0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Unrechtmäßige Abbuchung vom Girokonto - was ist zu tun?

08.08.2013 - 11:05

Immer wieder kommt es vor, dass Bankkunden beim Blick auf ihr Kontoauszüge eine böse Überraschung erleben: Es wurde eine Abbuchung vorgenommen, die im Vorfeld nicht autorisiert wurde. Oder aber, der Kontoinhaber hat den Bankeinzug genehmigt – jedoch hat das Unternehmen mehr abgebucht als vereinbart. Welche Möglichkeiten haben Verbraucher, die sich unrechtmäßig eingezogenes Geld wieder zurückholen möchten?

Grundsätzlich ist die Bank dazu verpflichtet, jeden Überweisungsauftrag auszuführen, der ihr erteilt wird. Der Bankkunde kann jedoch im Online-Banking eine Rücklastschrift vornehmen. Unter dem Menüpunkt „Lastschriftrückgabe“ kann ganz einfach derjenige Posten wieder zurückgeholt werden, mit dem der Kunde nicht einverstanden ist. Eine Rücklastschrift ist jedoch auch immer mit Kosten verbunden. Für diese muss zunächst der Abbuchende aufkommen – die Bank darf die Gebühren nicht dem Kontoinhaber in Rechnung stellen.

Die Rücklastschrift sollte im Vorfeld allerdings immer genau geprüft werden. Stellt sie sich im Nachhinein als unbegründet heraus, ist der Kontoinhaber gegenüber dem Abbuchenden schadensersatzpflichtig. Er muss dann die Kosten für die Lastschriftrückgabe übernehmen, zu der in der Regel noch eine nicht unerhebliche Bearbeitungsgebühr dazukommt.

Welche Fristen müssen für die Rücklastschrift eingehalten werden?

Die Rücklastschrift ist nur über einen bestimmten Zeitraum hinweg möglich. Dessen genaue Länge hängt davon ab, ob der Kontoinhaber dem Abbuchenden im Vorfeld eine Einzugsermächtigung erteilt hat. Liegt diese vor, und wurde lediglich ein falscher Betrag abgebucht, handelt es sich um eine fehlerhafte Abbuchung. Der Bankkunde hat in diesem Fall bis zu sechs Wochen Zeit, um sein Widerspruchsrecht durch eine Rücklastschrift geltend zu machen. Der Beginn der Widerspruchsfrist ist der Zeitpunkt, an dem der Kontoinhaber seinen Rechnungsabschluss erhalten hat. Dieser wird je nach Bank zum Monatsende oder zum Ende des Quartals verschickt.

Liegt dagegen keine Einzugsermächtigung vor, handelt es sich um eine unautorisierte Abbuchung. In diesem Fall hat der Kontoinhaber ganze 13 Monate Zeit, um sich sein Geld zurückzuholen. Hier beginnt die Frist jedoch mit dem Zeitpunkt der Kontobelastung. Der Zugang des Rechnungsabschlusses ist dagegen unerheblich.

Regelungen beim SEPA-Lastschriftverfahren

Aktuell wird in der Bundesrepublik noch zwischen den klassischen Inlandstransaktionen und der grenzüberschreitenden SEPA-Überweisung unterschieden. Ab 2014 soll auch für Überweisungen und Lastschriften innerhalb Deutschlands das SEPA-Verfahren zum Einsatz kommen. Gegen eine fehlerhafte SEPA-Lastschrift kann derzeit bis zu acht Wochen nach dem Zeitpunkt der Kontobelastung Widerspruch eingelegt werden. Bei unautorisierten Abbuchungen gilt ebenfalls eine Frist von 13 Monaten.

(fr)

Weitere Artikel: