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FACTA: Welchen Einfluss hat das US-Abkommen auf deutsche Bankkunden?

11.07.2014 - 14:00

Der Foreign Account Tax Compliance Act, kurz FACTA, soll verhindern, dass Menschen ihr Geld an den US-amerikanischen Staatskassen vorbei in Steueroasen schaffen. Auch für deutsche Bundesbürger hat das Konsequenzen.

Wer heutzutage beispielweise ein Girokonto abschließt, stolpert im Antragsformular über Fragen wie „Besitzen Sie die US-Staatsangehörigkeit?“ oder „Sind Sie in den USA steuerpflichtig?“. Erfahren Sie hier die Hintergründe.

FACTA-Abkommen zwischen europäischen Staaten und den USA

Wer in Deutschland ein Girokonto beantragt, muss ab sofort Fragen wie "Besitzen Sie die US-Staatsangehörigkeit?" beantworten.
Der Foreign Account Compliance Act ist ein US-amerikanisches Gesetz, das im Jahr 2010 in Kraft trat. Dieses Gesetz dient der Erfassung von Vermögenswerten aller Personen oder Gesellschaften, die in den USA steuerpflichtig sind - auch, wenn sie ihr Geld auf Konten im Ausland angelegt haben.

FACTA sieht beispielsweise vor, dass auf Kapitalerträge, die ein ausländisches Finanzinstitut aus US-Quellen bezieht, eine Quellensteuer erhoben wird. Diese Steuer in Höhe von 30 Prozent kann nur umgangen werden, wenn das Finanzinstitut Informationen über all jene Konten zur Verfügung stellt, die von US-Personen geführt werden.

Viele europäische Länder - darunter etwa Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich - haben ein sogenanntes Facta-Abkommen mit den USA geschlossen. Dieses zwischenstaatliche Abkommen sieht vor, dass zum Beispiel ausländisches Vermögen sowie Zinsen, Dividenden und Erlöse von Steuerpflichtigen, automatisch mit den Vereinigten Staaten ausgetauscht werden. Dadurch soll die Möglichkeit der Steuerhinterziehung ausgeschlossen und Steuerbetrug somit effektiv bekämpft werden. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte gegenüber CHECK24, dass das Abkommen zur Verbesserung des automatischen Informationsaustausches mit den USA und daher auch zur Sicherung des nationalen Steueraufkommens beitrage.

Wann fragen Banken diese Daten bei der Kontobeantragung ab?

Die Finanzinstitute im Sinne von FACTA erheben diese steuerlich relevanten Daten und übermitteln ab 2015 jährlich alle relevanten Kontoinformationen zu US-Personen dem Bundeszentralamt für Steuern. Dieses leite die Daten elektronisch an die US-Steuerverwaltung weiter. Das erklärte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage von CHECK24.

Wer ab dem 1. Juli 2014 ein Konto neu eröffnet, muss der Bank relevante Angaben übermitteln, die in der Regel Bestandteil der Kontoeröffnungsunterlagen sind. Im Falle von CHECK24 sind dies die Fragen: „Besitzen Sie die US-Staatsangehörigkeit?“ oder „Sind Sie in den USA steuerpflichtig?“. So kann das Finanzinstitut feststellen, ob der Kontoinhaber in den USA steuerlich ansässig ist.

Diese Regelung gilt für Girokonten ebenso wie für Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Allerdings müssen Tagesgeld- oder Festgeldkonten erst dann überprüft, identifiziert oder gemeldet werden, wenn der Kontosaldo am Ende eines Kalenderjahrs 50.000 US-Dollar (etwa 36.770 Euro) nicht übersteigt. Aus diesem Grund werden die oben genannten Fragen bei der Beantragung eines Tagesgeld- oder Festgeldkontos bei vielen Banken noch nicht standardmäßig abgefragt – bei Girokonten hingegen schon.

(bm)

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