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So entkommen Sie der teuren Dispofalle

15.03.2015 - 16:00

Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt auf einem historischen Tiefstand, doch die Zinsen für Dispositionskredite bleiben hoch. Wie Sie der Dispofalle dauerhaft entkommen, erfahren Sie hier. 

Fast jeder zweite Deutsche überzieht das Konto, rund ein Viertel nutzt den Dispokredit sogar mehrmals pro Jahr. Das geht aus einer Studie der ING-Diba in Zusammenarbeit mit dem Ipsos-Meinungsforschungsinstitut hervor. Etwa zwölf Prozent leihen sich dabei sogar Summen von über 1.500 Euro. Insgesamt stehen die Deutschen Angaben des WDR zufolge monatlich mit 30 Milliarden Euro in der Kreide – 373 Euro sind das im Schnitt auf den Bundesbürger gerechnet.

Gerade für kurzfristige finanzielle Engpässe ist der Dispositionskredit ideal: Wenn etwa die Waschmaschine kaputt geht oder eine unvorhergesehene Autoreparatur ins Haus steht, kann der Dispokredit unbürokratisch und ohne viel Papierkram in Anspruch genommen werden. Diese Flexibilität bezahlen Verbraucher jedoch meist mit hohen Gebühren. Gerade, wenn man das Konto über einen längeren Zeitraum überzieht, können hohe Kosten entstehen. Denn wie die Stiftung Warentest in einer Untersuchung herausfand, lag der durchschnittliche Dispozins im Jahr 2014 bei 10,65 Prozent. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nennt dies "unrechtmäßig hoch".

Zu hohe Dispozinsen? Ein Girokontowechsel kann sich lohnen

Kontoauszug mit negativen Zahlen
Wenn das Konto im Minus ist: So entkommen Sie der Dispofalle.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, beim Dispozins zu sparen. Die einfachste wäre, diesen vergleichsweise teuren Kredit gar nicht erst in Anspruch zu nehmen. Das ist leichter gesagt, als getan. Denn gerade durch seine Flexibilität ist der Dispo oft die beste Möglichkeit, kurzfristige Finanzierungen zu stemmen.

Wer Dispozinsen in zweistelliger Höhe bezahlt, sollte allerdings dringend über einen Kontowechsel nachdenken. Verbraucherschützer halten Dispozinsen von etwa sieben Prozent über dem Drei-Monats-EURIBOR für angemessen – aktuell wäre dies ein Wert von rund 7,03 Prozent. Zahlreiche Girokonten auf dem Markt bieten günstige Dispozinsen.

Wirft man einen Blick in einen Girokonto-Vergleich, fallen die Deutsche Kreditbank (DKB) und die DAB Bank mit einem Dispozins von 7,5 Prozent positiv auf. Um das Konto mit den günstigsten Dispozinsen zu finden, sollten Verbraucher in jedem Fall verschiedene Angebote vergleichen. Dazu raten auch Verbraucherschützer. Statt umständlich bei einzelnen Banken Angebote einzuholen, können in einem Girokonto-Vergleich innerhalb weniger Augenblicke zahlreiche Angebote mit all ihren Konditionen verglichen werden. Auch die Dispozinsen sind dort transparent aufgelistet. Mit einem Klick auf "Dispozins" können die Konten nach der Höhe des Dispozins sortiert werden.

Neben der Höhe des Dispozinses sind bei der Wahl des Kontos weitere Faktoren entscheidend - beispielsweise die kostenlose Kontoführung. Dass Kunden keine Gebühren mehr für ihr Konto zahlen müssen, ist heutzutage schon fast Standard. Ganz im Gegenteil: Zahlreiche Geldinstitute wie etwa die Consorsbank oder die 1822direkt zahlen Neukunden sogar eine Prämie für die Kontoeröffnung. Bis zu 170 Euro Bonus sind aktuell für die Neueröffnung eines Kontos über CHECK24 drin. Aber Achtung: Die höchste Prämie gibt´s aktuell allerdings bei der Wüstenrot direkt, die nicht durch einen günstigen Dispozins glänzt.

Was tun, wenn das Konto schon im Minus ist?

Wenn das Konto schon im Minus ist und das vielleicht sogar über einen längeren Zeitraum, sollten Verbraucher über eine sogenannte Dispokredit-Umschuldung nachdenken. Im Schnitt kann man sich so mehr als 350 Euro sparen. Das ergab eine Studie des Vergleichsportals CHECK24 im Dezember 2014. Die Untersuchung ging von einem Dispositionskredit in Höhe von 3.000 Euro aus. Während der durchschnittliche Dispozins im Jahr 2014 deutschlandweit im Schnitt bei 10,65 Prozent lag, waren die Zinsen für einen Ratenkredit hingegen mit durchschnittlich 2,91 Prozent deutlich günstiger.

Die Umschuldung auf einen Ratenkredit kann sich auch deshalb lohnen, weil der Kredit dann in monatlichen Raten beglichen wird. Der Dispositionskredit hingegen sieht keine verbindliche Rückzahlung vor, es ist dem Verbraucher selbst überlassen, wie und wann er den Kredit zurückzahlt. Auch aus diesem Grund ist die Gefahr einer Verschuldung beim Dispositionskredit durchaus gegeben. Genau aus diesem Grund hatten zahlreiche Politiker gefordert, den Dispozins zu deckeln, diesem Vorhaben erteilte der Verbraucherausschuss im Oktober vergangenen Jahres allerdings eine klare Absage. Aus diesem Grund müssen die Verbraucher selbst darauf achten, nicht in die Dispofalle zu rutschen. Helfen könnte künftig der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz, der Banken zu mehr Transparenz und zu einer Beratungspflicht verpflichten möchte.

(bm)

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