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Postbank droht mit Kündigung: So können Sie sich wehren!

19.03.2015 - 18:00

Erst im Januar wurde bekannt, dass die Postbank ab April für alle Geldgeschäfte Gebühren erhebt, die nicht online durchgeführt werden. Zahlreiche Kunden legten Widerspruch ein - nun droht die Postbank ihnen mit Kündigung. Was Sie tun können, erfahren Sie hier.

Überweisungen können heutzutage ganz bequem per Smartphone oder Computer von zuhause aus erledigt werden. Rund zwei Drittel aller Kunden nutzen Online-Banking. Ursprünglich war das Online-Banking als Zusatzservice für die Kunden gedacht, die Postbank dreht den Spieß ab April nun um: 99 Cent sollen Kunden künftig für jede „herkömmlich“ auf Papier eingereichte Überweisung bezahlen. Wer diesem neuen Gebührenmodell schriftlich widersprach, dem wurde in einem Brief mit der Kündigung des Kontos gedroht. Das geht aus einem Bericht der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung hervor. Man solle den Widerspruch noch einmal überdenken, ansonsten werde das Girokonto mit einer Frist von zwei Monaten gekündigt, lautete die Rückantwort der Postbank. Kunden mussten dann mittels eines beigefügten Formulars ihren Widerspruch zurücknehmen, wenn sie ihr Konto behalten wollten.

So können Sie sich gegen Gebühren wehren

Überweisungsträger
Wer nicht auf Überweisungen in Papierform verzichten will, muss bei der Postbank draufzahlen.
Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden hält die neue Gebühr für rechtswidrig. Im Grunde haben Verbraucher nur drei Optionen, auf die Neuerungen bei der Postbank zu reagieren.

Möglichkeit eins: Sie widersprechen den Gebühren – erhalten dann aber einen Brief und müssen mit einer Kündigung des Kontos rechnen.

Statt zu widersprechen, können Kunden ihrer Bank der Stiftung Warentest zufolge auch mitteilen, dass sie die Regelung wegen Verbraucherbenachteiligung für unwirksam halten und sich vorbehalten, die Gebühren zurückzufordern. Wenn Gerichte die Regelung in Zukunft kippen sollten, muss die Postbank die Zinsen erstatten.

Die effektivste Art, sich gegen die Gebührenregelung zu wehren ist aber mit Sicherheit die dritte Möglichkeit: Die Bank wechseln. Dazu rät auch die Stiftung Warentest. Gerade in Zeiten von kostenlosen Girokonten ist das wohl die denkbar einfachste und kostengünstigste Option.

Die Gebühren für die in Papierform eingereichten Überweisungen sind übrigens nicht die einzigen Kosten, die für Postbank-Kunden künftig steigen: Seit dem 1. März werden auch höhere Kosten für all jene Kunden fällig, die ihren PIN mehrfach falsch eingeben und so die Sperrung ihrer Girokarte verursachen. Die Karte kann nicht wie bislang für einen Betrag von 3,50 Euro entsperrt werden, sondern muss ab sofort mit einer neuen Girocard ersetzt werden. Dafür werden dann Kosten in Höhe von 15 Euro fällig.

Wer weiterhin nicht auf seine Überweisung in Papierform verzichten möchte, sollte sich vor dem Kontowechsel erkundigen, welche Banken diesen Service noch kostenlos anbieten. Wir haben das bei den fünf besten Girokonten in unserem Vergleich für Sie recherchiert:
 

Diese Gebühren entstehen für SEPA-Überweisungen bei den Top 5-Girokonten

  Telefon Brief  Fax  Filiale Besonderheiten
Consorsbank 2,95€ 2,95€ 2,95€ -

 
1822direkt 0,00€* 0,00€* 0,00€* - *gilt auch für Daueraufträge, Eilüberweisungen kosten hingegen 10 Euro. Wenn man BIC/IBAN nicht weiß, wirds teuer.
comdirect 0,00€ 0,00€** 0,00€ -

**formloser Brief ist ausreichend: IBAN und BIC des Empfängers sowie Betrag und Verwendungszweck

wüstenrot 0,00€ (D) 0,00€ (D) 0,00€ (D) -

Überweisung außerhalb D, aber innerhalb des SEPA-Raumes: 1,75 % plus Fremdwährungsgebühren

Commerzbank - 0,00€*** - 0,00€ *** formloser Brief reicht nicht: Überweisungsträger komplett ausfüllen und per Brief an die Bank senden

Girokontowechsel: So geht es ganz einfach

Viele Verbraucher glauben, ein Girokontowechsel sei mit einem viel zu hohen Aufwand verbunden. Wichtige Stellen wie etwa der Arbeitgeber oder Vermieter müssen über die neue Bankverbindung informiert, Daueraufträge geändert und Lastschriftmandate aktualisiert werden.

Wer deshalb vor einem Wechsel des Kontos zurückschreckt – obwohl er wegen Gebührenpolitik der Postbank lieber einer anderen Bank sein Vertrauen schenken würde – dem empfiehlt sich der Girokonto-Wechselservice.

Die Consorsbank und die Wüstenrot direkt bieten diesen Service bereits über CHECK24 an. Der Kunde legt lediglich online alle wichtigen Zahlungspartner fest, diese werden dann automatisch von der Bank über die neue Bankverbindung informiert. Der Aufwand eines Kontowechsels reduziert sich so auf ein Minimum. Das Praktische: Die Zwischenstände können jederzeit gespeichert und die Eingabe später fortgesetzt werden.

Übrigens: Verbraucherschützer raten dazu, bei der Eröffnung eines neuen Kontos beide Konten zunächst etwa drei Monate parallel laufen zu lassen, um sicherzustellen, dass alle Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden. Im Anschluss sollte das alte Girokonto jedoch gekündigt werden, denn das Sammeln von zuvielen Girokonten kann sich negativ auf die SCHUFA-Akte auswirken.

Viele der fünf Millionen Girokonto-Kunden der Postbank sind bislang vor einer Kündigung zurückgeschreckt. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge lag die Kündigungsquote im Januar und Februar 2015 unter jener des Vorjahreszeitraums. Das könnte sich bald ändern, denn wie sich zeigt, gibt es kostengünstige Alternativen zum Postbank-Girokonto.

(bm)

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