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Der Trick mit dem Pfändungsschutzkonto - Verbraucherschutz kritisiert Banken

03.05.2011 - 12:23

Es hört sich nach ein bisschen Sicherheit an. Um wenigstens einen Teil seiner Finanzen vor dem Zugriff von Gläubigern und Gerichtsvollziehern zu schützen, haben Bankkunden seit Juli vergangenen Jahres die Möglichkeit, aus ihrem normalen Girokonto ein Pfändungsschutzkonto zu machen. Was eigentlich nach einer guten Idee klingt, wird jetzt von Verbraucherschützern allerdings an den Pranger gestellt, denn hier wirft man den Banken vor, sich an der Notlage ihrer ohnehin schon verschuldeten Kundschaft auch noch zu bereichern.

Der Grundgedanke für ein pfändungssicheres Konto (das sogenannte P-Konto) ist eigentlich recht simpel: für den Lebensbedarf wird ein Freibetrag in Höhe von 985,15 Euro festgelegt. Dieser Betrag ist vor Pfändungen geschützt und kann z.B. für Barabhebungen genutzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, aus welcher Quelle diese Einkünfte herrühren. Ziel war es, den Pfändungsschutz dadurch noch verbraucherfreundlicher und auch unbürokratischer zu machen. Die Kehrseite der Medaille sind allerdings stattliche Kontoführungsgebühren und limitierte Leistungen.

Kritik der Verbraucherschützer

Beim Verbraucherzentrale Bundesverband sieht man die P-Konten sehr kritisch, da sie gegenüber normalen Girokonten erheblich teurer sind. Rund 50% aller Banken stellen eine Kontoführungsgebühr von fünf, sechs Euro pro Monat in Rechnung. Sogar von Gebühren in Höhe von 25 Euro monatlich wird berichtet. Für Menschen, die ohnehin schon mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben, ist das besonders bitter.

Eingeschränkte Nutzbarkeit

Damit nicht genug, ist ein Pfändungsschutzkonto doch nicht gleichwertig zu einem herkömmlichen Girokonto anzusehen. Denn vieles ist mit dem P-Konto nicht möglich, an das Verbraucher gewohnt sind. Überweisungen, Lastschriftverfahren, Daueraufträge oder auch nur einfaches Online Banking – das alles geht nicht. Verbraucherschützer bemängeln, dass es einen im Gesetz verankerten Anspruch zur Umwandlung eines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto gäbe. Die Umsetzung dieser Gesetzesvorgabe dürfe nicht auch noch Kosten verursachen.

Banken sehen sich im Recht

Bei den Banken sieht man die Angelegenheit etwas differenzierter. Ob ein Entgelt für die Kontoführung verlangt werde oder nicht, obliege den geschäftspolitischen Entscheidungen, die jedes Kreditinstitut für sich selbst treffe. Dennoch mahnte der Verbraucherzentrale Bundesverband nun insgesamt 33 Banken und Sparkassen ab. Und zwar wegen der unangemessen hohen Gebühren, die sie verlangen. Von einigen Banken erfolgten daraufhin Unterlassungserklärungen. Verbraucherschützer schließen nicht aus, gegen solche Geldinstitute zu klagen, die nach wie vor an ihrer Gebührenpolitik für P-Konten festhalten.

(sr)

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