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Umfrage zum Gesundheitssystem: Gute Noten, aber Sorgen vor der Zukunft

08.04.2014 - 12:00

Die Mehrheit der Bundesbürger sieht das deutsche Gesundheitssystem positiv: Ganze 79 Prozent stufen es als gut oder sehr gut ein. Allerdings ärgern sich viele Patienten über lange Wartezeiten auf einen Termin und volle Arztpraxen. Patienten und Ärzte fürchten gleichermaßen, dass sich die medizinische Versorgung in Zukunft verschlechtern wird. Dies geht aus dem 8. MLP-Gesundheitsreport hervor, den das Institut für Demoskopie Allensbach für den Finanzvertrieb MLP erstellt hat. Für den Gesundheitsreport wurden rund 2.100 Bundesbürger und 500 Ärzte befragt.

Die meisten Patienten bewerten auch die Krankenhäuser durchaus positiv, vor allem das hilfsbereite Pflegepersonal und die Ausstattung werden oft gelobt. Hier gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Während in Niedersachsen 49 Prozent der Befragten mit ihren Krankenhäusern zufrieden sind, liegt der Wert im Saarland nur bei 32 Prozent.

Langfristig gesehen nimmt die Zufriedenheit zudem ab. In ganz Deutschland haben 41 Prozent einen guten Eindruck von den Krankenhäusern, 1995 waren es noch 50 Prozent.

Vor allem gesetzlich Versicherte klagen über Wartezeiten

Wartezeiten sind vor allem für gesetzlich Versicherte nach wie vor ein großes Ärgernis. 57 Prozent beklagen sich über lange Wartezeiten auf einen Termin, 69 Prozent bemängeln ein zu langes Warten in der Arztpraxis. Bei den Befragten mit einer privaten Krankenversicherung sind dagegen nur 33 Prozent mit der Terminvergabe und 44 Prozent mit der Wartezeit beim Arzt unzufrieden.

Auf die freie Arztwahl wollen Patienten allerdings nicht verzichten. Für die Pläne der Großen Koalition, eine zentrale Terminvergabestelle für Beratungen bei Fachärzten einzurichten, findet sich keine Mehrheit. 45 Prozent unterstützen die Idee, während ein Drittel das Vorhaben ausdrücklich ablehnt.

Zukünftig schlechtere Versorgung befürchtet

Für die Zukunft befürchten die Bundesbürger eine schlechtere medizinische Versorgung. 38 Prozent erwarten, dass die Qualität der Gesundheitsversorgung in den nächsten zehn Jahren sinken wird. Bei den Ärzten ist die Skepsis noch ausgeprägter: Ganze 64 Prozent rechnen hier mit einer Verschlechterung.

Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der Patienten und Ärzte glauben, dass in Zukunft nur noch eine medizinische Grundversorgung gewährleistet sein wird und viele Kosten selbst übernommen werden müssen. 75 Prozent der Ärzte sowie 69 Prozent der Gesamtbevölkerung gehen sogar davon aus, dass es eine Zwei-Klassen-Medizin geben wird. Drei Viertel der Bundesbürger stellen sich zudem auf steigende Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung ein.

Bei den Ärzten rechnen 84 Prozent damit, aus wirtschaftlichen Gründen zukünftig nicht mehr alles verordnen zu dürfen, was medizinisch notwendig ist. Und bereits heute sagen 37 Prozent der Ärzte, dass sie schon einmal aus Kostengründen auf Behandlungen verzichten mussten, obwohl diese medizinisch angeraten gewesen wären.

Angst vor der Absicherung im Pflegefall

Ein weiteres Thema, das viele Menschen umtreibt, ist die Pflege im Alter. 86 Prozent erwarten, dass in den nächsten zehn Jahren immer mehr ältere Menschen auf Pflege angewiesen sein werden. Gleichzeitig befürchten zwei Drittel, dass es zunehmend schwierig werden wird, alle Pflegebedürftigen ausreichend zu versorgen. Knapp die Hälfte (45 Prozent) der Befragten hat Angst davor, im Pflegefall finanziell nicht abgesichert zu sein.

60 Prozent der Bundesbürger begrüßen es daher, dass eine staatliche Förderung von Pflegeversicherungen – der sogenannte  „Pflege-Bahr“ – eingeführt wurde.

(mst)

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