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Stiftung Warentest: Verbraucher zahlen zu hohe Zinsen beim Dispokredit

22.09.2011 - 12:13

Über zu hohe Dispozinsen ärgern sich die meisten Verbraucher früher oder später. Dass dieser Ärger durchaus begründet ist, zeigt sich jetzt wieder durch eine Studie der Stiftung Warentest. Sie hat den Dispositionskredit von 1.600 Kreditinstituten unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die Zinsen hier nach wie vor zu hoch sind.

Im Durchschnitt werden für einen Dispokredit 12,4 Prozent an Zinsen fällig. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert daher, dass die Banken sich an ihren Kunden unangemessen bereichern würden. Zum Vergleich: Leiht sich eine Bank von einer anderen Geld, dann zahlt sie dafür weniger als zwei Prozent. Seit der Finanzkrise haben sich die Dispozinsen für die Banken zu einer lukrativen Einnahmequelle entwickelt, so vzbv-Finanzexpertin Christina Buchmüller. Gerade bei kleineren Volks- und Raiffeisenbanken auf dem Land würden der Studie zufolge besonders hohe Zinsen für die Kontoüberziehung fällig. Hier gibt es für Verbraucher nur wenig Alternativen. Doch auch Großbanken langen mit bis zu 14,7 Prozent kräftig hin.

Umschuldung erschwert

Aus Sicht der Banken ist der hohe Dispokredit allerdings gerechtfertigt, denn schließlich werde er nur über einen kurzen Zeitraum in Anspruch genommen. Gerät ein Kunde langfristig ins Minus, oder häufen sich die Kontoüberziehungen, dann empfiehlt sich die Umschuldung auf einen Ratenkredit. Doch oft stellen sich die Kreditinstitute quer, wenn ein teurer Dispo in einen günstigeren Ratenkredit umgeschuldet werden soll - insbesondere bei Verbrauchern, die den Dispokredit regelmäßig nutzen. Laut Stiftung Warentest wurden 70 Prozent der entsprechenden Anfragen entweder ignoriert oder abgelehnt.

Durch den Dispo in die Schuldenfalle

In Schuldnerberatungsstellen sind über 90 Prozent der Hilfesuchenden Dauernutzer und überziehen ihr Konto für zwölf Monate und länger. Bei nicht Wenigen beträgt die Schuldensumme über 3000 Euro. Bei Zinsen, die nicht selten bei zwölf Prozent und mehr liegen, fällt ein Kontoausgleich schwer. Aus diesem Grund fordert Buchmüller einen Zinsdeckeldeckel und schlägt den gesetzlich geregelten Basiszinssatz von 0,4 Prozent vor - allerdings mit einem Spielraum von fünf Prozentpunkten nach oben. Dadurch hätten die Banken allerdings weitaus geringere Einnahmen mit dem Dispozins. Mit jedem Prozentpunkt, den die Dispozinsen sinken würden, könnten Bankkunden laut vzbv im Jahr an die 400 Millionen Euro einsparen.

(sr)

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