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Die Geschichte der Direktbanken in Deutschland

23.09.2014 - 19:00

Direktbanken unterhalten keine Filialen, sondern vertreiben ihre Finanzprodukte über das Internet. Im Gegensatz zu den klassischen Filialbanken zeichnen sich Direktbanken oft durch besonders gute Konditionen und günstige Angebote aus. Eine Innovation, von der vor allem Kunden profitieren. Doch wo nahm diese Entwicklung ihren Anfang? 

Direktbanken befinden sich seit Jahren auf Wachstumskurs: Allein zwischen den Jahren 2000 und 2012 vervierfachte sich die Kundenanzahl der Direktbanken in Deutschland. Heute sind Schätzungen zufolge deutschlandweit etwa 16 Millionen Kunden bei einem solchen Institut - bis zum Jahr 2015 soll die Kundenzahl der Managementberatung Investors Marketing zufolge sogar auf 18,2 Millionen steigen. Wann die Geschichte der Direktbanken begann und wie Kunden heutzutage profitieren können.

Meilensteine in der Geschichte der Direktbanken

Die erste Direktbank Deutschlands war die Bank für Sparanlagen und Vermögensbildung AG (BSV), ein Vorgängerinstitut der heute größten Direktbank ING-DiBa. Die BSV wurde bereits im Jahr 1965 und damit lange vor Erfindung des Internets gegründet. Doch schon damals verzichtete die BSV auf Filialen und kommunizierte mit ihren Kunden lediglich per Brief. Auch in ihrem Werbeslogan etablierte sich die Bank als „Briefbank“. Zur damaligen Zeit war die Kommunikation per Brief deutlich günstiger als per Telefon, da Telekommunikation in Deutschland bis 1989 ein Monopolmarkt war.

Info: Identitätsprüfung

Aufgrund des Geldwäschegesetztes sind Kreditinstitute in Deutschland verpflichtet, die Identität eines Kunden beim Abschluss eines Finanzproduktes eindeutig festzustellen. Da Direktbanken kein eigenes Filialnetz unterhalten, können Verbraucher die Identitätsprüfung mittels des Postident-Verfahrens in einer Postfiliale ihrer Wahl durchführen. Seit diesem Jahr geht es sogar noch einfacher: Die ING-DiBa führte im September 2014 die Identitätsprüfung per Video ein.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Direktbanken war die Einführung des sogenannten Bildschirmtext, kurz BTX im Jahr 1978. Dieser Onlinedienst kombinierte das Telefon mit einem Bildschirm, um so die Kommunikation zu ermöglichen und stellt damit einen Vorgänger des Onlinebankings dar. Schon damals erfolgte die Legitimation gegenüber dem computergesteuerten BTX-Service über eine persönliche Identifikations-Nummer (PIN) sowie eine Transaktionsnummer (TAN).

Obwohl Telekommunikation noch immer ein Monopolmarkt war, wurde im Jahr 1985 in Deutschland das Telefon-Banking eingeführt. Der Kunde konnte damit rund um die Uhr und von jedem Ort der Welt aus Kontakt zu seiner Bank aufnehmen. Die Legitimation erfolgt anhand eines persönlichen Passwortes oder schon damals über ein Stimmerkennungsprogramm.

Die Geburtsstunde des Internet-Banking ist jedoch das Jahr 1986. Während zunächst lediglich Bankinformationen im Internet angeboten wurden, konnten Verbraucher bald auch Bankgeschäfte über das online abschließen. Eines der ersten Finanzprodukte, das über das Internet angeboten wurde, waren Aufträge für Wertpapiere. Heutzutage können sämtliche Finanzprodukte problemlos über das Internet abgeschlossen werden, beispielsweise Ratenkredite, Baufinanzierungen, Kreditkarten, Giro-, Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Verbraucher können die Produkte ganz einfach online beantragen und müssen im Anschluss lediglich eine Identitätsprüfung durchführen. Beim Onlinebanking sorgen heutzutage mobile TANs für Sicherheit, die im Jahr 2005 in Deutschland eingeführt wurden.

Warum Direktbanken meist die besten Konditionen bieten

Direkbanken: Finanzprodukte bequem von zu Hause aus zu beantragen, ist heute eine Selbstverständlichkeit in Deutschland.

Direktbanken bieten in der Regel bessere Konditionen als Filialbanken, denn sie unterhalten kein eigenes Filialnetz, sondern vertreiben ihre Produkte lediglich über das Internet oder per Telefon. Dadurch sparen sich diese Institute hohe Kosten - etwa für Miete und Angestellte. Diese Ersparnisse können die Institute in Form von besonders guten Angeboten an ihre Kunden weitergeben. Auch unabhängige Verbraucherorganisationen sind von den Angeboten dieser Geldinstitute überzeugt. Die Stiftung Warentest beispielsweise stellte im Juli 2014 in einer Untersuchung von 22 Geldinstituten fest, dass Direktbanken im Bereich Tagesgeld die besten Konditionen bieten. Auch andere Finanzprodukte sind in der Regel günstiger: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen empfiehlt etwa bei Baufinanzierungen Angebote von Direktbanken einzuholen, deren Zinssätze seien in der Regel etwa 0,5 Prozentpunkte niedriger als bei anderen andere Instituten. Auch Festgeldzinsen sind bei Direktbanken am höchsten, Girokonten sind in der Regel nicht nur kostenlos, sondern bieten Kunden zusätzlich oftmals auch attraktive Prämien von bis zu 150 Euro.Um von den besten Konditionen zu profitieren, sollten Verbraucher in jedem Fall die Angebote verschiedener Direktbanken vergleichen. Das geht einfach und schnell über einen Online-Vergleich.

Übrigens: Direktbanken unterliegen grundsätzlich den gleichen Bestimmungen wie Filialbanken. Dazu gehören beispielsweise die Richtlinien der Bundesfinanzaufsicht sowie die Einlagensicherung - 100.000 Euro pro Kunde und Bank sind gesetzlich geschützt. Darüber hinausgehende Beträge können sowohl bei Filialbanken als auch bei Direktbanken über die freiwillige Einlagensicherung gesichert sein. Für den Kunden wichtig: Was Sicherheit und Regulierungen angeht, unterscheiden sich Direktbanken nicht von Filialbanken.

(bm)

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