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EC-Kartenbetrug: So können sich Verbraucher schützen

16.11.2012 - 10:00

Die Zahl der Betrugsfälle am Geldautomaten ist stark zurückgegangen. Aktuellen Daten der deutschen Kreditwirtschaft zufolge kommt es bei Bargeldabhebungen immer seltener zu sogenannten Skimming-Fällen, bei denen die Girocard (früher: EC-Karte) kopiert wird. Kartendiebstähle sind dagegen nur minimal zurückgegangen. Knapp 10.737 Deutsche meldeten bis Ende Oktober dieses Jahres den Diebstahl ihrer Girocard.

Vor allem auf stark besuchten Plätzen würden häufig Karten gestohlen, so Margit Schneider von „Euro Kartensysteme“, einer zentralen Organisation deutscher Banken und Sparkassen. In der Regel heben die Täter bereits kurz nach dem Diebstahl Bargeld ab. Das bedeutet, dass sie in der kurzen Zeit auch die vierstellige PIN herausfinden konnten.

Schneider zufolge bewahren offenbar noch immer viele Karteninhaber ihre PIN auf einem Zettel in der Geldbörse auf. Einige Besitzer hätten sich die PIN sogar auf der Rückseite ihrer Karte notiert. Dies sollten Verbraucher in jedem Fall vermeiden. Vor Gericht gilt ein solches Vorgehen als grobe Fahrlässigkeit, so dass die Banken für den entstandenen Schaden nicht haften müssen. Girocard und PIN sollten deshalb unbedingt getrennt voneinander aufbewahrt werden. Am besten sollte die PIN auswendig gelernt werden.

Die 2011 eingeführte EMV-Technologie erschwert EC-Kartenbetrug

Verglichen mit der Zahl der Diebstähle wurden 2012 deutlich weniger Deutsche Opfer von Skimming. Bei dieser Betrugsmethode werden Geldautomaten so manipuliert, dass die Daten vom Magnetstreifen der Girocard abgelesen werden können. Diese werden dann auf eine neue Karte kopiert, mit der die Täter im Ausland Geld abheben. Die PIN-Nummer besorgen sich die Betrüger durch eine Kamera, die am Automaten installiert wird und den Verbraucher bei der Eingabe filmt.

Während im Jahr 2010 noch 1.769 Geldautomaten auf diese Weise manipuliert wurden, verringerte sich die Anzahl bis Ende Oktober 2012 auf 409. Dieser Erfolg ist in erster Linie dem kopiersicheren EMV-Chip zu verdanken, mit dem Girocards seit 2011 in Europa ausgestattet sind. Mit dessen Hilfe erkennen Geldautomaten kopierte Karten. Auf diese Weise können Betrüger nur noch im außereuropäischen Ausland Geld abheben, was ihren Aufwand erheblich erschwert.

Trotz Sicherheitsmaßnahmen: Skimming-Techniken werden immer ausgefeilter

Die Banken in Deutschland haben zudem weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen – beispielsweise Magnetfelder im Geldautomaten, die erkennen, wenn das Gerät mit einem Aufsatz manipuliert wurde. Immer häufiger führen Banken zudem Abhebelimits für diejenigen Länder ein, deren Automaten die europäischen Sicherheitsstandards nicht erfüllen. Sollten Verbraucher in eines dieser Länder reisen, so können sie das Limit im Vorfeld bei ihrer Bank abschalten lassen. Vor Reisen ins außereuropäische Ausland sollten sich Kunden deshalb bei ihrer Bank nach abweichenden Begrenzungen für Bargeldabhebungen erkundigen.

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen kann allerdings beim Thema Skimming noch keine völlige Entwarnung gegeben werden. Die Manipulationen sind zwar seltener, aber dafür auch wesentlich ausgefeilter geworden. So werden zum Beispiel die Kameras immer besser versteckt und die Aufbauten täuschend echt getarnt. Schneider empfiehlt daher allen Bankkunden, bei der Eingabe der PIN stets die Tastatur mit der Hand zu verdecken. So kann die Information von den Kameras nicht aufgezeichnet werden. Sollten Verbraucher doch einmal Opfer eines derartigen Betruges werden, übernimmt die Bank den Schaden grundsätzlich in vollem Umfang. Bei der Wahl ihres Girokontos sollten sich Kunden dennoch gründlich über die Haftungsrichtlinien der Institute informieren.

(fr)

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