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In Norddeutschland fühlen sich Kassenpatienten benachteiligt

16.02.2015 - 12:00

Gesetzlich Versicherte werden wie „Patienten zweiter Klasse“ behandelt. Das sagen laut einer repräsentativen Umfrage zumindest 62 Prozent der Norddeutschen. Nur ein Drittel ist anderer Meinung.

75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Ärzte in ihren Entscheidungen zu sehr von finanziellen Interessen geleitet werden. Knapp die Hälfte (49 Prozent) glaubt zudem nicht, dass die Gelder im deutschen Gesundheitssystem effizient eingesetzt werden.

Die Studie zeigt allerdings auch, dass die meisten Norddeutschen mit der Gesundheitsversorgung zufrieden sind. 72 Prozent stimmen der Aussage zu, dass das Gesundheitssystem in Deutschland eine hochwertige Versorgung bietet. Nur knapp ein Drittel ist hier anderer Meinung.

Viele erwarten in der Zukunft eine schlechtere Versorgung

Viele Kassenpatienten in Norddeutschland fühlen sich als Patienten zweiter Klasse.
Viele Befragte sind skeptisch, was die Entwicklung in der Zukunft angeht. Sie fürchten eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung.

 

So gehen 41 Prozent der Umfrageteilnehmer davon aus, dass die Leistungen des staatlichen Gesundheitssystems in zehn bis 20 Jahren für die Patienten schlechter sein werden. Lediglich 21 Prozent erwarten, dass sich die Patientenversorgung verbessert.

Die Politik reagierte bereits auf die Umfrage. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte in einem Interview, dass man die Gefühlslage ernst nehme, die in der Befragung zum Ausdruck komme. Sein Ministerium arbeite zum Beispiel daran, dass Kassenpatienten zukünftig schneller einen Facharzttermin bekommen.

Die Studie hat Infratest Dimap im Auftrag des NDR durchgeführt. Das Marktforschungsinstitut befragte dazu 1.010 Menschen in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg sowie Bremen.

Tipp: Falls Sie über die gesetzliche Krankenversicherung hinaus eine bessere Versorgung wünschen, können Sie eine private Zusatzversicherung abschließen. Mit einer Krankenhauszusatzversicherung sichern Sie sich beispielsweise bei einem Krankenhausaufenthalt ein Ein- oder Zweibettzimmer sowie eine Behandlung durch den Chefarzt.

(mst)

 

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