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Krankenkassen verlangen ab Januar Zusatzbeiträge

05.12.2014 - 14:00

Ab dem nächsten Jahr gelten neue Regeln für die gesetzliche Krankenversicherung. Die Krankenkassen dürfen einen individuellen Zusatzbeitrag verlangen. Die Folge: Jede Kasse wird einen eigenen Beitragssatz festlegen.

Aktuell ist der Beitragssatz für alle gesetzlichen Kassen festgeschrieben: Er liegt bei 15,5 Prozent. Davon bezahlen die Arbeitgeber 7,3 Prozent, die Arbeitnehmer 8,2 Prozent. Ab nächstem Jahr liegt der gesetzliche Beitragssatz bei 14,6 Prozent, der Arbeitgeberanteil wird bei 7,3 Prozent eingefroren. Benötigt eine Kasse mehr Geld, kann sie darüber hinaus einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag verlangen.

Diesen Zusatzbeitrag müssen die Arbeitnehmer allerdings alleine bezahlen, die Arbeitgeber beteiligen sich daran nicht. Da die meisten Krankenkassen zurzeit selbst mit dem aktuellen Beitragssatz von 15,5 Prozent Verluste schreiben, dürfte kaum eine Kasse ohne einen Zusatzbeitrag auskommen. Experten gehen davon aus, dass die meisten Kassen zunächst einen Zusatzbeitrag von weniger als 0,9 Prozent verlangen werden, um keine Mitglieder zu verlieren. In diesem Fall würde der Beitragssatz damit erst einmal etwas sinken. Auf lange Sicht dürfte der Beitrag aber steigen.

Kassen müssen die Versicherten informieren

Die Krankenkassen dürfen ab Januar 2015 Zusatzbeiträge verlangen.
Welchen Zusatzbeitrag die Kassen tatsächlich verlangen, stellt sich in den nächsten Wochen heraus. Einige Kassen haben die Höhe ihres Zusatzbeitrags schon veröffentlicht. So wird die AOK Plus ab dem 1. Januar 2015 einen Zusatzbeitrag in Höhe von 0,3 Prozent erheben, der gesamte Beitragssatz wird damit bei 14,9 Prozent liegen. Die BIG direkt will zusätzlich 0,7 Prozent verlangen, die AOK Bayern 0,9 Prozent. Der Zusatzbeitrag wird dabei zusammen mit dem Basisbeitrag automatisch vom Arbeitslohn abgezogen.

 

Die Krankenkassen müssen ihren Versicherten schriftlich mitteilen, welchen Zusatzbeitrag sie verlangen werden. Sollte der Zusatzbeitrag über 0,9 Prozent liegen und der Gesamtbeitrag damit steigen, müsste die Kasse sogar angeben, welcher Wettbewerber günstiger ist. Allein aus diesem Grund dürfte es zu Beginn praktisch keine Krankenkasse geben, die mehr als 0,9 Prozent zusätzlich verlangt.

Wichtig für alle gesetzlich Versicherten: Sobald Sie Ihre Kasse per Brief darüber informiert, dass sie einen Zusatzbeitrag erheben wird, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können mit einer Frist von zwei Monaten zum Ende des Kalendermonats kündigen und zu einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung wechseln.

(mst)

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