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Griechenland: Abhebungen auf 60 Euro begrenzt, sind auch Touristen betroffen?

06.07.2015 - 14:19

Die Ereignisse in der hellenischen Republik überschlagen sich, die Zukunft des Landes ist derzeit ungewiss. Griechen können aktuell nur noch 60 Euro pro Tag abheben. Warum eigentlich? Und gilt diese Grenze auch für Ausländer?

Die Gespräche zwischen Griechenland und den Finanzministern der Eurozone sowie der Europäischen Zentralbank scheiterten, die Zukunft des Landes ist nun ungewiss. Die Mehrheit der Griechen wünscht sich, dass der Einigungsplan, den die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds vorgelegt haben, nicht akzeptiert wird. Das jedenfalls ergab das am Sonntag durchgeführte Referendum.

Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland: Abhebungen begrenzt

Münzen auf einer Landkarte von Athen
Nur noch 60 Euro können Griechen pro Tag abheben. Gilt diese Beschränkung auch für Touristen?
Um einen Bankenkollaps zu vermeiden, wurden in Griechenland sogenannte Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Diese sehen unter anderem vor, dass Überweisungen nur noch im Inland getätigt werden können. Möchten Griechen aktuell Geld ins Ausland überweisen ist das in der Regel nicht möglich. Lediglich bei Zahlungen für Medikamente kann eine Sonderregelung vereinbart werden. Über diese individuellen Fälle entscheidet ein speziell eingerichtetes Prüfungsgremium.

Darüber hinaus können Bankkunden maximal 60 Euro pro Tag abheben. Diese Regelung gilt allerdings nicht für ausländische Bankkarten, hier gibt es keine Beschränkungen. Touristen können also mit ihrer deutschen EC-Karte oder Kreditkarte ohne Probleme und Einschränkungen weiterhin Bargeld in Griechenland beziehen.

Geplant ist, dass die Banken in Griechenland noch bis zum heutigen Montag geschlossen bleiben. Nicht nur der Zugang zu Bargeld ist eingeschränkt, die Kapitalverkehrskontrollen wirken sich auch auf andere Zahlweisen aus: Bei den Internetkonzernen Apple, Amazon und Google werden Zahlungen mit griechischen Kreditkarten bereits blockiert. Auch Überweisungen per Paypal sind derzeit nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich.

Im Interesse der griechischen Wirtschaft müsse der freie Kapitalverkehr so bald wie möglich wiederhergestellt werden, sagte etwa der EU-Kommissar Jonathan Hill gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Ähnliche Fälle von Kapitalverkehrskontrollen sind aus der jüngsten Vergangenheit aus Island (2008) sowie aus Zypern (2013) bekannt.

(bm)
 

 

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