanzbildung in der Schule erhalten.

Des Weiteren kam diese Studie, für die das IPSOS Marktforschungsinstitut im Auftrag der ING-DiBa Befragungen in zwölf europäischen Ländern durchgeführt hatte, zu der interessanten Erkenntnis, dass vor allem Südeuropäer den Frauen erheblich mehr Finanzkompetenz als Männern zusprechen. Jedoch werden in allen europäischen Ländern Männer in Finanzfragen als weniger kompetent angesehen als Frauen. Die geringsten Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden in Deutschland und seinen Nachbarländern beobachtet – jedoch haben Frauen auch hier einen Kompetenzvorsprung.

Verbessern Sie ihr Finanzwissen – mit CHECK24

Sind Sie der Meinung, dass ihr Wissen rund ums Thema Finanzen ruhig etwas profunder sein könnte? Dann geht es Ihnen wie einigen Schülern, die kürzlich von Spiegel Online gefragt wurden, was sie in der Schule vermissen. Neben Unterstützung bei der Berufsfindung und Zwischenmenschlichem fühlen sich viele in Finanzfragen unsicher. Die 17-jährige Paula aus Hamburg zum Beispiel weiß nicht, was der Unterschied zwischen einer EC- und einer Kreditkarte ist.

Ich habe keinen blassen Schimmer davon, wie man seine Finanzen alleine regelt. Neulich hat meine Mutter mir den Unterschied zwischen einer EC-Karte und einer Visa-Karte erklärt. Verstanden hab ich es immer noch nicht richtig.“, beklagt sich Paula.

Für alle, denen es ähnlich ergeht, haben wir den Unterschied leicht verständlich erklärt:

Die Girocard – früher hat man sie EC-Karte genannt – ist eine Debitkarte. Das ist ein Fachbegriff für eine Kreditkartenart. Das Wort Kreditkarte kann als Oberbegriff für alle vier Kreditkartenarten (Revolving-, Charge-, Debit- und Prepaid-Kreditkarte) gebraucht werden. Wenn es sich aber bei der EC-Karte auch um eine Kreditkarte handelt, wie unterscheidet man sie dann?

Besitzt man eine „echte Kreditkarte“, also eine Revolving Card, nimmt man für alle Anschaffungen, die man mit ihr bezahlt, einen Kredit auf. Für die Inanspruchnahme des Kredits über den Abrechnungszeitraum der Karte hinaus werden Zinsen fällig. Bei revolvierenden Kreditkarten sind die Kreditzinsen in der Regel deutlich höher als bei einem Ratenkredit*. Das ist einer der Gründe, wieso Verbraucherschützer vor echten Kreditkarten warnen.

CHECK24 erklärt den Unterschied zwischen EC- und Kreditkarte.

Ein anderer ist dieser: Bei echten Kreditkarten haben deren Besitzer die Möglichkeit, die Teilzahlungsfunktion zu nutzen, wenn sie nicht den Gesamtsaldo am Ende des Abrechnungszeitraums (meistens ein Monat) begleichen wollen. In diesem Fall nehmen sie den Kredit in Anspruch und geben an, wie viel sie abzahlen wollen. Die Restschuld wird in den nächsten Monat mitgenommen und erneut verzinst. Wenn man im Folgemonat nochmals mit Kreditkarte zahlt, kommen diese Beträge zu der Restschuld vom Vormonat hinzu und die Kreditsumme vergrößert sich.

Verbraucherschützer sehen hier einen kritischen Punkt. Denn gerade Menschen, die keinen guten Überblick über ihre Finanzen haben, kann das System der Teilzahlungsfunktion überfordern. Sie sehen hier Gefahrenpotenzial, um in die Schuldenfalle zu tappen.

Ein weiteres Argument der Verbraucherschützer ist, dass nicht nur der niedrigere Zinssatz ein Vorteil des Ratenkredits gegenüber der echten Kreditkarte ist, sondern auch, dass der Kredit in geregelten monatlichen Zinsen zurückgezahlt werden kann.

Debitkarten unterscheiden sich von den echten Kreditkarten durch die Art der Abrechnung. Man bekommt sie im Normalfall immer dann, wenn man ein Konto eröffnet. Bei der Debitkarte handelt es sich demnach um die klassische EC-Karte bzw. Girocard. Wie mit allen anderen Kreditkartenarten kann auch mit der Girocard bargeldlos bezahlt werden oder an Geldautomaten Bargeld abgehoben werden. Egal, wofür die Karte verwendet wird – das dafür benötigte Geld wird sofort nach der Transaktion vom Konto abgezogen. Das ist der wesentliche Unterschied zur revolvierenden Kreditkarte.

Gibt man mehr Geld aus, als sich auf dem Girokonto befindet, gewährt die Bank – je nach Bonität des Kunden – in der Regel einen Dispositionskredit, kurz: Dispo. Für das Überziehen des Girokontos zahlt der Kunde ebenfalls Zinsen. Sie werden umgangssprachlich Dispozinsen genannt. Über ihre Höhe sollte man sich unbedingt vor Abschluss des Kontos informieren. Hierbei hilft Ihnen unser Girokontovergleich. Er zeigt die Höhe der Dispozinsen von über 168 Konten in Sekundenschnelle an.

*Bei einem Ratenkredit borgt man sich eine gewisse Summe von der Bank und zahlt diese, plus die anfallenden Zinsen, in Raten zurück.

Was sind IBAN und BIC? – Kennen Sie die Antwort?

Katharina aus Ladenburg, eine ebenfalls vom Spiegel Online befragte Schülerin, erzählt:

Wegen eines Fahrtkostenzuschusses für unsere Studienreise nach Berlin haben wir von unserem Lehrer nach der Reise etwas Geld zurückbekommen. Dafür gab uns unser Lehrer einen Überweisungsträger. Fast zeitgleich kam die Frage auf, wie man diesen ausfüllt. In diesem Moment waren wir alle etwas schockiert: Was sind IBAN und BIC? Und wie funktioniert Online-Banking? Das wissen die wenigsten von uns.

Hier die CHECK24-Erklärung:

Die IBAN ist eine internationale Bankkontonummer. Sie wird sowohl für im Inland getätigte als auch für grenzüberschreitende Überweisungen herangezogen. In Deutschland weist die IBAN 22 Stellen auf. Sie beginnt mit dem Ländercode „DE“ gefolgt von einer zweistelligen Prüfziffer, der Bankleitzahl und der bisherigen nationalen Kontonummer. Die eigene IBAN kann man sowohl auf den Kontoauszügen als auch auf der Girocard und im Onlinebanking finden.

Der BIC („Bank Identifier Code“) hingegen ist eine international standardisierte Bankleitzahl. Jede Bank hat einen eigenen BIC, mit dem man sie weltweit identifizieren kann. Bankkunden benötigen ihn derzeit in der Regel nur für grenzüberschreitende Überweisungen, ab 2016 soll er nur noch für außereuropäische Transaktionen notwendig sein. Den BIC kann man an denselben Stellen vorfinden wie die IBAN.

(lsc)

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