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SEPA-Umstellung: Was tun bei Fehl- und Doppelbuchungen?

25.02.2014 - 16:00

Obwohl die ursprünglich für den 1. Februar 2014 geplante SEPA-Umstellung um sechs Monate nach hinten verschoben wurde, haben viele Unternehmen und Vereine bereits auf das neue Zahlungssystem umgestellt. Ein allzu großes Chaos blieb bisher aus - dennoch kommt es derzeit immer wieder zu doppelten Abbuchungen, Fehlbuchungen oder zu vorzeitigen Einzügen von Kreditraten. Was können Verbraucher in so einem Fall tun?

Dass Transaktionen durch den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr (SEPA) Transaktionen nicht nur schneller, sondern in einigen Fällen sogar zu schnell über die Bühne gehen, mussten die Kunden der ING-DiBa im Dezember schmerzlich erfahren: Der Einzugstag für ihre Kreditraten fiel auf ein Wochenende. Doch während der Posten in einem solchen Fall üblicherweise am Montag eingezogen wurde, erfolgte die Abbuchung bereits am Freitag. Viele Kunden bekamen erst einmal einen Schreck, da sie von einer Doppelbuchung ausgingen. Ein Sprecher der ING-DiBa betonte jedoch, dass die Raten nur einmal eingezogen wurden und den Verbrauchern kein finanzieller Schaden entstand.

Die Single Euro Payments Area (SEPA) soll den europäischen Zahlungsverkehr erleichtern.
Dennoch sollten Banken in den ersten Monaten nach dem ursprünglich geplanten sowie dem neuen Umstellungstermin am 1. August 2014 besondere Vorsicht walten lassen. Kontoauszüge sollten regelmäßig auf Unregelmäßigkeiten überprüft und mit den Daten aus den Vormonaten verglichen werden. Verbraucherzentralen warnen, dass sich durch das neue System häufiger als üblich Fehler einschleichen können.

Wenn unerwartete oder falsche Posten vom Girokonto abgebucht werden, sollte zuerst die Bank informiert werden. Handelt es sich um einen Systemfehler vonseiten des Instituts, kann die Abbuchung unmittelbar wieder zurückgenommen werden. Sascha Straub, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bayern, rät Verbrauchern allerdings, den Fehler nicht nur telefonisch zu melden, sondern sicherheitshalber noch eine E-Mail zu schicken. Im Zweifelsfall habe der Bankkunde dann etwas Schriftliches in der Hand.

So sollten Bankkunden im Falle einer Fehlbuchung vorgehen

Liegt der Fehler nicht bei der Bank, gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen kann der Kunde seine Bank dazu auffordern, das Geld zurückzubuchen. Eine Alternative wäre, den Auftraggeber zu kontaktieren und ihn zu bitten, den Fehler selbst zu korrigieren. Bei bekannten Kontakten, wie beispielsweise dem Vermieter oder dem Sportstudio, sei dies die bessere Alternative, so Straub. Kenne man den Auftraggeber dagegen nicht, solle man die Transaktion sofort rückgängig machen lassen.

Sollten Rückbuchungskosten oder Kosten für mögliche Überziehungszinsen entstehen, haftet derjenige, der die falsche Abbuchung verursacht hat. Das kann also entweder die Bank oder der Auftraggeber der Lastschrift sein. Die Haftungspflicht besteht auch dann, wenn das Girokonto des Kunden überzogen wurde, und andere Lastschriften infolgedessen nicht eingelöst werden konnten. Straub rät Bankkunden, darauf zu achten, welche Lastschriften in der nächsten Zeit anstehen. Diese werden im Onlinebanking oftmals einige Tage vor der eigentlichen Abbuchung angezeigt. Für Verbraucher besteht also die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen, bevor das Geld abgebucht wird.

Diese Widerspruchsfristen gelten bei fehlerhaften Abbuchungen

Grundsätzlich haben Bankkunden acht Wochen Zeit, um gegen eine fehlerhafte Abbuchung Einspruch einzulegen. Bei einer ungenehmigten Lastschrift verlängert sich diese Frist sogar auf 13 Monate. Fällt die Fehlbuchung allerdings zugunsten des Bankkunden aus, hat dieser dennoch keinerlei Recht auf das Geld. Obwohl der Verbraucher nicht verpflichtet ist, seine Bank zu informieren, sollte er es dennoch tun. Denn wenn das Geld erst ausgegeben ist, droht eine zivilrechtliche Klage wegen unrechtmäßiger Bereicherung.

(fr)

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