0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Noch kein Frieden am Geldautomat: Sparkasse senkt Gebühren nicht

03.02.2011 - 19:24

Es ist ein leidiges Thema, dass deutsche Banken und ihre Kunden schon seit längerem beschäftigt: Die oftmals saftigen Gebühren beim Abheben an fremden Geldautomaten. Eigentlich sollten die Kosten dafür bereits drastisch gesenkt worden sein. Trotzdem zahlt man bei manchen Kreditinstituten noch stolze zehn Euro beim Abheben.

Zwei Wochen nach der Umstellung an deutschen Bankautomaten kann man eine erste Zwischenbilanz ziehen. Dem Verbraucher wird direkt angezeigt, was er für das Abheben bei Fremdbanken zahlen muss. Die Gebühren sind allgemein gesunken – liegen aber vereinzelt noch ziemlich hoch. Der Verbraucherzentrale- Bundesverband kritisiert, dass ein angemessenes Niveau noch weit entfernt sei. Zwei Euro als Maximum seien vertretbar angesichts der Tatsache, dass einer Bank pro Abhebung nur etwa 30 bis 70 Cent an Kosten entstehen. Laut einer Umfrage des Online-Verbraucherportals biallo.de, an der 262 deutsche Sparkassen und Banken teilgenommen haben, muss man fürs Geldabheben an fremden Automaten jetzt im Schnitt 3,93 Euro bezahlen. Vor der Umstellung waren es noch ungefähr 1,70 Euro mehr.

Weiterhin hohe Gebühren

Die Sparkasse führt die Liste der Geldinstitute mit Spitzengebühren an. Hier muss man mit etwa 4,40 Euro fürs Geldabheben rechnen. Ein extremes Beispiel: Bei der Sparkasse Anhalt-Bitterfeld muss der Verbraucher stolze zehn Euro fürs Geldabheben berappen und mit immerhin 7,50 Euro langen die Sparkasse Holstein und die Sparkasse Altmarkt West in Sachsen Anhalt zu, wenn man bei ihnen als Fremdkunde Geld abhebt. Billiger ist es bei den Genossenschaftsbanken. Hier zahlt man durchschnittlich 2,90 Euro. Besonders günstig ist dabei die PSD Bank in Niederbayern/Oberpfalz mit einer Gebühr von 1,89 Euro. Damit unterschreitet sie sogar noch den Einheitssatz in Höhe von 1,95 Euro, auf welchen sich die Privatbanken geeinigt haben – u.a. die Commerzbank, die Postbank, die Deutsche Bank und die HVB.

Gebühren nicht mehr von Banken abgefangen

Die Umstellung kam nicht freiwillig: Das Kartellamt sowie die Politik zwangen die Banken zu einer Neuregelung, nachdem ein deutlicher Gebührenanstieg erfolgt war. Bankfremde Kunden mussten bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen nicht selten zwischen fünf und zwanzig Euro berappen, um an Bargeld zu kommen. Allerdings war dies zu Zeiten, als es das sogenannte Interbanken-Entgelt noch gab. Dabei wurde die Gebühr erst einmal an die Bank des Verbrauchers übermittelt, und von dieser dann an den Kunden weitergegeben. Bei Beträgen von z.B. fünf Euro erfolgte dabei eine Deckelung und das Kreditinstitut übernahm alles, was darüber hinausging, selbst. Am 15. Januar wurde dieses Interbanken-Entgelt nun im Zuge der Neuregelung abgeschafft. Von jetzt an stellt die Bank dem Kunden sämtliche Gebühren direkt in Rechnung. Dabei ist klar ersichtlich, wieviel die Transaktion kostet. Man kann also den Abhebevorgang abbrechen, wenn die Gebühren zu hoch sind. Verbraucherschützer kritisieren aber, dass es bei einigen Banken erforderlich sei, zunächst die Karte mit PIN-Nummer und der gewünschten Summe einzugeben. Besser wäre es, wenn die Summe direkt angezeigt werden würde, sobald man die Karte einsteckt.

Regionale Unterschiede

Es wird erwartet, dass die Preise weiterhin sinken werden. Da es ab sofort für den Verbraucher viel leichter ist, die Gebühren zu vergleichen, werden Kreditinstitute in Regionen mit hohem Wettbewerb dem Druck wohl nachgeben. Gebiete mit einer geringeren Bankendichte, bzw. einem dominanten Kreditinstitut werden vermutlich auch weiterhin hohe Gebühren erheben können. Beim Kartellamt heißt es daher, man werde in der nächsten Zeit ein wachsames Auge auf die Situation haben, um die Preisentwicklung zu verfolgen.

(sr)

Weitere Artikel: