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Kontopfändung: Das ändert sich beim P-Konto ab 1. Juli

13.05.2015 - 14:06

Ab ersten Juli schützt das Pfändungsschutzkonto 1073,88 Euro pro Kalendermonat vor den Ansprüchen der Gläubiger. Bisher belief sich dieser Grundfreibetrag auf 1045,04 Euro. Er darf trotz des Zwangsvollstreckungsverfahrens, in dem sich der Kontobesitzer befindet, nicht einkassiert werden.

Bei einer Kontopfändung wird das Girokonto des Kontoinhabers im Rahmen einer Zwangsvollstreckung beschlagnahmt. Das heißt, Gläubiger haben Anspruch auf das Geld, das monatlich auf dem Girokonto eingeht. Dem Kontobesitzer jegliches Geld zu entziehen, wäre jedoch nicht sinnvoll. Denn es ist letztendlich für alle Parteien besser, wenn er weiterhin für sich selbst und seine Kinder sorgen kann.
 

Wie unterscheidet sich das Pfändungsschutzkonto vom Girokonto?

Die Anhebung der Pfändungsgrenzen  beim P-Konto erfolgt bereits am 1. Juli.
Das Pfändungsschutzkonto ist ein normales Girokonto, das die Teilnahme am Zahlungsverkehr ermöglicht. Man kann mit der zugehörigen EC-Karte an Geldautomaten Bargeld abheben sowie Daueraufträge und Überweisungen tätigen. Der Lastschrifteinzug ist ebenfalls weiterhin möglich. Doch es gibt drei wesentliche Unterschiede zum gängigen Girokonto:

Der erste Unterschied ist, dass am P-Konto (kurz für: Pfändungsschutzkonto) ab Juli ein Guthaben von 1073,88 Euro je Kalendermonat geschützt ist. Dieser Betrag steht dem Kontobesitzer trotz der Kontopfändung zu. Hat der Kontoinhaber ein Kind, dem er gesetzlichen Unterhalt zahlen muss, kann er zusätzlich über monatlich 393,30 Euro verfügen. Auch hier wird die Grenze am ersten Juli auf 404,16 Euro angehoben. Für die zweite bis fünfte unterhaltspflichtige Person steigt der monatlich geschützte Betrag von bisher jeweils 219,12 Euro auf jeweils 225,17 Euro.

Der zweite Unterschied ist, dass Inhabern von P-Konten bonitätsabhängige Leistungen, wie beispielsweise die Ausstellung einer Kreditkarte, verwehrt bleiben können.

Das P-Konto unterscheidet sich aber auch von Girokonten, weil es nicht als Gemeinschaftskonto geführt werden kann. Zudem darf jeder Mensch nur ein einziges P-Konto besitzen.
 

Wie richtet man ein Pfändungsschutzkonto ein?

Wer ein Pfändungsschutzkonto besitzen will, muss die Einrichtung eines solchen bei seiner Bank beantragen. Es besteht die Möglichkeit, ein neues Konto als P-Konto einzurichten oder ein bereits bestehendes Girokonto in ein P-Konto umzuwandeln. Das Girokonto kann auch nach der Zustellung der Pfändung noch in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden. Das Einreichen eines entsprechenden Antrags bei der Bank ist auch in diesem Fall notwendig. Per Gesetz haben die Finanzinstitute für die Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto maximal vier Geschäftstage Zeit. Die vollen Freibeträge auf dem P-Konto gelten dann sogar rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Zustellung der Pfändung, in dem das Konto gepfändet wurde. Voraussetzung dafür ist, dass die Umwandlung innerhalb von vier Wochen seit dem Eingang des Pfändungsbeschlusses bei der Bank erfolgt ist.

Verweigert das Kreditinstitut das Einrichten eines P-Kontos, sollte man sich das schriftlich geben lassen und umgehend mit der nächstgelegenen Verbraucherzentrale Kontakt aufnehmen.

Weiterführende Informationen zum Thema P-Konto finden Sie hier.

(lsc)

 

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