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Wieder Milliardenloch bei Krankenkassen

03.05.2010 - 11:46

Der Schätzerkreis der Gesetzlichen Krankenversicherung geht in seiner neuesten Prognose davon aus, dass den Gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2010 etwa 3,1 Milliarden Euro fehlen werden. Einspareffekte durch die von Gesundheitsminister Rösler geplante Erhöhung der Abschläge auf Medikamentenpreise sind dabei schon berücksichtigt.

Der Schätzerkreis geht von folgenden Zahlen aus: Die Kassen  werden 173,4 Milliarden Euro ausgeben, jedoch lediglich 170,3 Milliarden aus den Zuweisungen des Gesundheitsfonds  einnehmen.

Da das fehlende Geld irgendwo herkommen muss,  werden weitere Zusatzbeiträge für die gesetzlich Versicherten  immer wahrscheinlicher. Vielen, die jetzt eben Ihre Krankenkasse wegen der Zusatzbeiträge verlassen und den Anbieter gewechselt haben, droht nun auch bei der neuen Kasse ein Zusatzbeitrag. Trotz Protesten der Verbraucherzentrale Bundesverband, dass es nicht sein könne, dass die Ärzte drei Milliarden Euro mehr einnehmen, während man die Versicherten zusätzlich zur Kasse bittet werden die Zusatzbeiträge aller Wahrscheinlichkeit nach kommen. Sogar der Gesundheitsminister sagte am 29.01.2010 in der Bild-Zeitung:”In der jetzigen Form sind die Zusatzbeiträge unsozial”.

Dabei verschlingt alleine die Verwaltung und Einziehung der Zusatzbeiträge etwa 2,50Euro pro Mitglied, also fast ein Drittel der Gesamtsumme. Müssen die Kassen künftig nicht nur die bisherigen acht Euro einziehen, sondern - wie vorgesehen - 1% des Bruttolohnes, werden pro Versichertem bis zu 37,50Euro und weitere Verwaltungskosten fällig, da dann für jedes einzelne Mitglied eine Einkommensprüfung durchgeführt werden muss.

Wer von seiner Krankenkasse informiert wird, dass ein Zusatzbeitrag erhoben werden soll, hat ein Sonderkündigungsrecht und kann zum Ende des übernächsten Monats zu einer anderen Kasse wechseln. Dies gilt übrigens nicht für die Versicherten in Wahltarifen, die eine dreijährige Bindungsfrist einhalten müssen.

(se)

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