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Diese Konten haben die günstigsten Dispozinsen

30.05.2014 - 16:00

Dispozinsen sind ein umstrittenes Thema, das immer mehr in den Fokus von Verbraucherschützern, Medien und Politikern rückt. Die Dispozinsen fielen oftmals exorbitant hoch aus und seien nicht zu rechtfertigen, kritisieren Verbraucherschützer. Unlängst forderten die Verbraucherschutzminister der Bundesländer die deutschen Banken auf, die Zinsen für Dispokredite endlich zu senken, ansonsten müsse über eine gesetzliche Regelung nachgedacht werden. Doch bereits jetzt gibt es Banken, die Kunden die Überziehung zu fairen Konditionen ermöglichen.

Als Ultimatum für die flächendeckende Senkung des Dispozins geben die Minister den Banken sechs Monate Zeit. Werden die Zinsen auf Dispokredite bis dahin nicht flächendeckend gesenkt, drohen die Politiker mit einer gesetzlichen Deckelung. Als Richtwert für einen angemessenen Dispozins setzt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) einen Wert von sieben Prozent zuzüglich des Drei-Monats-Euribor an. Dieser Referenzzinssatz liegt aktuell bei 0,314 Prozent – die Dispozinsen sollten demnach bei etwa 7,3 Prozent liegen. Dieser Ansatz berücksichtige nach Meinung der vzbv sowohl die Kosten als auch die Gewinnspanne der Banken.

So nutzen die Deutschen den Dispositionskredit

Wenn das Geld am Monatsende knapp wird, nutzen viele Deutsche den Dispokredit ihres Girokontos.
Wenn Kunden auf ihrem Konto ins Minus rutschen, spricht man von einem Dispositionskredit. Dieser Kredit wird dem Kunden von der Bank eingeräumt, der Kreditrahmen orientiert sich in der Regel an den regelmäßig auf dem Girokonto eingehenden Zahlungen. Sowohl Verbraucherschützer als auch die Finanzindustrie selbst rät Verbrauchern dazu, den Dispokredit nur für die Deckung eines kurzfristigen Liquiditätsbedarfs zu nutzen. Nur wenn das Geld innerhalb kurzer Zeit zurückgezahlt werden kann, sollte diese Kreditform genutzt werden. Benötigen Kunden jedoch einen höheren Geldbetrag über einen längeren Zeitraum, wird alternativ die Aufnahme eines Ratenkredites empfohlen.

Die Bundesbürger zählen aktuell im internationalen Vergleich zu den Spitzenreitern bei der Nutzung des Dispositionskredites: Jeder fünfte Deutsche überzieht sein Konto. Knapp 23 Prozent nutzen den Dispokredit sogar mehrmals pro Jahr, wie aus einer Studie des Forschungsunternehmens Ipsos hervorgeht. Dabei ist nach Ansicht von Experten nicht etwa die Tatsache das Problem, dass Verbraucher die Überziehungsfunktion ihres Kontos in Anspruch nehmen, vielmehr sind ihnen die hohen Kosten für diesen Service ein Dorn im Auge. Michael Knobloch, Wissenschaftler am Institut für Finanzdienstleistungen (iff) ist beispielsweise der Meinung, dass der Dispokredit generell eine gute Alternative sei, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Nicht der Dispokredit sei das Problem, sondern dessen falsche Nutzung. Die Herausforderung liege darin, die Dispo-Zinsen insgesamt niedrig zu halten, so der iff-Wissenschaftler weiter.

Diese Konten bieten aktuell die niedrigsten Dispozinsen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät Verbrauchern, die Bank zu wechseln, wenn ihr jetziges Geldinstitut zu hohe Dispozinsen verlangt. Bei der Auswahl eines neuen Girokontos sollte jedoch nicht nur das Kriterium des Dispozinses eine Rolle spielen, sondern beispielweise auch die kostenlose Kontoführung sowie kostenlose Bargeldabhebung und Bezahlung. Kunden müssen jedoch nicht umständlich die Girokonto-Angebote einzelner Banken einholen: Über einen Girokonto-Vergleich im Internet können innerhalb weniger Augenblicke die Angebote verschiedenster Banken verglichen werden.

Bei diesem Vergleich stellen Verbraucher schnell fest: Es lohnt sich, einen Blick auf die Konditionen unterschiedlicher Anbieter zu werfen. Während beispielsweise die Commerzbank und die Deutsche Bank Dispozinssätze von knapp zwölf Prozent verlangen, bleiben andere Anbieter unter acht Prozent und erfüllen damit sogar (fast) die Bedingungen der Verbraucherschützer. Die DAB Bank beispielsweise bietet Verbrauchern ein kostenloses Girokonto mit einem Dispo-Zinssatz von 7,50 Prozent. Das DAB-Girokonto lohnt sich noch aus anderen Gründen: Neukunden erhalten bei der Eröffnung dieses Kontos eine Gutschrift in Höhe von 90 Euro, sofern sie das Konto mindestens drei Monate lang als Gehaltskonto nutzen und dabei einen Mindesteingang von 800 Euro verzeichnen.

Die 1822direkt verlangt ebenfalls einen vergleichsweise niedrigen Dispozins in Höhe von 7,74 Prozent bei kostenloser Kontoführung. Kunden dieser Direktbank können zudem an über 25.000 Automaten des Sparkassenverbundes kostenlos Geld abheben und erhalten ebenfalls eine Gutschrift sowie einen Reise-Gutschein von CHECK24. Die Auszahlung der 80-Euro-Gutschrift ist bei der 1822direkt an mindestens zwei Gehaltseingänge von mindestens 500 Euro in den ersten vier Monaten nach Abschluss des Kontos geknüpft. Auch die DKB und die Targobank bieten Verbrauchern kostenlose Girokonten mit einem Dispozins unter acht Prozent. Wer aktuell das Gefühl hat zuviel zu zahlen, sollte nicht zögern und das Girokonto wechseln.

(bm)

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