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Girokonto ohne SCHUFA - das Girokonto bei schlechter Bonität

13.02.2015 - 18:00

Das Girokonto ermöglicht die Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs. Ob Miete oder Telefonrechnung - wer kein Girokonto besitzt, kann sie nicht bezahlen und somit auch nicht am normalen Alltagsleben teilhaben. Deshalb ist es sehr wichtig, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, ein Girokonto zu besitzen. Doch wie gelangen bonitätsschwache Menschen an ein Girokonto ohne SCHUFA - und was ist das überhaupt?

Vor dem Abschluss eines Girokontos führen Banken Bonitätsprüfungen durch, um sicherzustellen, dass ihre Kunden den im Falle einer Kontoüberziehung in Anspruch genommenen Dispokredit auch tatsächlich zurückzahlen können. Dafür stellen sie eine Anfrage an die SCHUFA.

Bonitätsprüfung: Welche Rolle spielt die SCHUFA dabei?

Die SCHUFA sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit in Deutschland lebender Personen.
Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung sammelt kreditrelevante Informationen zu nahezu allen erwachsenen Personen in Deutschland. Derzeit verfügt sie über 682 Millionen Datensätze. Zu jeder Person sind Basisdaten wie Name, Anschrift und Geburtsdatum gespeichert. Hinzu kommen Daten zu Kreditkarten, Krediten, Girokonten, Leasing- und Handyverträgen sowie Informationen über offene, ausreichend gemahnte und unbestrittene Forderungen.

Je nachdem, ob positive oder negative Einträge zu einer Person vorliegen, ist der SCHUFA-Score unterschiedlich hoch. Bei dem Score handelt es sich um einen Wert zwischen 0 und 100 Prozent. Er informiert darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person die ihr auferlegten Zahlungsverpflichtungen erfüllt.

Je höher der SCHUFA-Score ausfällt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Person ihre Zahlungen tätigen kann. Bei der Berechnung des Scores werden ausschließlich die Informationen berücksichtigt, die für den jeweils anfragenden Partner relevant sind.

Ab 2016 hat jeder EU-Bürger das Recht auf ein Girokonto

Den eigenen Angaben der SCHUFA zufolge liegen von 90 Prozent der gespeicherten Personen nur positive Einträge vor. Personen, auf die das nicht zutrifft, können Probleme damit haben, Finanzprodukte abzuschließen. Denn die Bank ist über ihre unzureichende Bonität informiert und wird das Risiko des Zahlungsausfalls höchstwahrscheinlich nicht eingehen wollen. Da in Deutschland Vertragsfreiheit herrscht, können Banken selbst bestimmen, mit wem sie Geschäfte machen. Verbraucher haben demnach kein Recht auf eine Kreditkarte oder die Genehmigung eines Kredits. Selbiges gilt momentan auch für das Girokonto – jedoch wird sich das künftig ändern.

Im April 2014 hat das Europaparlament dem Rechtsanspruch eines jeden EU-Bürgers auf ein Basiskonto zugestimmt. Diese Richtlinie muss von den EU-Mitgliedsstaaten bis 2016 umgesetzt werden. Bundesjustizminister Heiko Maas hat bereits angekündigt, dass die Umsetzung in Deutschland zeitnah erfolgen soll. Die Idee, allen Bürgern unabhängig von Staatsbürgerschaft, Einkommen und festem Wohnsitz ein sogenanntes „Girokonto für jedermann“ zukommen zu lassen, ist jedoch nicht neu. Schon 1995 hat der Zentrale Kreditausschuss der deutschen Banken und Sparkassen eine bis heute gültige Selbstverpflichtungserklärung der Banken, auch Bonitätsschwachen ein Konto einzurichten, erstellt und gleichzeitig Empfehlungen für das „Girokonto für jedermann“ erarbeitet.

Girokonto ohne SCHUFA – Guthabenkonto − „Girokonto für jedermann“: Wie unterscheiden sie sich?

Hinter dem umgangssprachlich genutzten Begriff Girokonto ohne SCHUFA verstehen die meisten Menschen ein Basiskonto, das sie trotz negativer Bonität erwerben können. Laut den Empfehlungen des Zentralen Kreditausschusses ermöglichen die Basisfunktionen eines Kontos es dem Kontobesitzer Gutschriften entgegenzunehmen, Barein- und -auszahlungen zu tätigen sowie Überweisungen in Auftrag zu geben. Nicht in den Basisfunktionen enthalten ist die Einrichtung eines Überziehungsrahmens. Ein Basiskonto kann nur im Guthaben geführt werden. Es zu überziehen, ist schlichtweg nicht möglich, weil die Bank keinen Dispokredit gewährt. Girokonten, die wie das Basiskonto nur im Guthaben geführt werden können, werden des Öfteren auch als Guthabenkonten bezeichnet. Demzufolge ist das Girokonto ohne SCHUFA ein Guthabenkonto. Allerdings – und das ist sehr wichtig – ist nicht jedes Guthabenkonto auch gleichzeitig ein Girokonto ohne SCHUFA.

Guthabenkonten werden zum Beispiel an Minderjähre als Kinder- und Jugendgirokonten vergeben. Minderjährige dürfen keinen Kredit erhalten, da sie nur beschränkt geschäftsfähig sind. Aus diesem Grund bekommen sie ein Guthabenkonto, das ausschließlich im Plus geführt werden kann. Bei diesen Konten handelt es sich allerdings nicht um Basiskonten, weil sie mehr Serviceleistungen inkludieren als ein Basiskonto.

Doch auch jeder Bankkunde, der freiwillig auf einen Überziehungsrahmen verzichtet, erhält letztendlich ein Guthabenkonto. Häufig wird es auch als Girokonto ohne Dispolimit bezeichnet.

Ein Basiskonto garantiert bonitätsschwachen Menschen den Zugang zu Grundfunktionen des Girokontos, wie z.B. dem Abheben von Bargeld an Automaten.

Die Gemeinsamkeit zwischen Guthabenkonto und Basiskonto ist also, dass beide nur im Plus geführt werden können. Eine Kontoüberziehung ist schlichtweg nicht möglich. Der wesentliche Unterschied ist, dass ein Guthabenkonto mehr Funktionen und Serviceleistungen abdeckt als das Basiskonto alias Girokonto ohne SCHUFA, weil dieses nur Basisfunktionen umfasst.

Dass das Basiskonto auch Girokonto ohne SCHUFA genannt wird, kann verwirrend wirken, denn der Name suggeriert, dass das Geldinstitut keine Bonitätsprüfung vornimmt. Doch das muss nicht zwingend der Fall sein. Sowohl bei Guthabenkonten als auch bei Basiskonten fragen Banken den SCHUFA-Score des Antragstellers üblicherweise ab. Deshalb wäre es eigentlich verständnisfördernder, wenn man das Girokonto ohne SCHUFA  Girokonto TROTZ (negativer) SCHUFA nennen würde.

Während schlechte Bonität beim Guthabenkonto zu einer Ablehnung des Bewerbers führen kann, darf die SCHUFA-Auskunft nach in Kraft treten des EU-Gesetzes 2016 keinen Einfluss mehr auf die An- oder Ablehnung eines Antragstellers haben. Das "Girokonto für jedermann" wird ein Girokonto mit Basisfunktionen ohne Überziehungsrahmen sein.

Welche Banken bieten ein Girokonto ohne SCHUFA an?

Egal, ob Basiskonto oder nicht, ein Vergleich der Konditionen lohnt sich immer! Denn auch Girokonten ohne SCHUFA sind Finanzprodukte, die zu bestimmten Konditionen vergeben werden. Je nach Bank kann auch ein Basiskonto mehr oder weniger kosten.

Die Sparkassen bieten beispielsweise ein Bürgerkonto an, das „unabhängig von Einkommen, Alter und Nationalität“ erhältlich ist. Wer dessen Konditionen telefonisch erfragen möchte, wird gebeten sich an das nächstgelegene kontoführende Institut der Sparkassen zu wenden.

Auf Nachfrage bei der Stadtsparkasse München hat man gegenüber CHECK24 erklärt, dass für das Bürgerkonto, wie bei anderen Girokonten der Sparkassen auch, entweder eine Kontoführungsgebühr von 2,30 Euro oder 4,95 Euro pro Monat zu bezahlen ist. Studenten können ein solches Konto gebührenfrei erhalten, allerdings nur dann, wenn sie es bei der zu ihrem Wohnort nächstgelegensten Sparkassenfiliale eröffnen. Beim Bürgerkonto kosten Überweisungen nicht extra, da sie in der Kontoführungsgebühr inkludiert sind. Einzig für beleghafte Buchungsposten wird eine Gebühr von 75 Cent fällig. Online Banking lässt sich hinzufügen, solange Guthaben auf dem Konto vorhanden ist. Außerdem erhält man eine Sparkassenkarte, also eine EC-Karte, mit der man sowohl Bargeld abheben als auch bargeldlos bezahlen kann. Die Eröffnung des Bürgerkontos erfolgt in einer Sparkassenfiliale. Antragssteller werden gebeten ihren Personalausweis oder Reisepass mitzubringen. Eine SCHUFA-Auskunft wird eingeholt.

Auch die Norisbank bietet den Informationen auf ihrer Homepage zufolge ein „Konto ohne ‚Wenn und Aber‘ für Jedermann“:

„Die norisbank, eine Tochter der Deutschen Bank, bietet mit dem norisbank Girokonto ein für alle Privatkunden kostenloses Girokonto an. Bas Beste: Das norisbank Girokonto ist auch ohne einen monatlichen Mindestgehalteingang kostenfrei und kann von Jedermann eröffnet werden. Sofern ein Dispositionskredit nicht erforderlich ist oder negative Bonitätsmerkmale (z.B. Einträge in Auskunfteien wie der SCHUFA) vorhanden sind, erfolgt die Kontoführung als Guthabenkonto.“

Keine Jahresgebühr, kostenloser Bargeldbezug an Automaten über 9.000 Automaten sowie der Erhalt einer EC-Karte und gratis Buchungen (Überweisungen, Lastschrifteinzüge, Daueraufträge etc.) zählen zu den Vorteilen des Norisbank Girokontos.

(lsc)

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