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Finanzen: Kartellamt will Gebühr an Geldautomaten senken

09.07.2010 - 18:23

Das Geldabheben an fremden Geldautomaten soll deutlich günstiger werden. Ein Vorschlag der Banken bezüglich einer Obergrenze für Gebühren wurde vom Bundeskartellamt abgelehnt.

Nach Ansicht des Bundeskartellamtes müssen die Kosten für die Nutzung fremder Geldautomaten noch deutlicher als vorgeschlagen gesenkt werden. Die Kreditinstitute hatten dem Kartellamt angeboten, maximal fünf Euro an Gebühren für die Nutzung eines fremden Automaten zu verlangen. Die Behörde zeigte sich von diesem Vorschlag jedoch wenig begeistert.

Financial Times Deutschland berichtete unter Berufung auf einen Brief des Amtes an die deutschen Bankenverbände, dass die Gebühren in Zukunft zwischen 30 Cent und einem Euro liegen sollen. In diesem Bereich bewegen sich auch die Beträge, die sich die Bankinstitute eines Automatenverbunds aktuell gegenseitig in Rechnung stellen.

Das Kartellamt hat den Banken nun eine Frist bis Mitte August gesetzt, um eine vertretbare Lösung im Streit um die Gebühren zu präsentieren. Andernfalls behält sich die Behörde vor kartellrechtliche Sanktionen zu verhängen.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz reagierte positiv auf die Ablehnung der vorgeschlagenen Gebührenobergrenze. Die Banken müssten jetzt schnell zu einer realistischen Lösung kommen, teilte ein Sprecher mit. Außerdem sollten Kunden möglichst zeitnah an den Geldautomaten über die Höhe der Gebühren informiert werden.

Nach Berechnungen der Frankfurter Finanzberatung FMH  zahlen Kunden für die Nutzung eines fremden Geldautomaten momentan durchschnittlich 5,64 Euro. In der Spitze zahlt der Nutzer sogar zehn Euro. Experten taxieren die tatsächlichen Kosten eines Bankinstituts bei Transaktionen über fremde Automaten auf 63 Cent.

(tei)

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