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Die EZB hat den Leitzins gesenkt - werden auch die Dispozinsen günstiger?

12.11.2013 - 08:00

Des einen Freud ist des anderen Leid: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins in der vergangenen Woche erneut gesenkt. Der Refinanzierungssatz erreichte damit ein neues historisches Tief von 0,25 Prozent. Während Sparer vor weiteren Zinssenkungen zittern müssen, dürfen sich zukünftige Bauherrn und andere Kreditnehmer auf noch günstigere Zinsen freuen. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Dispokredit aus? Geben die Banken die günstigen Konditionen, zu denen sie sich derzeit frisches Geld besorgen können, auch an ihre Giro-Kunden weiter?

In den vergangenen Monaten wurden die überhöhten Dispozinsen vieler Banken von mehreren Seiten scharf kritisiert. Unter anderem zeigte eine Erhebung der Stiftung Warentest, dass die aktuellen Zinsen auf den Dispokredit bei 11,31 Prozent liegen. 119 der 1.538 untersuchten Institute verlangen sogar einen Zinssatz von über 13 Prozent. Angesichts des niedrigen Leitzinses, zu dem sich die Banken bei der EZB derzeit selbst refinanzieren können, halten die Verbraucherschützer diese Sätze für deutlich überhöht.

Nur wenige Banken passen ihre Dispozinsen dem Leitzins an

Dispozinsen können am Ende des Monats enorm zu Buche schlagen.
Theoretisch sollten die Banken die für sie günstigen Konditionen an Verbraucher weitergeben. Nicht nur in Form von günstigen Ratenkrediten – sondern auch durch angemessene Dispozinsen. Für viele Banken kommt das allerdings nicht in Frage. Medienberichten zufolge verbesserten nach der letzten Leitzinssenkung im Mai nur eine Handvoll Banken die Konditionen für ihren Dispokredit. Sprecher der übrigen Institute gaben an, dass ihre Dispozinsen nicht an den Leitzins der EZB gekoppelt seien.

Zwar sind die Banken gesetzlich verpflichtet, ihre Dispozinsen an einen Referenzsatz zu koppeln – es muss jedoch nicht der EZB-Leitzins sein. Bei rund zwei Dritteln der Banken und Sparkassen dient stattdessen der sogenannte Euribor-Satz als Referenzzins. Dabei handelt es sich um denjenigen Zinssatz, zu dem sich die Institute untereinander Geld in Eurowährung leihen. Der Euribor hatte sich in den vergangenen Monaten nur wenig verändert.

Überhöhte Dispozinsen: Bankkunden müssen selbst aktiv werden

Eine gesetzliche Deckelung der Dispozinsen lehnte ehemalige schwarz-gelbe Bundesregierung allerdings ab. Sprecher der Koalition ließen mitteilen, dass die Zinshöhe in den Bereich der Privatautonomie falle. Man empfehle Verbrauchern stattdessen, selbst aktiv zu werden und gegebenenfalls zu einem anderen Anbieter mit günstigeren Konditionen zu wechseln.

Ein weiser Ratschlag – denn obwohl die Höhe der Dispozinsen mit Sicherheit nicht das ausschlaggebende Kriterium bei der Wahl des Girokontos sein sollte, können Verbraucher durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter viel Geld sparen. Das gilt insbesondere für Bankkunden, die ihren Dispokredit regelmäßig in Anspruch nehmen. Ist das Konto beispielsweise ständig um 500 Euro überzogen, fallen bei einem Dispozins in Höhe von 13 Prozent monatlich immerhin 5,42 Euro an Zinsen an. Auf das Jahr gerechnet läppert sich diese Summe auf stolze 65,90 Euro zusammen.

Diese Banken bieten einen verhältnismäßig günstigen Dispokredit:

BankDispozins
DAB Bank7,50 Prozent jährlich
1822direkt7,74 Prozent jährlich
DKB7,90 Prozent jährlich
netbank8,00 Prozent jährlich
Cortal Consors8,50 Prozent jährlich
Targobank8,99 Prozent jährlich
comdirect9,40 Prozent jährlich

In vielen Fällen lohnt sich ein Kontowechsel

Neben den Dispozinsen gibt es allerdings noch einige weiter Kriterien, die Bankkunden in die Kontowahl einbeziehen sollten. So bieten insbesondere Direktbanken ihren Kunden mittlerweile an, das Girokonto kostenlos zu führen. Auch die Möglichkeiten zur Bargeldversorgungen und die zugehörige Kreditkarte dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Doch mit dem Girokontowechsel lässt sich nicht nur sparen sondern sogar eine attraktive Rendite erwirtschaften: Einige Banken bieten Neukunden Eröffnungsgutschriften von bis zu 100 Euro. Angesichts der aktuell niedrigen Sparzinsen sollten sich Verbraucher diese unbedingt zu Nutze machen.

(fr)

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