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Jede zweite Krankenhausrechnung ist fehlerhaft

21.06.2014 - 14:00

Mehr als jede zweite Krankenhausrechnung ist nach Erhebungen der gesetzlichen Krankenkassen fehlerhaft. Dabei geht es um viel Geld: Nach Schätzungen des Spitzenverbands der Krankenkassen beläuft sich der Gesamtschaden auf 2,3 Milliarden Euro.

Nach einem Online-Bericht der Frankfurter Rundschau hat der Spitzenverband der Kassen ermittelt, dass 53 Prozent aller untersuchten Krankenhausrechnungen von 2012 fehlerhaft waren. Es wurden Behandlungen berechnet, die gar nicht oder nicht im angegebenen Umfang durchgeführt wurden. Im ersten Halbjahr 2013 soll der Anteil der fehlerhaften Rechnungen ähnlich hoch gewesen sein.

53 Prozent aller Krankenhausrechnungen von 2012 waren fehlerhaft.
Die Krankenkassen rechnen den Gesamtschaden auf insgesamt 2,3 Milliarden Euro hoch. Würden alle 2.000 deutschen Kliniken korrekt abrechnen, könnte laut Frankfurter Rundschau der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung um 0,2 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent sinken.

Kliniken weisen die Vorwürfe zurück

Die Kliniken weisen die Vorwürfe zurück. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) betont, dass 95 Prozent aller Abrechnungen unbeanstandet blieben. Bei mehr als zwei Drittel aller Prüfungen gehe es um die Frage, ob Patienten überhaupt in die Klinik hätten aufgenommen werden sollen oder ob der Aufenthalt zu lange war. Einen Betrugsversuch könne man den Krankenhäusern daher nicht unterstellen. Laut DKG ist auch die Schadenssumme viel geringer. Die Summe von 2,3 Milliarden Euro sei lediglich das Volumen der von den Kassen überprüften Rechnungen.

Sozialgesetzbuch schreibt Prüfungen vor

Das Sozialgesetzbuch schreibt vor, dass die Kassen Krankenhausrechnungen überprüfen müssen. In einem ersten Schritt werden die Abrechnungen auf Auffälligkeiten hin durchgesehen, beispielsweise ein zu langer Krankenhausaufenthalt bei einer leichten Erkältung. In einem zweiten Schritt werden bis zu zwölf Prozent aller Rechnungen bundesweit genau geprüft.

Stellt sich dabei heraus, dass eine Rechnung fehlerhaft war, muss die Klinik den zu viel verlangten Betrag zurückzahlen – allerdings nur für die Leistung, wegen der die Rechnung überprüft wurde. Finden sich noch weitere fehlerhafte Posten auf der Rechnung, muss die Klinik diese nicht erstatten.

War die Rechnung hingegen korrekt, muss die Krankenkasse dem Krankenhaus eine „Aufwandspauschale“ von 300 Euro zahlen. Die Kassen fordern, dass diese Pauschale abgeschafft wird. Sie verlangen zudem, dass bei einer fehlerhaften Rechnung sämtliche Rechnungsposten korrigiert werden und die Klinik eine Strafgebühr zahlen muss.

(mst)

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