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Achtung Schufa! Zu viele Girokonten verschlechtern die Bonität

30.01.2014 - 08:00

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Dienstag entschieden, dass die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) ihre Kriterien für die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers auch weiterhin für sich behalten darf. Dem Prozess lag die Klage einer Konsumentin zugrunde, die aufgrund eines scheinbar schlechten Schufa-Scorings keinen Leasingvertrag für ein Auto abschließen konnte. Neben Kreditgebern setzen beispielsweise auch Mobilfunk- oder Kreditkartenanbieter eine gute Bonität bei ihren Kunden voraus. Was viele nicht wissen: Die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers kann sich auch durch mehrere Girokonten verschlechtern.

Kostenlose Kontoführung, Rabatt- und Bonusprogramme sowie hohe Eröffnungsprämien verleiten viele Verbraucher dazu, mehrere Girokonten nebeneinander zu führen. Spätestens beim nächsten Autokauf auf Raten oder der Beantragung einer Kreditkarte könnte diese Sammelwut jedoch böse Folgen haben. Denn die Schufa stuft Verbraucher mit vielen Girokonten als wankelmütig ein. Zudem interpretiert sie die Kontenvielfalt als Hinweis darauf, dass bereits mehrere Male der Wohnort gewechselt wurde – was den Kontoinhaber zu einem späteren Zeitpunkt wiederum schwer auffindbar machen könnte. Dazu kommt natürlich das Risiko, dass der Verbraucher nicht nur eines, sondern gleich mehrere seiner Girokonten überzieht und seinen Zahlungsverpflichtungen dadurch nicht mehr nachkommen kann.

Mehrere Dispokredite und Kreditkarten drücken den Schufa-Score

Zu viele Girokonten können spätere Finanzierungen erschweren.
Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen, neben dem eigenen Girokonto beispielsweise ein Gemeinschaftskonto mit dem Partner oder auch ein Geschäftskonto zu führen. Ob es darüber hinaus allerdings noch mehrerer Konten bedarf, sollten sich Verbraucher aufgrund des Schufa-Risikos genau überlegen. Denn auch die Anfrage bei der Bank kann sich negativ auf das Scoring auswirken – selbst dann, wenn es nicht zum tatsächlichen Kontoabschluss kommt. Denn vor der Kontoeröffnung fragen die Institute die Kreditwürdigkeit der potenziellen Kunden bei der Schufa ab. Auch wenn sie diese daraufhin ablehnen, bleibt ein Vermerk.

Ein weiterer Faktor, der den Schufa-Score nach unten drückt, ist der Dispositionskredit. Das hat den Grund, dass jeder Kredit der Schufa gemeldet werden muss. Während Kontoinhaber beim ersten Girokonto in der Regel problemlos einen Dispokredit eingeräumt bekommen, wird es beim zweiten Konto schon schwieriger: Gegebenenfalls kann es nun sein, dass die notwendige Bonität für einen zweiten Kreditrahmen nicht mehr gegeben ist.

Dasselbe Risiko besteht mit der Zunahme der Kreditkarten: Beantragt der Bankkunde zu jedem Girokonto zusätzlich eine oder mehrere der kleinen Plastikkarten, steigt sein Kreditrahmen stetig an. Das Problem dabei: Seine Kreditwürdigkeit bleibt gleichzeitig unverändert. Denn während die Zahl der Konten und Karten stetig zunimmt, vergrößert sich sein Einkommen beziehungsweise sein Vermögen nicht automatisch. Er erhält folglich einen größeren finanziellen Spielraum, ohne dafür entsprechende Sicherheiten zu hinterlegen. Da sich auf diese Weise das Sicherheitsrisiko der Bank respektive der Banken erhöht, wirken sich mehrere Kreditkarten negativ auf das Scoring aus.

Wie viele Girokonten werden tatsächlich benötigt?

Um den Schufa-Score nicht unnötig zu belasten, sollten Verbraucher nicht wahllos Girokonten eröffnen. Stattdessen gilt es zu überlegen: Welche Konten benötige ich tatsächlich? Während beispielsweise ein Gemeinschaftskonto das alltägliche Leben durchaus erleichtert, eignet sich ein Zweitkonto absolut nicht als Sparanlage. Da Girokonten in der Regel sehr niedrig oder gar nicht verzinst werden, ist ein Tagesgeldkonto zu diesem Zweck die deutlich bessere Wahl. Keinesfalls sollte ein zweites Girokonto eröffnet werden, weil das erste überzogen ist. Hier droht die Gefahr, dass der Kontoinhaber den Überblick verliert und in die Schuldenfalle tappt.

(fr)

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