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SEPA-Umstellung beim Girokonto: Was sollten Bankkunden beachten? (Teil 2)

27.09.2013 - 10:00

Ab Februar 2014 müssen die IBAN (International Bank Account Number) und der BIC (Bank Identifier Code) nicht mehr nur für internationale sondern auch für deutschlandweite Überweisungen angegeben werden. Für Verbraucher ist die Umstellung grundsätzlich mit wenig organisatorischem Aufwand verbunden. Dennoch müssen Bankkunden, die über ein Girokonto verfügen, einige wichtige Dinge beachten - worum genau es sich dabei dreht, erklären wir Ihnen im zweiten Teil unserer SEPA-Artikelserie.

Teile der Artikelreihe:

  1. Was ist SEPA?
  2. SEPA-Umstellung beim Girokonto: Was sollten Bankkunden beachten?
  3. Welche Folgen hat die SEPA für Kreditnehmer?
  4. SEPA und Tagesgeld: Was ändert sich für Verbraucher?
  5. Auswirkungen der SEPA für Kreditkartenbesitzer
  6. Beeinflusst die SEPA-Umstellung auch Festgeldanlagen?
Bereits 2008 wurde die SEPA-Überweisung für Geldtransaktionen in andere europäische Länder eingeführt. Im Zuge der vollständigen SEPA-Umstellung sollen zum 1. Februar 2014 nun auch Überweisungen und Lastschriften vom Girokonto innerhalb der Bundesrepublik abgelöst werden. Das bedeutet, dass nationale Kontonummer und Bankleitzahl abgeschafft und durch die internationale Kontonummer IBAN sowie vorübergehend die internationale Bankleitzahl BIC abgelöst werden.

Die IBAN umfasst 22 Stellen und setzt sich aus einer Länderkennung (zum Beispiel DE für Deutschland), einer Prüfziffer sowie der bisherigen Bankleitzahl und der bisherigen nationalen Kontonummer des Bankkunden zusammen. Die IBAN ist in der Regel auf der Rückseite der Girocard abgedruckt oder kann in den Kontoauszügen eingesehen werden. Ist dies nicht der Fall, lässt sie sich ganz einfach bei der zuständigen Bank erfragen. Der BIC besteht aus acht oder elf Ziffern und Buchstaben. Er dient zur internationalen Identifikation jedes Kreditinstituts.

Ab 2016 sind Überweisungen und Lastschriften nur noch mit der IBAN möglich

Damit die Banken eine reibungslose SEPA-Umstellung für das Girokonto gewährleisten können, wurde ihnen bis Februar 2016 eine Übergangsfrist eingeräumt. Für diesen Zeitraum können sie selbst festlegen, ob Girokonto-Inhaber bereits ausschließlich die IBAN oder alternativ noch weiter ihre alten Kontodaten angeben können. Nach Fristende muss die Umstellung allerdings endgültig erfolgt sein. Auch der BIC soll zu diesem Zeitpunkt ganz wegfallen – er darf dann im gesamten europäischen Zahlungsverkehrsraum nicht mehr angefordert werden. Lediglich für Transaktionen ins außereuropäische Ausland ist die Angabe des BIC weiterhin erforderlich. Bestehende Daueraufträge vom Girokonto werden von den zuständigen Banken automatisch umgestellt – der Kunde muss also nicht aktiv werden.

Die europaweit einheitlichen SEPA-Überweisungen bieten den Vorteil, dass in Zukunft alle Transaktionen gleichgestellt sind. Das bedeutet, dass europaweite Überweisungen ebenso schnell abgewickelt werden wie nationale. Schon seit ihrer Einführung ermöglicht SEPA zudem die Bargeldabhebung an jedem europäischen Geldautomaten mit der Girocard. Ab 2016 kann zusätzlich an jedem EC-Terminal in Europa bargeldlos bezahlt werden.

Für Lastschriften vom Girokonto ist zukünftig eine Gläubigeridentifikationsnummer erforderlich

Unternehmen und Privatpersonen, die zukünftig Geld von Girokonten einziehen möchten, benötigen ab 2014 eine Gläubigeridentifikationsnummer. Diese dient der eindeutigen Identifikation eines Gläubigers und soll europaweit größtmögliche Transparenz garantieren. Wie die IBAN variiert ihre Länge von Land zu Land. In Deutschland hat sie beispielsweise 18 Stellen und setzt sich aus dem jeweiligen ISO-Ländercode, einer zweistelligen Prüfziffer, der Geschäftsbereichserkennung und einem nationalen Identifikationsmerkmal zusammen.

Die Gläubigeridentifikationsnummer kann auf der Homepage der Bundesbank ausschließlich elektronisch beantragt werden. Die Antragstellung ist kostenlos und relativ unkompliziert. Der Antragsteller kann aus einer Liste diejenige Personengruppe auswählen, der er zugehörig ist – beispielsweise natürliche Personen und Einzelunternehmen, Freiberufler, Personenvereinigungen oder juristische Personen. Anschließend wird er in einigen einfachen Schritten durch die Antragsstrecke geführt. Nach erfolgreicher Beantragung muss die Identifikationsnummer bei derjenigen Bank vorgelegt werden, über die in Zukunft SEPA-Lastschriften eingezogen werden sollen.

Im dritten Teil der Artikelreihe lesen Sie, was die SEPA für Kreditnehmer ändert.

(fr)

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