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Stiftung Warentest: Mehr Transparenz bei Dispozinsen!

26.09.2014 - 15:00

Einige Banken hüten die Höhe ihrer Dispozinsen wie ein Staatsgeheimnis. Auf diesen Umstand machte die Stiftung Warentest in einer Mitte September veröffentlichten Studie aufmerksam. Die mangelnde Transparenz ist alarmierend und alles andere als im Sinne der Kunden!

Die vor kurzem veröffentlichte Dispozins-Studie der Stiftung Warentest hat viel mediales Interesse hervorgerufen. Im Zentrum der Berichterstattung stand die Haupterkenntnis der Studie: Dispozinsen sind in Deutschland immer noch zu teuer! Nur am Rande erwähnt wurde jedoch, wie schwer es den Verbraucherschützern teilweise gefallen ist, Auskünfte hinsichtlich der Höhe der Dispozinsen zu erhalten.

Banken sind zu Preisaushängen verpflichtet!

Wie hoch sind meine Dispozinsen? Nicht immer ist diese Frage für Kunden leicht zu beantworten.
Im Juni 2014 hat die Stiftung Warentest 1.504 Geldinstitute, darunter sowohl überregionale Großbanken als auch kleine Genossenschaftsbanken gebeten, zwei Fragen zu beantworten. Es wurde nach der Höhe der Dispozinsen und den Regeln, wie diese erhöht beziehungsweise gesenkt werden, gefragt.

Nur 435 Banken haben darauf reagiert und geantwortet.  Im Folgemonat August recherchierten die Verbraucherschützer im Internet, um die fehlenden Daten von immerhin mehr als 1.000 Banken zu eruieren. Die Suche gestaltete sich zwar manchmal schwierig, aber immerhin konnten auf diese Art und Weise Zinssätze für Dispokredite von 551 Geldhäusern ermittelt werden.

Zu 518 Banken wurden Testkunden gesandt, die sich vor Ort nach den Zinssätzen erkundigen sollten. In vielen Filialen waren keine Preisaushänge angebracht, obwohl Geldinstitute dazu verpflichtet sind. Auf Nachfrage erhielten die Testkunden zum Teil abenteuerliche Antworten ohne Informationswert. Bei drei Banken konnte gar keine relevanten Daten erhoben werden.

Die Stiftung Warentest kommentierte das unseriöse Vorgehen mancher Kreditinstitute mit dem Hinweis, dass es in vielen Fällen teure Banken seien, die den Zinssatz verschweigen. Das habe mittlerweile Tradition.

Der Kunde ist kein Bittsteller!

Dass einige Banken in Deutschland die Höhe ihrer Dispo-Zinssätze nicht offen kommunizieren, ist sehr ärgerlich. Auch Verbraucherschutzminister Heiko Maas verurteilt, dass Kunden der Zugang zu wesentlichen Informationen erschwert wird. Schon im Februar dieses Jahres betonte er, dass die Höhe der Dispozinsen auch im Internet vergleichbar sein sollte.

Doch falls und bis diese Empfehlung zu einer gesetzlichen Notwendigkeit wird, sind die Verbraucher selbst gefragt. Kunden sollten vor dem Abschluss eines Girokontos unbedingt alle wichtigen Informationen über das Konto einholen. Dazu zählen die Höhe der Dispo- und Überziehungszinsen, die Kontoführungs- und Kartengebühren sowie Details über die Kosten des Bargeldabhebens mit EC-Karte etc. Ein Girokonto-Vergleich liefert all diese Daten binnen weniger Sekunden und erleichtert somit den Vergleichsprozess um ein Vielfaches.

Der Druck ist groß – die Dispozinsen fallen

Seit Veröffentlichung der Studie ist das Thema Dispozinsen wieder in aller Munde. Sehr zum Wohle der Kunden, denn viele Banken reagieren auf den entstandenen Druck und senken die Zinsen. In den vergangenen Tagen und Wochen kam es bei einigen Banken zu Konditionsanpassungen. Unter anderem senkten die Comdirect, die Commerzbank und die Deutsche Bank ihre Dispo- und Überziehungszinsen. Die neuen Zinssätze sind in dieser tabellarischen Übersicht dargestellt:
GeldinstitutDispozins p.a.Überziehungszins p.a.
 Comdirect8,95 % 13,45 %
 Commerzbank 11,25 % 16,75 %
 Deutsche Bank 11,70 %15,70 %
(lsc)

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