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Gebühren fürs Geldabheben: Konflikt eskaliert

18.08.2010 - 11:51

Bis Ende August soll der Zentrale Kreditausschuss eine gemeinsame Lösung zum Problem stetig steigender Automatengebühren beim Kartellamt vorstellen. Doch eine Einigung der Bankengruppen ist nicht in Sicht.

Ursprünglich sollten die Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken dem Bundeskartellamt spätestens am 31. August eine gemeinsame Lösung zu den Abhebegebühren an Geldautomaten vorlegen. Doch nun hat sich der Konflikt um die allgemeingültigen Regelungen verschärft. Laut dem „Handelsblatt“ haben Vertreter vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), dem Bundesverband deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) dies bestätigt.

Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) trifft sich am 25. August, doch niemand glaubt ernsthaft an einen Konsens. Vielmehr werden die privaten Banken einerseits und die Sparkassen und Volksbanken auf der anderen Seite dem Kartellamt miteinander konkurrierende Vorschläge unterbreiten. Die im BdB organisierten Privatbanken wollen nach Informationen des „Handelsblatt“ die Gebühren für Geldentnahme an fremden Automaten auf zwei Euro begrenzen. Volksbanken und Sparkassen sind gegen die Festlegung einer Gebührenhöchstgrenze, wollen die Kunden anderer Banken jedoch vor dem Abheben am Automat über die Höhe der Gebühren informieren.

Das Kartellamt hatte sich vor einigen Monaten den Gebühren an Geldautomaten gewidmet, nachdem diese für Kunden und deren Kreditinstitute im Laufe der vergangenen Jahre stark angestiegen waren. Von Seiten der Bundesbehörde wurde gedroht, die Existenzberechtigung der Automatenverbünde einer genauen Prüfung zu unterziehen, sollte von Seiten der Banken kein probates Mittel gegen die stetige Erhöhung der Abgaben gefunden werden. Einen ersten gemeinsamen Vorschlag des ZKA zu diesem Dilemma, in dem die Banken eine Höchstgebühr von fünf Euro einführen wollten, hatte das Kartellamt nicht angenommen.

Offenbar setzen Sparkassen und Volksbanken darauf, dass die Existenz der Automatenverbünde nun doch nicht vom Kartellamt hinterfragt wird. Immerhin bestehen diese schon seit Jahren. Regionale Kreditinstitute verweisen auf Signale, dass es wohl doch nicht zu einem Verbot kommt. Besonders die Kunden von privaten Banken mit wenigen Filialen wären am Ende die Leidtragenden. Diese müssten bei einem Verbot der Verbünde viel Geld für das Fremdabheben bezahlen. Den wahrscheinlich damit verbundenen Aufschrei mit enormer politischer Komponente, möchte letztendlich wohl niemand auslösen.

(tei)

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