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Urteil: Schmerzensgeld nach falschem Befund des Hausarztes

19.01.2015 - 18:00

Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass eine Patientin von ihrer Hausärztin ein Schmerzensgeld verlangen darf. Nach einem falschen Befund musste die Frau notoperiert werden und leidet bis heute unter gesundheitlichen Problemen.

In dem verhandelten Fall klagte die Patientin unter Schmerzen im unteren Rücken sowie der linken Gesäßhälfte. Die Hausärztin diagnostizierte Ischiasbeschwerden, verabreichte der Frau eine Spritze und verschrieb ihr ein Schmerzmittel. Tatsächlich litt die Frau jedoch unter einer Gewebeentzündung im Gesäßbereich und musste drei Tage später notoperiert werden. In den folgenden Wochen wurden zudem weitere Nachoperationen notwendig.

Nach Notoperation Schmerzen und Inkontinenz

Urteil des OLG Hamm: Hausärztin muss nach falschem Befund Schmerzensgeld zahlen.
Die Frau verklagte die Ärztin und verlangte unter anderem ein Schmerzensgeld. Sie führte als Begründung an, dass die Hausärztin sie nur unzureichend untersucht habe. Nach den notwendig gewordenen Operationen leide sie zudem bis heute unter Wundschmerzen und Inkontinenz sowie psychischen Belastungen.

 

Das Oberlandesgericht gestand der Frau ein Schmerzensgeld in Höhe von 22.000 Euro zu. Die beklagte Ärztin ist nach Auffassung der Richter den geschilderten Beschwerden nicht hinreichend nachgegangen.

Sie hafte daher für einen sogenannten Befunderhebungsfehler. Die Ärztin habe sich nicht auf ihre Anfangsdiagnose verlassen dürfen, sondern hätte andere Erkrankungen ausschließen müssen.

Ein Sachverständiger hatte bestätigt, dass die Ärztin die Gewebeentzündung im Gesäßbereich hätte feststellen können. Dazu hätte die Patientin weiter untersucht werden müssen. Das Gericht ging daher davon aus, dass die erste Operation weniger schwerwiegende Folgen gehabt hätte, wenn diese drei Tage früher durchgeführt worden wäre. Die Folgen der Notoperation würden das Schmerzensgeld rechtfertigen, urteilten die Richter.

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(mst)

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