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Kartenzahlung: Vorsicht bei nicht gedecktem Girokonto

21.05.2014 - 12:00

Wer gerne bargeldlos bezahlt, hat es vielleicht schon einmal bemerkt: In Deutschland gibt es zwei verschiedene Abrechnungssysteme. Einerseits die Kartenzahlung mit PIN-Eingabe, andererseits die Zahlung per Unterschrift auf dem Kassenbeleg. Welche Variante gewählt wird, hat Einfluss auf die Kosten - für Händler, aber in manchen Fällen auch für Konsumenten.

Die Zahlung per Girokarte ohne ausreichende Deckung des Kontos kann unter Umständen sogar zur Kostenfalle werden.

Zahlung per PIN oder Unterschrift: Wo liegt der Unterschied?

Die Zahlung per Karte im Ladengeschäft: Ohne ausreichende Kontodeckung kann das teuer werden.
Die Zahlung per PIN-Eingabe ist für den Händler sicherer. Denn hier wird direkt geprüft, ob der Konsument über eine ausreichende Deckung auf dem Konto verfügt. Ist nicht genügend Geld auf dem Girokonto vorhanden, kann nicht bezahlt werden. Nutzt der Händler diese Zahlvariante, muss er für diesen Service eine Gebühr zahlen. Diese liegt in der Regel bei 0,3 Prozent des Rechnungsbetrages.

Für den Händler unsicherer, aber dafür kostenlos ist die Zahlung per Unterschrift. Hier versichert der Kunde mit seiner Signatur auf dem Kassenbeleg, dass die dort vermerkte Summe per Lastschriftverfahren von seinem Konto abgebucht werden darf. Im Moment der Bezahlung kann jedoch nicht sichergestellt werden, dass das Kundenkonto über genügend Deckung verfügt. Ist das Girokonto des Konsumenten bereits in den roten Zahlen, kann die Bank die Einlösung der Lastschrift verweigern – der Händler bleibt somit auf der offenen Forderung sitzen.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen startete zu diesem Thema eine Umfrage bei 20 großen Handelsketten in Deutschland. Elf der Unternehmen waren zu einer Stellungnahme bereit und verrieten, meist das Lastschriftverfahren einzusetzen. Von allen befragten Unternehmen gaben lediglich Aldi und Lidl an, ausschließlich die Zahlung per PIN-Eingabe anzubieten. Das Textilhandelsunternehmen H&M beispielsweise setzt die Zahlung per PIN-Eingabe und Unterschrift nach dem Zufallsprinzip abwechselnd ein.

Warum die Kartenzahlung ohne Kontodeckung teuer werden kann

Was im ersten Moment für den Kunden praktisch klingt – schließlich kann weiterhin bezahlt werden, auch wenn man eigentlich kein Geld mehr hat – kann jedoch zur Kostenfalle werden. Wenn der Einzug der offenen Forderung nicht möglich war, wird in der Regel ein zweiter Einzugsversuch gestartet. Das Einzelhandelsunternehmen Rewe beispielsweise legt diesen zweiten Versuch auf den Beginn des neuen Monats, um die Chance zu erhöhen, dass das Konto gedeckt ist. Wenn der zweite Einzug gelingt, so der Bericht der Verbraucherzentrale NRW weiter, werden dem Kunden meist lediglich die Kosten in Rechnung gestellt, die das Unternehmen für die Rücklastschrift zu tragen hatte.

Das Möbelhaus IKEA hingegen verlangt generell bereits eine Gebühr von fünf Euro. Klappt dieser zweite Einzugsversuch jedoch nicht, kann es für den Kunden richtig teuer werden. Fordert das Unternehmen beispielsweise die Adresse des Kunden an, schlagen 20 Euro zu Buche. Manche Händler hingegen fackeln nicht lange und verlangen in diesem Fall Zusatzkosten von knapp 40 Euro. Die Verbraucherzentrale rät aus diesem Grund, schnell zu handeln, wenn eine Lastschrift nicht eingelöst wurde. Der offene Posten könne beispielsweise auch per Überweisung beglichen werden, um die Zusatzkosten im Rahmen zu halten oder sogar ganz zu vermeiden.

(bm)

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