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Achtung SEPA-Umstellung! So funktioniert das neue Lastschriftverfahren

21.01.2014 - 20:00

IBAN die Schreckliche, SEPA-Chaos, Zahlungsunterbrechungen - die Negativschlagzeilen zum Thema SEPA-Umstellung scheinen einfach nicht abzureißen. Dabei reicht es eigentlich völlig aus, sich im Vorfeld einmal gründlich zu informieren, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Eine der Änderungen, die SEPA mit sich bringt, sind zwei neue Lastschriftverfahren, die die bisherige Einzugsermächtigung ablösen werden: Die SEPA-Basislastschrift (SEPA Core Direct Debit) und die SEPA-Firmenlastschrift (SEPA Business to Business Direct Debit). Letztere ist ausschließlich für den Zahlungsverkehr mit Geschäftskunden vorgesehen ist.

Beide Lastschriftverfahren werden seit November 2009 angeboten. Das bedeutet, dass grenzüberschreitende Lastschriften bereits seit mehr als vier Jahren möglich sind. Ab Februar 2014 kommen die SEPA-Lastschriften nun auch für Zahlungen in Deutschland zum Einsatz. Dementsprechend wird in Zukunft auch für Lastschriften die IBAN (International Bank Account Number) anstatt der nationalen Kontonummer benötigt.

SEPA-Lastschrift: Hier wird Verbraucherschutz großgeschrieben

Mit der SEPA-Umstellung sollen die Rechte der Verbraucher bei Lastschriften in der Euro-Zone gestärkt werden: Anders als bisher müssen die Banken ihren Kunden in Zukunft ermöglichen, die Einlösung von Lastschriften beispielsweise auf bestimmte Zahlungsempfänger einzuschränken oder einen Maximalbetrag anzugeben.

Zudem muss der Zahler dem Zahlungsempfänger ein Mandat erteilen, damit dieser eine rechtlich gültige SEPA-Lastschrift ausführen kann. Das Mandat umfasst zum einen die Zustimmung des Zahlers zum Einzug des Geldes per SEPA-Lastschrift an den Zahlungsempfänger. Zum anderen wird der Bank ein Auftrag zur Einlösung der Zahlung erteilt. Die Mandatstexte für die SEPA-Mandate (SEPA-Lastschriftmandat und SEPA-Firmenlastschriftmandat) werden jeweils von derjenigen Bank herausgegeben, bei der das Konto geführt wird.

Bestehende Einzugsermächtigungen, die schriftlich erteilt wurden, sind von den Änderungen allerdings nicht betroffen und werden automatisch in SEPA-Lastschriften umgewandelt. Anders sieht es dagegen bei Einzugsermächtigungen aus, die online oder telefonisch erteilt wurden: Hier muss der Empfänger ein neues, schriftliches SEPA-Mandat einholen.

Bankkunden können ihr Girokonto zusätzlich schützen

Die SEPA-Umstellung soll den europäischen Zahlungsverkehr erleichtern.
Für SEPA-Basislastschriften, bei denen ein gültiges Mandat vorliegt, gilt außerdem: Bis zu acht Wochen nach dem Belastungstag ist eine Rückgabe ohne Angabe von Gründen möglich. Verbraucher können den belasteten Betrag folglich innerhalb von zwei Monaten von ihrer Bank zurückfordern. Die Frist verlängert sich auf 13 Monate, wenn das unterschriebene Mandat fehlt und somit keine offizielle Autorisierung erfolgt ist.

SEPA-Lastschriften verfügen über ein festgelegtes Fälligkeitsdatum, an dem die Belastung des Kontos erfolgt. Der Zahler muss vom Zahlungsempfänger (Lastschrifteinreicher) mindestens 14 Tage vor der Abbuchung per Brief, E-Mail oder SMS über diesen Termin informiert werden. Für Verbraucher hat das den Vorteil, dass sie für den Fälligkeitstag eine ausreichende Deckung ihres Girokontos sicherstellen können. Von dieser Regelung ausgenommen sind lediglich regelmäßige SEPA-Lastschriften in gleicher Betragshöhe.

SEPA-Lastschriften können nur von Lastschrifteinreichern (Zahlungsempfängern) in Auftrag gegeben werden, die über eine sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer verfügen. Dabei handelt es sich um eine individuelle Kennung zur Identifizierung von Gläubigern, die im Vorfeld bei der Deutschen Bundesbank beantragt werden muss. Mit Hilfe der Gläubiger-Identifikationsnummer sowie der zugehörigen Mandatsreferenz (z.B. Rechnungsnummer) können Verbraucher die Belastungen auf ihrem Girokonto ganz einfach überprüfen. Auf Wunsch kann das Konto auch komplett für Lastschriften blockiert und damit vor unrechtmäßigen Belastungen durch Dritte geschützt werden.

Ausblick: Wird die SEPA-Umstellung tatsächlich verschoben?

Anfang des Monats hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, die SEPA-Umstellung um sechs Monate zu verschieben. Anstatt bis zum 1. Februar 2014 hätten die Banken dementsprechend noch bis zum 1. August 2014 die Möglichkeit, Überweisungen und Lastschriften anstatt im SEPA-Format im nationalen Format anzunehmen. Damit der Vorschlag der EU-Kommission tatsächlich umgesetzt werden kann, bedarf es allerdings noch der Zustimmung des Europaparlaments und des Ministerrats. Ob früher oder später: SEPA wird in jedem Fall kommen. Der bisher betriebene Umstellungsaufwand wird folglich keinesfalls vergeblich sein. Deshalb sollten Unternehmen und Vereine mit der Umstellung wie geplant auch weiterhin fortfahren.

(fr)

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