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Bei Rückenschmerzen wird zu schnell geröntgt

23.04.2015 - 16:25

Bei Rückenbeschwerden wird in Deutschland oftmals zu schnell geröntgt. Das geht aus einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Demnach werden fast 50.000 Patienten unnötig geröntgt. Die Folgen: Neben den Kosten auch vermeidbare Strahlenbelastungen und falsche Behandlungen.

Für ihre Studie wertete das wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse rund 445.000 Krankschreibungen von Ärzten aus den Jahren 2011 und 2012 aus. Die Versicherten waren dabei jeweils wegen Rückenbeschwerden arbeitsunfähig gewesen.

Laut der TK-Studie wurde jeder dritte Versicherte mit akuten Rückenschmerzen innerhalb von sechs Wochen geröntgt. Dabei sollten Patienten nach Darstellung der Kasse erst nach einer Frist von sechs Wochen radiologisch untersucht werden. Denn in vielen Fällen gehen die Rückenbeschwerden innerhalb dieser Frist von ganz alleine wieder weg.

Jedes Jahr 50.000 unnötige Röntgenaufnahmen

Arzt betrachtet Röntgenaufnahme von Wirbelsäule
Eine TK-Studie zeigt: Bei Rückenbeschwerden wird zu schnell geröntgt.


Vorzeitiges Röntgen verstoße daher gegen aktuelle wissenschaftliche Empfehlungen, teilte die TK mit. Falls sich die Schmerzen spontan zurückbildeten, seien die Patienten einer unnötigen Strahlenbelastung ausgesetzt gewesen.

Jedes Jahr würden so rund 5.600 TK-Versicherte unnötig geröntgt. Auf sämtliche Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung hochgerechnet, werden demnach jährlich bei rund 50.000 Patienten zu früh radiologische Aufnahmen gemacht.

Die Patienten riskieren zudem eine fehlerhafte Behandlung. Denn Rückenschmerzen würden oft durch Probleme in den Muskeln ausgelöst, sagte Thomas Nolte, Schmerztherapeut der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. Das sei aber auf Röntgenbildern nicht zu erkennen.

Viele Versicherte würden dann oft an der Bandscheibe operiert, wenn die Aufnahmen hier Probleme zeigten. Nach einer Operation hätten manche Patienten danach aber oft noch dieselben Schmerzen, so Nolte. Erst dann stelle sich heraus, dass die Bandscheiben gar nicht die eigentliche Ursache war. Welche Kosten durch die unnötigen Röntgenaufnahmen entstehen, gab die Krankenkasse allerdings nicht an.

(mst)

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